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Urbane Neuigkeiten

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Wir freuen uns, Ihnen ein weiteres faszinierendes Tonholz aus urbanen Gebieten vorstellen zu können, das unsere überarbeitete 500er Serie um einen neuen Klangcharakter erweitert: Mugga-Eukalyptus.

Im Laufe der fast fünf Jahrzehnte, auf die das Unternehmen Taylor zurückblickt, hat sich die Tatsache, dass wir nicht von Traditionen abhängen, immer wieder als eine unserer größten Stärken erwiesen. Wir haben damit ausreichende kreative Freiheiten, um neuen Ideen nachzugehen und den Gitarrenbau in spannende neue Richtungen voranzutreiben.

Die Verwendung unterschiedlicher Tonhölzer ist ein Feld, das wir ständig weiter erforschen. Wir werden dabei unter anderem vom Wunsch angetrieben, neue Klangcharakter zu entdecken. Was uns aber auch dazu antreibt, ist der heutige Stand der Dinge im Bereich der Holzbeschaffung und die Notwendigkeit, das zu respektieren, was die Wälder unserer Erde wirklich liefern können.

Besonders in den letzten zehn Jahren haben wir unsere Holzbeschaffung stark an den von uns initiierten Projekten zum Umweltschutz orientiert. Sie haben sicher bereits von unserem im Jahr 2011 gestarteten Einsatz für Ebenholz in Kamerun gehört, der dazu geführt hat, dass wir angefangen haben, das jahrelang vollkommen verschmähte bunte Ebenholz für unsere Griffbretter zu verwenden. Im Jahr 2020 haben wir unsere ersten Modelle eingeführt, für die wir Holz von Schamel-Eschen verwendet haben, die in urbanen Gebieten in Kalifornien gefällt werden sollten. Und vor ein paar Monaten haben wir unsere 700er Serie vorgestellt, für die wir eine neue Sorte von Koa-Holz verwenden, die wir im Zuge unserer Bemühungen zur Wiederherstellung der Wälder auf Hawaii entdeckt haben.

Unsere Gitarrenlinie repräsentiert eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl, in der Tat ein sich ständig weiterentwickelndes musikalisches Ökosystem.


In der Tat gilt für unsere Gitarrenlinie, dass diese eine durchdacht zusammengestellte Auswahl, ja ein sich ständig weiterentwickelndes musikalisches Ökosystem darstellt. Obwohl unser Unternehmen immer größer wird, haben wir es geschafft, den Bedarf einer stabilen, ethisch korrekten Lieferkette mit der Fähigkeit, flexibel auf die sich ständig ändernde Welt zu reagieren, ins Gleichgewicht gebracht.

Wodurch zeichnet sich gutes Holz für Gitarren aus?

Für die Entscheidung, welche Holzarten wir in unsere Gitarrenlinie aufnehmen, sind viele Dinge zu berücksichtigen, insbesondere wenn es um eine neue Holzart geht, die bisher nicht für Musikinstrumente verwendet wurde. Zunächst einmal stellt sich die wichtige Frage: Hat das Holz die physischen Eigenschaften, die erforderlich sind, damit es für ein Musikinstrument verwendet werden kann? Genauso wichtig ist aber, zu prüfen, ob das Holz bearbeitet werden kann. Mit anderen Worten: Kann es gesägt, getrocknet, gebogen, geklebt werden, ja lässt sich daraus eine Gitarre bauen, ohne dass während der Produktion oder später Risse, Verformungen oder sonstige Probleme auftreten? Kann man es wirtschaftlich und ethisch korrekt beschaffen? Ist es in konsistenter Qualität erhältlich? Gibt es die für unseren Bedarf ausreichenden Mengen über einen vorhersehbaren Zeitraum hinweg? Wie lange wird es dauern, um das Holz von einem Zulieferer zu erhalten? Stellt es eine wirklich eine lohnenswerte Erweiterung unserer Gitarrenlinie dar? Und falls es ein Holz ist, das bisher nicht für Akustik-Gitarren verwendet wurde, wie schwierig wird es, Gitarristen auf dieses neue Holz aufmerksam zu machen? Sie können sich das bestimmt ausmalen.

Glücklicherweise haben wir als etabliertes Unternehmen mit guter Reputation im Gitarrenbau, präzisen Produktionsstandards, einer umfangreichen Historie an ethischen Geschäftspraktiken und einem begeisterten Kundenstamm (vielen Dank!) den Vorteil, bei der Einführung einer neuen Holzart mit einem hohen Maß an Glaubwürdigkeit rechnen zu können.

Darüber hinaus ist Andy Powers unser Meister im Gitarrenbau, und er weiß ganz genau, wie er die musikalischen Qualitäten eines jeden Tonholzes maximal ausschöpfen kann.

Eine vielseitigere Gitarrenlinie

In der ersten Ausgabe in diesem Jahr von Wood&Steel (Ausgabe 102) haben wir uns mit Andy darüber ausgetauscht, wie das Gitarrendesign bei Taylor sich ständig weiterentwickelt, und dabei hat er den Wunsch geäußert, unsere Gitarrenlinie vielseitiger zu gestalten. Er hat ganz eindeutig für Innovation gesorgt, indem er Rezepte für die Abstimmung und den Klang entwickelt hat, deren feine Nuancen verschiedene Modelle klar voneinander unterscheiden lassen, insbesondere nachdem er unsere patentierten V-Class- und C-Class-Bracing-Architekturen entwickelt hat, die präzise an die jeweilige Korpusform, die Tonholzkombination und den angestrebten Klangcharakter angepasst werden können. Diese Bemühungen, zusammen mit allen weiteren Innovationen von Andy im Bereich der Korpusformen und des Designs – die Grand Orchestra, die Grand Pacific und die Grand Theater; die Überarbeitung der Grand Symphony; die Erweiterung der Grand Concert-Modelle um 12-bündige 12-Saiten-Ausführungen – haben die in unserer Gitarrenlinie erhältlichen einzigartigen Klangcharaktere drastisch erweitert.

Ein Teil des Prozesses zur Verbesserung unseres Angebots besteht darin, unsere Gitarrenlinie auf ganzheitliche Weise zu betrachten und die Beziehung von einer Serie zu der anderen auszuwerten. Im Rahmen der kürzlich umgesetzten Überarbeitung unserer 700er Serie hatten wir zum Beispiel das Glück, Zugang zu einer wohl erhaltenen Quelle für wunderschön gestreiftes und gefärbtes hawaiianisches Koa-Holz zu erhalten, dem Andy eine ganz eigene Behandlung und einzigartige klangliche Abstimmung gönnte, die von unserer bisherigen Koa-Serie abweichen. Wo sollten diese neuen Modelle also untergebracht werden? Dort, wo es dazu beiträgt, dass eine Gitarre aus Koa-Massivholz für die Kunden ein wenig erschwinglicher wird.

Am Ende war da die 700er Serie der richtige Platz. Es verblieben uns dann weiterhin drei unterschiedliche Serien für unsere Palisander-Gitarren: die 400er, die 800er und die 900er Serie.

Mahagoni auf dem Vormarsch

Auf ähnliche Art und Weise haben wir ein weiteres traditionelles Tonholz in unserer Gitarrenlinie auch bei weiteren Serien eingeführt. Die 300er Serie, in der unsere seit Jahren etablierte Kombination von Sapelli und Fichte vorherrschte, haben wir um Modelle mit Mahagonidecke erweitert. So haben wir Zargen und Boden aus tasmanischem Blackwood mit einer Decke aus Mahagoni kombiniert. In jüngster Zeit haben wir dann Blackwood durch Mahagoni ersetzt, um Gitarristen innerhalb dieser Serie auch Modelle bereitzustellen, die insgesamt aus Mahagoni gefertigte sind. Andy hat sich daraufhin Gedanken gemacht bezüglich unserer Verwendung von Mahagoni und der Weiterentwicklung unserer 500er Serie, in der jahrzehntelang Mahagoni zum Einsatz kam. Wenn in der 300er Serie sogar Modelle bereitstehen, die insgesamt aus Mahagoni bestehen, was könnte dann mit unserer 500er Serie geschehen?

In der Zwischenzeit hat sich Andy schon seit einigen Jahren mit einem weiteren Holz aus urbanen Gebieten beschäftigt – Mugga-Eukalyptus -, für dessen Einführung in unsere Gitarrenlinie er auf den richtigen Zeitpunkt wartete. Das erschien ihm nun als einmalige Gelegenheit.

Urbanes Holz – das 2. Kapitel

Bevor wir mehr zum Mugga-Eukalyptus berichten, sollten wir kurz unsere bisherigen Errungenschaften im Rahmen unserer Initiative mit urbanem Holz zusammenfassen. Anfang 2020 haben wir vier neue Builder’s Edition-Modelle vorgestellt. Eine dieser Gitarren, die Builder’s Edition 324ce, verfügt über Zargen und Boden aus Schamel-Esche, eine immergrüne Eschensorte, die wir Urban Ash getauft haben, um auf die einzigartige Herkunft dieses Holzes aufmerksam zu machen.

Diese in Kalifornien wachsende Esche hat Andy nicht nur aufgrund ihrer ganz speziellen Eigenschaften interessiert, sondern auch, weil sie den Anfang einer neuen Initiative für die Holzbeschaffung aus urbanen Gebieten in Zusammenarbeit mit West Coast Arborists, Inc. (WCA), bildete, einer fortschrittlichen Operation zur Verwaltung von Baumbeständen.

Wie wir in jener Ausgabe von Wood&Steel genauer berichteten, bietet WCA hunderten von Landkreisen und staatlichen Einrichtungen in ganz Kalifornien und Teilen von Arizona verschiedene Dienstleistungen für die Pflege von Baumbeständen. Diese geplanten und entsprechend verwalteten Baumbestände sorgen für die so wichtigen sogenannten grünen Lungen in Städten und Vororten, wozu die Landschaftsgestaltung in Parks und anderen öffentlichen Flächen zählt, sowie die Bäume entlang von Straßen und Autobahnen. Im Rahmen von mit den jeweiligen Landkreisen abgeschlossenen Verträgen übernimmt WCA das Anpflanzen, die Pflege und auch das Fällen von Bäumen in solchen Gebieten, wobei WCA mehr als 10 Millionen Baumbestände in seiner Datenbank katalogisiert hat.

Unser Interesse für Holz aus urbanen Gebieten wurde zunächst dadurch angeregt, dass sich Bob Taylor gefragt hat, was mit dem Holz der in diesem Zusammenhang gefällten Bäume passiert und ob diese Bäume verwendet werden könnten, um zusätzlichen Mehrwert für die Gemeinden zu schaffen. Wie wir bereits in anderen Artikeln berichteten, haben wir uns dann an die Verwalter der Baumbestände unserer Gegend gewandt, wobei es sich um WCA handelte.

Scott Paul, unser Direktor für nachhaltige Naturressourcen, hat die Kontaktaufnahme geleitet, eine Gruppe von Taylor Kollegen gebildet, zu der Bob und Andy gehörten, um dann das Team von WCA in dessen Hauptsitz in Anaheim zu treffen. Es stellte sich dabei heraus, dass WCA auch nach Möglichkeiten suchte, mit diesen gefällten Bäumen Mehrwert zu schaffen – insbesondere angesichts der steigenden Kosten für die Entsorgung – und daher ein Recyclingprogramm für Holz aus urbanen Gebieten gestartet hatte, bei dem unter dem Namen Street Tree Revival die Bäume in Tische aus Baumstammscheiben sowie andere Holzprodukte verwandelt wurden. Sie hatten eine Zentralstelle für die farbcodierte Sortierung der Stämme der einzelnen Holzsorten in der Nähe von Ontario eingerichtet.

Weil viele dieser Arten bisher entweder gewerblich keine Verwendung hatten oder nicht für Musikinstrumente verwendet wurden, hat Andy zur Kettensäge gegriffen und sich Muster von bestimmten Arten zurechtgesägt, von denen er glaubte, dass es lohnen könnte, damit zu experimentieren.

„Das war fast so, wie wenn ein Chefkoch einen Bauernmarkt besucht und dort Gemüse oder Obst sieht, das er bisher noch nicht angetroffen hatte“, meint Andy. „Da überlegt man sich dann: Was muss ich tun, um die besten Aromen dieser Zutaten herauszubringen?“

Andy hat daraufhin eine reiche Mischung an Holzmustern zum weiteren Experimentieren mitgebracht. Er hat außerdem die Liste der Arten auf Grundlage von praktischen Überlegungen weiter reduziert und sich schließlich auf die 10 besten Kandidaten konzentriert.

„Viele Baumarten haben einfach nicht die praktischen Eigenschaften, die für die Verwendung im Holzhandwerk erforderlich sind.“

Andy Powers


„Vom Standpunkt des Lieferanten gesehen, wollten wir wissen, welche Bäume am häufigsten vorkommen“, erklärt er. „Dann habe ich geprüft, welche davon die richtige Art von Struktur, Höhe und Durchmesser für die Herstellung von Teilstücken hatten und sich bearbeiten lassen. Einige dieser Arten erfüllten diese Bedingungen, darunter die Schamel-Esche. Sie lässt sich trocknen, sägen, kleben, schleifen, lackieren. Es mag sich vielleicht seltsam anhören, aber viele Baumarten haben einfach nicht die praktischen Eigenschaften, die für die Verwendung im Holzhandwerk erforderlich sind. Nebst dieser Grundvoraussetzungen muss das Holz aber auch gut klingen. Es ist nicht leicht für einen Baum, diesen Test zu bestehen.“

Für Andy ist es von ganz wesentlicher Bedeutung, dass sich eine Holzart gut trocknen lässt.

„Wir achten so sehr darauf, ob sich eine Holzart gut trocknen lässt oder nicht, weil das ein direkter Anzeiger dafür ist, ob die Gitarre langfristig stabil bleiben wird“, erklärt er. „Im Grund gilt, dass ein Holz, das sich nicht trocknen lässt, ohne dabei Risse zu bilden, sich zu verformen, zu brechen oder zu verbiegen, sich kaum eignen wird, um daraus etwas zu bauen, das konsistente Qualität aufweist und haltbar ist. Irgendwann wird jedes Holz, das anfänglich widerspenstig ist, auch später Probleme bereiten.“

Was die Schamel-Esche betrifft, war Andy davon überzeugt, dass sie sich gut als Tonholz eignen würde, aufgrund der Ähnlichkeit zu anderen Eschensorten, die bereits für den Bau von Gitarren verwendet wurden.

„Ich habe schon mit so mancher Art von Esche gearbeitet – von der harten nördlichen Weiß-Esche bis hin zu der leichten Kürbis-Esche (oder Rot-Esche)“, sagt er. „Als ich mir bei dieser Esche die Maserung angeschaut habe, war ich mir ziemlich sicher, dass sich dieses Holz für Gitarren eignen würde. Am Ende war das Ergebnis sogar besser, als wir erwartet hatten. Das Holz hat uns mit so guten Eigenschaften überzeugt und ähnelt so sehr anderen Holzarten, die wir gut kennen, dass es für uns Sinn machte, daraus unser erstes Modell aus urbanem Holz zu bauen.“

[Anmerkung der Redaktion: An einer anderen Stelle in dieser Ausgabe stellen wir zwei neue insgesamt aus Urban Ash gebaute Modelle vor, die 424ce LTD und die 224ce-UA LTD.]

Ein neuer Star unter den Tonhölzern

Eine überraschende Entdeckung, die sich als glücklicher Fund herausstellte, war eine Holzart, die als Mugga-Eukalyptus bezeichnet wird (Eucalyptus sideroxylon).

„Dieser Mugga-Eukalyptus hat uns wirklich überrascht“, erzählt Andy. „Technisch gesehen gehört dieses Holz zu der Familie der Eukalyptusbäume, aber es verhält sich anders als die meisten anderen Eukalyptusarten, die sich ja oft verbiegen und auf unvorhersehbare Art und Weise verziehen. Noch erstaunlicher ist, dass Mugga-Eukalyptus super hart und dicht ist, als wenn es sich dabei um eine Art tropisches Holz aus der Familie der Palisander handeln würde. Es ist tatsächlich eines der weniger Hölzer, das im Wasser untergeht. Wie Ebenholz.“

Während Andy seine mechanischen Eigenschaften genauer untersuchte, stellte er mit Freude fest, wie gut es sich bearbeiten lässt. Auch das Trocknen war auf konsistente Weise und ohne Komplikationen möglich.

„Normalerweise sind dichtere Holzarten schwer zu trocknen und neigen dazu, sich zu verziehen, was eine sorgfältige Überwachung erfordert, um ein stabiles Teilstück für eine Gitarre zu erhalten – das gilt beispielsweise für Ebenholz“, erläutert er. „Beim Mugga-Eukalyptus erlebten wir die angenehme Überraschung, dass es sich konsistent trocknen lässt, praktisch auf die gleiche Art wie wir ostindischen Palisander trocknen. Der Mugga-Eukalyptus hat in dieser Hinsicht ganz ähnliche Eigenschaften. Es ist ein sehr stabiles Holz.

Ein weiterer Aspekt, der auf viele dieser so harten Holzarten zutrifft – und so viele gibt es gar nicht, bemerkt Andy -, ist, dass ihr Ölanteil das Kleben erschwert. Aber auch hier stellt Mugga-Eukalyptus eine Ausnahme dar.

„Darüber hinaus hat dieses Holz eine der glattesten und gleichmäßigsten Maserungen, die ich jemals bei Hartholz gesehen habe“, sagt er.

Aufgrund seiner Härte, Dichte und glatten Oberfläche hatte Andy es anfänglich für Griffbretter und Brücken in Erwägung gezogen, aber wegen der rosafarbenen und goldbraunen Tönung dann doch davon abgesehen. Aber er war davon überzeugt, dass es sich gut für Zargen und Boden eignen würde. Und es sollte sich herausstellen, dass er Recht hatte.

Mugga-Eukalyptus im Detail

Mugga-Eukalyptus (Eucalyptus sideroxylon) ist eine der mehr als 700 Eukalyptusarten, die es weltweit gibt. Eukalyptus gibt es in Kalifornien seit Mitte des 19. Jahrhunderts, als verschiedene Arten (einschließlich Mugga-Eukalyptus) aus Australien eingeführt wurden und als potenzielle Quelle für Holz und Faserstoffe angepflanzt wurden.

Die in Kalifornien am meisten verbreitete Art (und das gilt auch für den Rest der Welt) ist der schnell wachsende Blaue Eukalyptus (Eucalyptus globulus, auch Fieberbaum genannt), der leicht an seiner sich abschälenden Rinde und intensiv duftenden, öligen und blaugrünen Blätter zu erkennen ist. Leider stellte es sich heraus, dass sich sein Holz nicht sehr gut als Nutzholz eignet.

Im Gegensatz dazu weist Mugga-Eukalyptus andere Eigenschaften auf. Seine Rinde ist dick, kräftig und stark gefurcht, während das rote Holz darunter hart, widerstandsfähig und dicht ist. Diese Art hat sich als gutes Nutzholz für Balken, Eisenbahnschwellen und andere Anwendungen in der Baubranche behauptet. Diese Baumart kann auch mit Dürre und Frost umgehen, weshalb sie problemlos außerhalb ihrer eigentlichen Heimat überlebt.

Den Klang verfeinern

Als Andy nun die strukturellen Eigenschaften dieses Holzes besser erforscht hatte, war es an der Zeit, ein Rezept für die klangliche Abstimmung des Holzes für eine Grand Auditorium-Gitarre zu entwickeln und einige Prototypen zu bauen. Für die Decke wählte er torrefizierte Sitka-Fichte. Die beiden Holzarten zusammen, fein abgestimmt durch eine Version seines V-Class-Bracing, führten zu einem Ergebnis, das er als frische Alternative zum klassischen Klang von Fichte/Palisander bezeichnet – für ihn ist es eine Art Kreuzung zwischen Palisander und Ebenholz -, wobei er einige Techniken der modernen Akustik im Inneren dieser Instrumente angewandt hat.

„Dieses Holz klingt kühn und vollmundig, aber dennoch süß… ein klavierähnlicher Charakter.”

Andy Powers


„Mugga-Eukalyptus beeinflusst direkt den Klang, indem zwar ein tiefer, transparenter Sound wie beim Palisander erreicht wird, aber mit jener Prise an Dämpfung, die man von Ebenholz oder Mahagoni kennt, und die dabei hilft, scharfe Kanten der Töne zu glätten“, erläutert er. „Dieses Holz klingt kühn und vollmundig, aber dennoch süß. Es hat jene glockenähnliche verstärkende Ansprache, die man von dichtem Holz kennt, lebhaft und dynamisch. Stellen Sie sich vor, Sie hätten den traditionellen Klang einer Palisander-Gitarre, aber mit vollerem und wärmerem Mitteltonbereich. Ein klavierähnlicher Charakter.”

Andy hat dann die fertige Version seiner Grand Auditorium auf dem Taylor Gelände im Juni vorgestellt, wobei uns als Zuhörer in jenem Raum zuallererst die großartige Lautstärke und Projektion dieses Instruments auffiel, sogar wenn man sie leichter anschlägt.

„Sie hat einen kräftigen, präzisen Sound, der dank seiner besonderen Wärme sehr ausgewogen und wirklich gefällig wirkt“, beschreibt er. „Wenn ich einen tiefen Ton anschlage, klingt er klar wie eine Glocke, überhaupt nicht harsch. Aber auch nicht verwaschen, schwammig oder undeutlich. Mit der Dichte des Mugga-Eukalyptus hat diese Gitarre einen Klang, den ich als kraftvoll und muskulös bezeichnen würde. Wenn ich auf dieser Gitarre spiele, habe ich das Gefühl, dass sie alles verstärkt, was ich mache. „Die Gitarre gibt mehr zurück als das, was ich von ihr verlange; fast als wenn die Noten regelrecht aus der Gitarre herausspringen wollten. Ich freue mich richtig darauf, diese Gitarren unter die Leute zu bringen.”

Die neue 500er Serie

Da Andy jetzt schon seit einigen Jahren Prototypen mit Mugga-Eukalyptus in seinem Studio hat, konnte er sich in aller Ruhe überlegen, an welcher Stelle eine solche Gitarre in unsere Gitarrenlinie passt. Und angesichts der vielen Mahagoni-Modelle in der 300er Serie, erschien ihm die 500er Serie als ideal geeignet für die Einführung dieser Gitarren. Als zweite Holzart aus urbanen Gebieten, die wir in unsere Gitarrenlinie aufgenommen haben, stellt sie ebenfalls den Beginn einer neuen Etappe unserer Verpflichtung zum Einsatz von urbanem Holz dar, indem dieses in eine traditionsreiche Serie von Taylor aufgenommen wird: Eine Serie, die beinahe so lange existiert wie unsere ikonische 800er.

Zu Ehren des klassischen Vermächtnisses unserer 500er Serie, hat Andy auf ein traditionelles Erscheinungsbild gesetzt, das aber einige unverkennbare, zum neuen Holz passende Verzierungen aufweist. Der Boden und die Zargen aus Mugga-Eukalyptus sind mit einer sanften Tönung an den Kanten verziert, mit der die natürlichen rötlichen und goldbraunen Farbtöne des Holzes betont werden, was an die Farben von Mahagoni erinnert, das sonst an diesen Stellen verwendet wurde. Korpus und Hals sind auch mit einem sanften Shaded-Edgeburst versehen: Die diskrete Färbung der Decke verleiht der Gitarre mit ihrer etwas dunkleren Decke aus torrefizierter Fichte einen Hauch an Vintage-Look. Der Korpus ist mit Hochglanzlackierung versehen und Satin-Lackierung am Hals. Weitere Verzierungen sind das schicke, neue „Aerial“-Inlay aus italienischem Acryl, das Schlagbrett und der Einband aus Imitationsschildkröte, die Abalone-Rosette mit Ahorn und schwarzen Randeinlagen sowie Stimmer aus Nickel von Taylor.

Was die Modelle betrifft, stellen wir die neu überarbeitete Serie zunächst mit nur zwei Korpusformen vor: die Grand Auditorium 514ce und die Grand Concert 512ce, wobei wir für 2023 zwei weitere Modelle eingeplant haben. (Nebenbei sei erwähnt: Die bestehende Builder’s Edition 517 wird unverändert bleiben, das heißt, weiterhin mit der Holzkombination Mahagoni/torrefizierte Fichte und den dazugehörigen Verzierungen gebaut.)

Die Lautstärke und die Fülle des Klangs werden wahrscheinlich bei der Grand Concert noch stärker beeindrucken, aufgrund des kleineren Korpus. Andy hat bei der Demonstration darauf gespielt, wobei der Klang beeindruckend war.

„Sie klingt transparent, sauber und angenehm, aber mit überraschender Lautstärke und jener klavierähnlichen Fülle“, sagt er. „Obwohl es eine Grand Concert ist, kann ich anfangen, Akkorde zu schrammeln [was er wirklich getan hat], und auch das macht sie problemlos. Ich bin wirklich stolz darauf, wie dieses Modell geworden ist.“

Für weitere Meinungen zu den Gitarren der neuen 500er Serie, schauen Sie sich das Feedback von Musikern an.

Lernen Sie die neuer 500er Serie

514ce

Als unsere erste Grand Auditorium mit Boden und Zargen aus Urban Ironbark, liefert die 514ce einen süßen, kraftvollen Klang, der wie die Kombination des transparenten und präzisen Sounds von Palisander und des warmen und kräftigen Mitteltonbereichs und ausgewogenen Klangspektrums von Mahagoni wirkt. In Kombination mit einer Decke aus torrefizierter Sitka-Fichte für eingespielten und reifen Klangcharakter sowie V-Class-Bracing für verbesserte Lautstärke und mehr Sustain, bietet die 514ce alles, was man zum Schrammeln benötigt, eignet sich aber genauso gut auch für Fingerstyle-Gitarristen, dank ihrer empfindlichen Ansprache, die einen breiten Dynamikbereich ermöglicht. Mit den neuen Aerial-Inlays aus italienischem Acryl, ihrer Abalone-Rosette, einer sanften Tönung, von der die reichen Rottöne des Mugga-Eukalyptus zusätzlich verstärkt werden, einem leichten Shaded-Edgeburst und der Hochglanzoberflächenbehandlung, wartet die 514ce mit einem eleganten Mix aus traditionellen und modernen Designelementen auf.


512ce

Die 512ce ist eine unserer ersten Gitarren mit Zargen und Boden aus massivem Urban Ironbark, auch Mugga-Eukalyptus genannt, ein dichtes, hartes Tonholz das eine reiche, komplexe Ansprache mit vollen Bässen und präzisem und transparenten Ton bietet, der an indischen Palisander mit einer Prise der Mitteltöne und des fokussierten Klangcharakters von Mahagoni erinnert. Bei der Grand Concert 512ce haben wir Urban Ironbark mit einer Decke aus torrefizierter Sitka-Fichte vereint, was einen eingespielten Klangcharakter ergibt, mit warmem, klavierähnlichem Ton, der über das gesamte Frequenzspektrum erstaunlich ausgewogen ist. Die V-Class-Verstrebung in ihrem Inneren verleiht dieser kompakten elektroakustischen Gitarre eine raumfüllende Projektion und hervorragendes Sustain, wobei der kraftvolle Klang dennoch angemessene Empfindlichkeit für einen sanfteren Anschlag aufweist. Zu den Verzierungen dieses Modells zählen die neuen Aerial-Inlays aus italienischem Acryl, die Abalone-Rosette mit Ahornelementen und schwarzer Randeinlage sowie der geschmackvolle sanfte Edgeburst.

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Wunderschönes Koa-Holz aus Hawaii, hauchdünne Mattlackierung und lebendiger Klangcharakter - lassen Sie sich von ihrem neuen Look & Feel und ihrem Klang verführen.

Das hochgeschätzte Erbe des Koa-Holzes aus Hawaii ist eng mit der Geschichte der Insel Hawaii selbst verbunden. Diese ausschließlich auf Hawaii vorkommende Holzart (Acacia koa) wird in der Kultur von Hawaii schon seit Jahrhunderten hochgeachtet. Koa hat eine symbolische Bedeutung (das Wort „Koa“ lässt sich ungefähr mit „Krieger“ übersetzen), weil es als äußerst wichtige Ressource für die Herstellung der unterschiedlichsten Dinge verwendet wird: von Waffen, Schüsseln, Kanus und Surfbrettern über Ruder bis hin zu Ukulelen und den stahlbesaiteten hawaiianischen Gitarren, die mit dem Pionier der hawaiianischen Musik, Joseph Kekuku, Ende des 19. Jahrhunderts bekannt wurden.

In der Tat sollte seine Verwendung als Tonholz für Musikinstrumente entscheidend sein, um Koa-Holz auch jenseits der Inseln bekannt zu machen. Die verlockenden, auf diesen stahlbesaiteten Gitarren schön gebunden gespielten Melodien eroberten auch das nordamerikanische Festland in den Anfängen des 20. Jahrhunderts im Zuge des Besuchs von hawaiianischen Musikern als Vertreter ihrer Kultur, was zu einer Verflechtung der hawaiianischen Musik mit anderen zu jener Zeit beliebten amerikanischen Musikgenres führte, wie Ragtime, Country und Blues in den Südstaaten. Saiteninstrumente aus Koa-Holz gewannen in den USA an Beliebtheit in den 1920er Jahren, als Gitarrenbauer wie Weissenborn und Martin anfingen, Koa-Instrumente zu bauen. Als aber der Boom der hawaiianischen Musik in den 30er Jahren anfing abzuklingen, wurde auch Koa-Holz nun wieder seltener für den Bau von Instrumenten verwendet, und die Gitarrenbauer wandten sich erneut traditionellen Holzarten wie Palisander und Mahagoni zu.

In den 70er Jahren war dann ein neuer Aufschwung in der Beliebtheit von Koa-Holz für Akustik-Gitarren zu verzeichnen, weil verschiedene junge Gitarrenbauer sich darauf einließen, dieses Holz zu verwenden. Bob Taylor baute seine erste Gitarre aus Koa-Holz um 1980. Drei Jahre später stellte er dann die Koa-Serie als offizielle Ergänzung der Taylor Gitarrenlinie vor. Im Zuge des Wachstums von Taylor und zusätzlich gefördert durch die Wiedereinführung von Koa als eines der Tonhölzer im Sortiment von Martin, erlangte dieses Holz schließlich seinen Platz im Markt der Akustik-Gitarren. Heutzutage, mehr als vierzig Jahre nachdem Bob seine erste Koa-Gitarre gebaut hat, weist Taylor Guitars eine engere Beziehung zu Koa-Holz auf als die meisten anderen Gitarrenhersteller.

Joseph Kekuku. Foto: Redpath Chautauqua-Sammlung, Bibliothek der Universität Iowa, Iowa City, Iowa

Im Laufe der Jahre haben wir den Einsatz von Koa-Holz verringert oder verstärkt, je nachdem wie es um die Verfügbarkeit und den Preis stand und sofern wir dieses Holz in angemessener Qualität beschaffen konnten, um ein ästhetisch konsistentes Aussehen sicherzustellen. Tatsächlich sind die atemberaubenden Zeichnungen im Koa-Holz unserer Premium-Koa-Serie, die so viele Leute begeistern, meist eher selten anzutreffen, nur eine kleine Prozentzahl der Koa-Bäume weisen diese auf.

Boden und Zargen der ursprünglichen Grand Concert, die Taylor für Chris Proctor 1983 gebaut hat, wurden aus Koa-Holz gefertigt.

Das Wachstum von Taylor zu einem großen Hersteller hat daher sowohl zu Herausforderungen als auch Chancen geführt, was die Beschaffung von Holzarten wie Koa angeht. Auf der einen Seite ist unser Bedarf weitaus größer als der von kleineren Gitarrenbauern, wodurch es für uns immer wieder schwierig wird, eine konsistente Quelle für hochwertiges Holz für die Modelle unserer Koa-Serie sicherzustellen. Wir haben tatsächlich für bestimmte Zeiträume (Mitte der neunziger Jahre und kurz nach der Jahrtausendwende) unsere Produktion von Gitarren der Koa-Serie vorübergehend einstellen müssen und das Holz seltener oder strategisch besser einsetzen müssen, je nach dem was gerade erhältlich war. Zu jenen Zeiten hat Taylor daraufgesetzt, kleinere Stückzahlen von Koa-Modellen in limitierter Auflage anzubieten (manche davon mit besonders starker Zeichnung, andere wiederum hatten ein eher bescheidenes Aussehen und daher eine niedrigere Preislage) und hat, nach Einführung der elektrischen/akustischen T5 mit Hohlkörper, das beste Koa-Holz für T5 Custom-Decken und Aufträge von Custom-Gitarren aufbewahrt.

Unsere Koa-Serie fand dann schließlich im Jahr 2007 ihren Weg zurück in die Taylor Gitarrenlinie, deren kontinuierliches Wachstum und die entsprechende Weiterentwicklung dazu geführt haben, dass wir nun eine vielseitigere Auswahl an Modellen haben, bei denen wir Koa-Holz einsetzen können; das gilt nicht nur für die unterschiedlichen Qualitätsstufen des Holzes, sondern auch die verschiedenen Größen der Gitarren. Schauen wir uns als Beispiel dafür die GS Mini- und Baby Taylor-Modelle mit Koa-Holz an, die wir derzeit anbieten. Diese kleineren Gitarren stellen die ideale Gelegenheit dar, Stücke von Koa-Holz zu verwenden, die sich für andere Gitarrenmodelle von normaler Größe als zu klein erweisen würden, wodurch wir einen größeren Anteil des Holzes nutzen können, das aus einem Koa-Baum gewonnen wird.

Darüber hinaus setzen wir Koa-Furnier bei einigen unserer Schichtholz-Gitarren ein. Zusätzlich zu dem Furnier für diese GS Mini- und Baby-Modelle (in Kombination mit Koa-Massivholzdecken), kann Koa-Holz mit besonders interessanter Zeichnung in schöne Furniere für Boden und Zargen geschnitten werden, die bei unseren Koa-Gitarren der 200 Deluxe Serie Verwendung finden. Wir schaffen damit Gitarrenliebhabern (und Koa-Fans) eine weitere Möglichkeit, eine schöne Koa-Gitarre aus unserer Gitarrenlinie zu erwerben.

Qualitätsprüfung

Ein einziger Koa-Baumstamm kann Holz von unterschiedlichen Qualitätsstufen enthalten. In vielerlei Hinsicht ist daher das Anschneiden eines Baumstamms der Moment der Enthüllung, an dem es erkenntlich wird, welche Qualitätsstufen an Holz vorhanden sind und wie es zu schneiden und zu verwenden ist. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, dieses Holz so verantwortungsvoll wie möglich einzusetzen: das aus einem Baum gewonnene Holz für den Bau von Gitarren maximal zu nutzen und den Verschnitt so gering wie möglich zu halten, indem wir kleinere Stücke des Holzes für andere Teile unserer Gitarren verwenden, wie Einband, Randeinlagen, Bestandteile der Rosetten und vieles mehr. Wir verwenden außerdem Koa-Holz für einige unserer Gitarrenwandständer und den Deckel der Aufbewahrungsbox der Plektren-Sets. Bob Taylor hat darüber hinaus erst kürzlich angefangen, eine limitierte Auflage an Servierbesteck zu produzieren, das unter der Marke Stella Falone auf den Markt kommt, ein Unternehmen für Küchenutensilien aus Holz, das er im Jahr 2018 gegründet hat, um auch jenes Ebenholz zu verwerten, das bei Musikinstrumenten keine Verwendung findet.

Die wahren Farben von Koa

In den letzten Jahren haben Taylor Guitars und unser langjähriger Lieferpartner, Pacific Rim Tonewoods, der Koa-Holz für uns schneidet, eng zusammengearbeitet, damit wir auch in Zukunft Koa-Holz beschaffen können. Im Jahr 2015 haben wir eine innovative Partnerschaft gegründet (ursprünglich unter dem Namen Paniolo Tonewoods, vor Kurzem in Siglo Tonewoods umgetauft), die das Ziel verfolgt, die einheimischen Wälder auf Hawaii wiederherzustellen und Koa-Holz anzupflanzen. (Lesen Sie die Story über unsere Zusammenarbeit hier.)

Ein Teil der im Rahmen dieses Projekts mit privaten Grundbesitzern auf Hawaii abgeschlossenen Forstverwaltungsvereinbarungen besteht darin, dass es Siglo erlaubt ist, eine bestimmte Anzahl ausgewählter Koa-Bäume zu fällen. Im Gegenzug investieren wir in eine Reihe von Projekten für die Wiederaufforstung und Pflege der Wälder. Dank dieser direkten Vereinbarungen wurde es uns ermöglicht, mehr Koa-Baumstämme selbst zu schneiden. Wir haben dabei weitaus mehr Varianten von Koa-Holz kennengelernt, die eine reichere Palette an Farben und visuellen Charaktereigenschaften aufweisen, als jene, die uns vom Holz bekannt waren, das wir bisher über Zulieferer erhielten. Unser Meister-Gitarrenbauer Andy Powers ist besonders begeistert von den neuen Gelegenheiten, die sich daraus ergeben.

„Der Anblick all dieser unterschiedlichen Farbnuancen war für uns genauso hinreißend wie damals, als es uns zum ersten Mal klar wurde, dass buntes Ebenholz ein Erfolg werden könnte.“

„Die Situation ist für mich ungefähr so, wie wenn jemand in der Nähe von Regenwäldern aufgewachsen ist, dann kennt er so viele verschiedene Grüntöne, während jemand, der in einer Stadt aufwächst, viel weniger sehen wird“, meint er. „Früher waren wir an das Holz gewöhnt, das man uns verkaufte, wobei wir nicht die große Vielfalt an Farbnuancen kannten, die der hawaiianische Wald zu bieten hat. Wir bekamen meistens das Koa-Holz, das sich am einen Ende des Spektrums situiert: jenes Holz, das besonders auffällige Zeichnungen aufweist und schwer zu verarbeiten ist, weil das meist das Holz ist, das die Sägewerke für den Bau von Gitarren auswählen, während die meisten anderen Koa-Bäume für andere Anwendungen dienten. Als wir nun direkten Zugang zu den Baumstämmen hatten und alle diese wunderschönen Nuancen wahrnahmen, war das so spannend wie an jenem Tag, als wir zu der Erkenntnis kamen, dass auch Ebenholz mit Panaschierungen sich hervorragend eignen würde. In der Tag stammt eine Menge des richtig gut klingenden Koa-Holzes von Bäumen, die keine so stark ausgeprägte Maserung haben. Die Fasern vieler Koa-Bäume wachsen geradlinig, das ist so ähnlich wie die genetische Veranlagung, die dazu führt, dass manche Menschen glattes Haar, andere wiederum lockiges oder gewelltes Haar haben.

Eine neue Qualitätsstufe, eine neue Serie

Während wir uns diese so schöne Panaschierung mit Streifen bei Teilen des geschnittenen Holzes anschauten, fühlte sich Andy dazu inspiriert, dieses Koa-Holz anders zu behandeln, indem er ein neues Gitarrenmodell entwarf, das insgesamt aus Koa-Massivholz besteht und im Vergleich zu unser bestehenden Koa-Serie einen ganz eigenen Klangcharakter hat.

Das stark gemaserte Holz, das wir für unsere Koa-Serie verwenden, verlangt eine feinere, luxuriösere Oberflächenbehandlung und ästhetische Verarbeitung. Visuelle Elemente wie Shaded-Edgeburst und Hochglanzlackierung heben zusätzlich die Schönheit des Holzes hervor, während das Spring Vine (Frühlingsweinreben)-Inlay und die Randeinlagen und Griffbrett-/Kopfplatteneinlagen aus Ahorn elegante Akzente setzen. (Bei den Builder’s Edition-Modellen sind wir noch einen Schritt weitergegangen, indem die gefaste Armauflage und funkelnde Inlays und Kantenverzierungen aus Abalone hinzukommen.)

Was den Klang betrifft, sagt Andy, sei die Koa-Serie darauf abgestimmt, einen zu der Ästhetik passenden Sound zu erzeugen.

„Die Gitarren unserer Koa-Serie wurden klanglich so abgestimmt, dass sie dieser stark verfeinerten, polierten und geschmeidigen Ästhetik gerecht werden“, erklärt er. „Sie klingen vollmundig und süß.“

„Wenn du den Korpus berührst, kannst du die Struktur, die Maserung des Holzes, ja die Poren, direkt wahrnehmen.“

Im Kontrast dazu hat Andy bei dieser neuen, gestreiften Koa-Gitarre – die wir als Select bezeichnen – eine organischere Ästhetik angestrebt und einen direkteren, dynamischeren Klang dem Holz entlockt.

„Ich habe diese Gitarre von außen nach innen entworfen“, sagt er. „Zunächst wollte ich mich dabei auf die haptische Beziehung zum Holz konzentrieren, um die direkte Ansprache zu betonen: Wenn Sie den Korpus berühren, können Sie die Maserung, ja sogar die Poren des Holzes fühlen. Die Distanz zwischen dem Gitarristen und dem Holz verringert sich so stark, dass der Gitarrist die Wärme der Holzoberfläche wahrnehmen kann.“

Anstelle einer Hochglanzlackierung hat Andy daher auf eine hauchdünne, matte Oberflächenbehandlung mit offenen Poren gesetzt. Das bietet nicht nur Vorteile, wenn es darum geht die Oberfläche des Holzes spüren zu können, sondern ist auch relevant für die klangliche Abstimmung der Gitarre. (Mehr Details zu den Auswirkungen der Oberflächenbehandlung auf den Klang einer Gitarre finden Sie in unserer Seitenleiste.) Er hat dies mit einer kleinen Veränderung der hinteren Verstrebung kombiniert, die aus unserer V-Class-Architektur stammt. Am Ende ist der Klang damit etwas lebendiger, vielleicht weniger gefiltert als der Klang der Gitarren aus unserer Koa-Serie.

„Diese Gitarren erhalten den so einzigartig süßen Klang, den wir von einer Koa-Gitarre gewöhnt sind – insbesondere der gefällige Mitteltonbereich -, zeichnen sich aber durch eine direktere, druckvollere Ansprache, die natürlicher klingt, aus.“ „Die so dünne Oberflächenbehandlung liefert nur sehr wenig Dämpfung und Kompression. Sie werden beim Spielen mehr von den haptischen Elementen wahrnehmen, das heißt, ihre Fingerspitzen, vielleicht ein Plektrum, wenn Sie die Saiten anschlagen, die subtile Nuance des individuellen Klangs eines jeden Gitarristen. Für mich ist dies eine Art von Koa-Gitarre, die den Spielstil des Gitarristen widerspiegelt – Sie können besser bestimmen, welchen Klang Sie dem Instrument entlocken.“

Wie sich die Oberflächenbehandlung auf den Klang auswirkt

Hier bei Taylor kommen Oberflächenbehandlungen der unterschiedlichsten Stärken zum Einsatz, je nach Modell. Einmal abgesehen von visuellen Aspekten, stellt die Stärke (und Dichte) der Oberflächenbehandlung (zusammen mit anderen Faktoren, wie Bracing und Art des Tonholzes) eine entscheidende Zutat im Rezept des Gitarrenbauers für die klangliche Gesamtabstimmung dar.

Die Lackierung des Holzes sorgt für einen Dämpfungseffekt bei der Gitarre. Das ist hilfreich für die Kalibrierung des Tons – aber nur, solange sich diese Stärke innerhalb eines bestimmten Bereichs befindet, erklärt Andy.

„Jedes Mal, wenn Sie etwas in Schwingung versetzen, erhalten Sie eine Mischung der Bestandteile Ihres Tons, die Sie anstreben – der musikalische Ausdruck, das gleichmäßige Schwingungsmuster – und der Nebengeräusche, die Sie nicht haben wollen“, sagt er. „Dieser Störgeräuschanteil der Schwingungen ist eine Art mechanische Verzerrung. Wir empfinden diesen Sound als störend; es sind normalerweise hochfrequente, schwächere und unregelmäßige Schwingungen, die zu einem schrillen oder harten, mitunter fast metallischen Gitarrenton führen. Die richtige Menge an Lackierung auf der Oberfläche der Gitarre trägt dazu bei, diese Störgeräusche zu dämpfen während die stärkeren musikalischen Schwingungen nach wie vor das Holz in Schwingung versetzen können.“ 

Wenn allerdings zu viel Lack aufgetragen wird, sagt Andy, würde ein Teil der Musikalität verloren gehen, weil angenehme harmonische Bestandteile des Tons herausgefiltert werden. Auf der anderen Seite würde eine vollständig naturbelassene Akustikgitarre ohne Oberflächenbehandlung nicht gut klingen.

„Eine Akustikgitarre mit unbehandeltem Holz hat normalerweise nicht ausreichend Dämpfung, um diese harsch klingenden Schwingungen herausfiltern zu können“, erklärt er. „Das ist ein Effekt, dem man häufig bei künstlichen oder synthetischen Materialien begegnet. Wenn der Dämpfungsfaktor eines Materials außerhalb des musikalisch angenehmen Bereichs liegt, dann wird dieses Material unangenehm und grob klingen, weil es die musikalischen Schwingungen nicht deutlicher als die sonstigen Schwingungen überträgt. Es kann sogar richtig gut schwingen, wenn es aber eine ungünstige Mischung von gutem und schlechtem Ton ist, dann hört sich das Gesamtergebnis nicht so gut an.“

Während er in seiner Werkstatt sitzt und auf einem seiner neuen, insgesamt aus Koa gefertigten Modelle herumspielt, bemüht sich Andy darum, den unterschiedlichen Klang im Vergleich zu unserer Koa-Serie anhand einer Analogie zu Kaffee zu veranschaulichen.

„Eine Gitarre aus unserer Koa-Serie stellt einen perfekt zubereiteten Cappuccino dar: seidig, köstlich, einfach schön“, meint er. „Gleichzeitig ist er eine Mischung von allen Zutaten. Diese neuen Koa-Gitarren sind wie Ihr von Hand gebrauter Kaffee: mit fantastischen Kaffeebohnen, gut geröstet und so direkt wie möglich serviert – das feinste Koa-Erlebnis. Sie erhalten den vollen Geschmack, mit möglichst wenig Filterung. Zusammen mit dem so einladenden und warmen Gefühl, das die Gitarre vermittelt, wenn Sie zu ihr greifen, erhalten Sie ein Instrument, das einzigartige musikalische Inspiration anregt.“

Was ihr Äußeres betrifft, hat es Andy darauf angelegt, die Verzierungen so zu wählen, dass sie den musikalischen Charakter der Gitarre widerspiegeln.

„Ich wollte traditionelle Verzierungselemente verwenden, dabei aber hauptsächlich auf Naturmaterialien setzen. Am Ende haben wir Palisander für den Einband und echte Muschel für das Inlay gewählt“, erzählt Andy. „Mir war es aber wichtig, dass die Einlagen nicht zu sehr auffallen und ihnen als Verzierung kein zu großes Gewicht zufällt.“

Das Inlay-Design, Christened Fountain (Taufbrunnen), wartet mit Perlmutt in einem eleganten, aber unaufdringlichen Muster auf. Zu den weiteren dekorativen Details zählen der Einband aus Palisander (mit eingebundenem Schallloch), die Rosette aus Paua-Muschel mit Palisander- und Ahorn-Akzenten, die Kantenverzierung der Decke aus Palisander und Ahorn, ein dunkel getöntes Schlagbrett aus Ahorn sowie Taylor Stimmer aus polierter Bronze, die gut mit den Farbtönen des Korpus aus Koa harmonisieren.

Die neuen Gitarrenmodelle werden offiziell in die Taylor Gitarrenlinie in der 700er Serie aufgenommen und ersetzen unsere 700er Modelle aus Palisander/Fichte. Davon ausgenommen ist unsere Builder’s Edition 717e, deren Holzkombination weiterhin Palisander und torrefizierte Fichte bleibt und bei der auch sonstige Merkmale unverändert bleiben. Anfänglich werden wir die neuen Koa-Gitarren mit zwei Korpusformen zu Auswahl anbieten, wobei beide komplett aus Koa bestehen: die Grand Auditorium 724ce und die Grand Concert 722ce. Für Andy war das der richtige Platz für eine weitere Reihe an gänzlich aus Koa-Holz gefertigten Instrumenten in unserer Gitarrenlinie und auch nach dieser Veränderung verbleiben noch drei andere Serien, bei denen indischer Palisander die Hauptrolle spielt (400er, 800er und 900er).

Schauen Sie sich noch heute die neue Koa 700s im Internet oder bei Ihrem bevorzugten Händler an.

Hier sind die weiteren Mitglieder der Taylor Koa-Gitarrenfamilie

Builder’s Edition K24ce
Koa-Serie

Builder’s Edition K14ce, Builder’s Edition K24ce, K24ce, K26ce, K22ce, K22ce 12-Fret, GT K21e

Wunderschönes Koa-Holz mit ausgeprägter Zeichnung, feinste Handwerkskunst und eine reiche Auswahl an Modellen machen diese wirkliche fantastische Kollektion aus. Von der kompakten GT über das inspirierende 12-Bund-Modell bis hin zu einem Paar an Builder’s Edition-Schönheiten, bietet die Koa-Serie eine vielseitige Auswahl an musikalischen Charakteren.


224ce-K DLX
200 DLX Serie

214ce-K DLX, 224ce-K DLX

Zur Auswahl für die Decke stehen bei diesen Deluxe-Modellen Fichte und Koa-Holz, die Zargen und der Boden bestehen aus schönem Koa-Schichtholz, der Korpus ist auf Hochglanz lackiert und sie werden in einem Hardshell-Koffer geliefert.


214ce-K SB
200er Serie

214ce-K, 214ce-K SB

Boden und Zargen aus Koa-Schichtholz in Kombination mit einer Decke aus Fichte, für die entweder eine normale Lackierung oder ein wunderschöner Shaded-Edgeburst über den ganzen Korpus zur Wahl stehen.


GS Mini-e Koa Plus
GS Mini

GS Mini-e Koa, GS Mini-e Koa Plus, GS Mini-e Koa Bass

In unserer beliebten GS Mini-Familie gibt es drei Koa-Modelle, alle mit Decken aus Koa-Massivholz und Zargen/Boden aus Koa-Schichtholz. Unsere Plus-Modelle zeichnen sich durch den Shaded-Edgeburst-Korpus aus und unser besonders widerstandsfähiges AeroCase, während der leicht spielbare Bass nicht nur großartig aussieht und anfühlt, sondern auch toll klingt.


Baby-Serie

BTe-Koa

Unsere kompakteste Koa-Gitarre können Sie nicht nur fast überall hin mitnehmen, wobei bewundernde Blicke vorprogrammiert sind, sondern es ist auch stets ein Vergnügen, auf ihr zu spielen.

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Neuigkeiten für 2022

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Eine feurige Grand Pacific mit Flametop steht an der Spitze der neuen Taylor Modelle, außerdem ist die GT-Familie gewachsen

Das hochgeschätzte Erbe des Koa-Holzes aus Hawaii ist eng mit der Geschichte der Insel Hawaii selbst verbunden. Diese ausschließlich auf Hawaii vorkommende Holzart (Acacia koa) wird in der Kultur von Hawaii schon seit Jahrhunderten hochgeachtet. Koa hat eine symbolische Bedeutung (das Wort „Koa“ lässt sich ungefähr mit „Krieger“ übersetzen), weil es als äußerst wichtige Ressource für die Herstellung der unterschiedlichsten Dinge verwendet wird: von Waffen, Schüsseln, Kanus und Surfbrettern über Ruder bis hin zu Ukulelen und den stahlbesaiteten hawaiianischen Gitarren, die mit dem Pionier der hawaiianischen Musik, Joseph Kekuku, Ende des 19. Jahrhunderts bekannt wurden.

Musiker, Tontechniker und Kritiker waren sich einig, was die mit dieser Architektur erreichten grundsätzlichen klanglichen Verbesserungen betraf: höheres Volumen, verbessertes Gleichgewicht zwischen Sustain und Obertönen, oder mit anderen Worten, eine bessere Abstimmung zwischen einzelnen Noten auf dem gesamten Griffbrett. Stark vereinfacht ausgedrückt, hat diese Verstrebung den Klang unserer Gitarren verbessert. Für Kritiker und Gitarristen, einschließlich viele unserer Leser, die selbst Gitarren mit V-Class-Bracing besitzen, hatte diese neue Architektur ihren Wert bewiesen.

Aber das größere Versprechen von V-Class stand erst noch bevor. Für Meister-Gitarrenbauer Andy Powers stellte V-Class-Bracing eine befreiende Basis dar, die nicht nur die Musikalität unserer Gitarren verbessert, sondern es ihm auch ermöglicht, einzelne Modelle so abzustimmen, dass sie einen noch ausgeprägteren, individuellen musikalischen Charakter erreichen. Diese Architektur eröffnete letztendlich eine viel breiter gefächerte Palette akustischer Sounds, die dem Gitarristen zum Erforschen bereitgestellt werden.

Die darauffolgenden vier Jahre brachten wirklich positive klangliche Verbesserungen und eine kontinuierliche Verwandlung der Taylor Produktpalette. Zusätzlich zur Einführung von V-Class bei den vorhandenen Taylor Modellen, hat Andy V-Class dazu verwendet, eine neue Korpusform zu definieren, die Grand Pacific, eine Dreadnought mit runden Schultern, die klanglich von unserem Flaggschiff, der Grand Auditorium, abgeleitet ist. Während der Klang der GA insgesamt dazu neigt, „moderner“ zu sein – sauber und lebendig, gut definiere Noten -, gilt für die GP, dass ihr Klang mehr in die Richtung der traditionellen Dreadnought geht – ein warmer, reifer Ton, mit Noten, deren Form breiter ist und die ineinander übergehen. Mit V-Class wurde der GP auch ein sauberer Bassbereich verliehen, was der Dumpfheit ein Ende macht, die mitunter klassische Dreadnoughts im Studio oder bei Live-Auftritten plagt.

V-Class hat Andy darüber hinaus dazu inspiriert, unsere Builder’s Edition zu gründen, unsere Produktlinie der Premium-Gitarren. Diese Instrumente kombinieren modellspezifische V-Class-Abstimmung mit strukturellen Verfeinerungen, die das Spielgefühl verbessern und es Gitarristen ermöglichen, sich freier auszudrücken. Die Builder’s Edition ist seitdem zu einer soliden Kollektion angewachsen, die aus neun markanten Modellen besteht.

Dann kam die Grand Theater, oder GT, die nicht nur eine neue Korpusform mit sich brachte, sondern eine neue Art von Gitarre darstellt, indem sie mit einer Mensur von 613 mm aufwartet, kürzer als unsere Grand Concert (632 mm). Diesmal passte Andy seine V-Class-Architektur an die einzigartigen Proportionen dieser Gitarre an und schuf das C-Class-Bracing, dessen asymmetrisches Muster es der Gitarre erlaubt, eine bessere Bassansprache zu bieten, als es normalerweise von einer Gitarre dieser Größe zu erwarten ist. Sie richtet sich insbesondere an Gitarristen, die eine Gitarre suchen, welche die agilen Qualitäten eines kleineren Instruments mit einem reichen, vollwertigen Klang vereint.

Als unsere zwei neuesten Korpusformen, etablierten sich die Grand Pacific und die GT als bedeutende musikalische Referenzen innerhalb der Taylor Produktlinie und eröffnen Gitarristen zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten zu den bisher von anderen Taylor Modellen gebotenen. Die Vielseitigkeit der Grand Pacific erreicht das Niveau unseres Flaggschiffs, der Grand Auditorium. Unterdessen verzeichnet die GT, immer noch ziemlich neu und dabei, entdeckt zu werden, einen eindeutigen Aufschwung ihrer Beliebtheit, indem Gitarristen ihre vielen Qualitäten erkennen: wie komfortabel sie zu spielen ist, wie gut sie sich für Aufnahmen eignet und wie gut sie die musikalische Ausdrucksfähigkeit des Gitarristen fördert.

Es ist also kein Wunder, dass zum Anfang des neuen Jahres die GP und die GT eine wichtige Rolle bei unseren neuesten Modellen einnehmen werden. Lesen Sie weiter, um die neuen Modelle besser kennenzulernen.

AD27e Flametop

Umwerfender Look und Sound vermitteln eine bodenständigere Taylor Atmosphäre

Boden und Zargen: massiver großblättriger Ahorn

Decke: massiver, gezeichneter großblättriger Ahorn

Hals: Hard-Rock-Ahorn

Griffbrett: Eukalyptus

Was den Klang betrifft, stellt die AD27e Flametop die spannendste Erweiterung der Produktpalette dar, wobei es sich um eine insgesamt aus Ahorn bestehende Grand Pacific handelt, welche die American Dream-Serie um einen Sound erweitert, der keinem der bisher von Taylor angebotenen Instrumente ähnelt. Auf dieselbe Art und Weise, wie der Grand Pacific-Korpus klanglich ganz klar in eine andere Richtung verweist als jene, für die unsere modernen Gitarren mit ihrem präzisen Klang bekannt sind, wagen wir uns mit der Flametop noch ein Stück weiter in das Terrain dieses warmen, dunklen Klangs hinein.

Die Entstehungsgeschichte dieser Gitarre dreht sich um den Zusammenfluss von mehreren musikalischen Vorstellungen. Zunächst einmal sei erwähnt, dass Taylor in der letzten Zeit die Beziehung zu Musikern in Nashville, Los Angeles und anderen Musikgemeinden vertieft hat. Unser Artist Relations-Team hat mehr Zeit damit verbracht, Gitarristen dazu zu befragen, was sie an einer Akustikgitarre für die Art von Musik, die sie machen, mögen und was ihnen nicht gefällt, und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, vielen von ihnen unsere GP vorzustellen (und neuerdings auch die GT), als Beispiel für die ausgefalleneren Auswahlmöglichkeiten bei unserer Produktpalette an Akustikgitarren.

Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren sich immer mehr Musiker aus verschiedenen Genres zu akustischen Klängen hingezogen fühlen, die nicht so kristallin, sondern eher warm sind, den Charakter des Holzes betonen und teils sogar rau klingen.

Angesichts der Neigung der Grand Pacific zu einem reiferen Dreadnought-Sound kam Andy Powers der Gedanke, es könnte interessant sein, diesen Korpus als Grundlage für die Entwicklung einer neuen Variante mit einigen dieser etwas gemäßigteren klanglichen Eigenschaften zu verwenden, insbesondere im höheren Frequenzbereich. Er war auch davon überzeugt, dass die Gitarre gut in unsere American Dream-Serie passen würde, deren Modelle auf eine bodenständige, organische und unkomplizierte Ästhetik setzen in Kombination mit fachgerechten Eigenschaften, die insbesondere Musiker ansprechen, die regelmäßig auftreten.

Was die Auswahl der Holzkombinationen betrifft, hat Andy derzeitige Lieferkettenprobleme berücksichtigt (eine Kombination der Auswirkungen der Pandemie und der verstärkten Nachfrage) und erneut das Prinzip „man kocht mit dem, was auf Vorrat liegt“ verfolgt, das der Entstehung der American Dream-Serie als Grundlage diente. Im vorliegenden Fall hatten wir Ahorn auf Vorrat. Und angesichts des Sounds, den Andy erreichen wollte, hatte er das Gefühl, er könnte Ahorn nicht nur für die Decke, sondern auch Boden und Zargen der Gitarre verwenden. Unter normalen Umständen würden wir Ahorn nicht für die Decke einer Akustikgitarre verwenden (als Resonanzdecke kann dieses Holz etwas problematisch sein), aber mit der V-Class-Architektur war sich Andy sicher, dass er die Flexibilität der Decke ausreichend begrenzen könnte, damit sie sich klanglich gesehen anständig benimmt – insbesondere bei diesem Modell, wo er ja keinen so ausgeprägt lebendigen Klang ansteuert.

Eine weitere strategische Design-Entscheidung auf der Suche nach diesem Sound bestand in der Verwendung von unbeschichteten Nickel-Bronze-Saiten von D’Addario (0,012-0,053). Diese einzigartige Kombination von Legierungen verleiht der Gitarre eine andere Klangfarbe.

„D’Addario bezeichnet diese Saiten als Nickel-Bronze, weil sie die Farbe von mit Nickeldraht umwickelten Saiten haben, aber sie sind in der Tat eine Mischung von beidem“, erklärt Andy. „Die Saiten haben eine einzigartige Ansprache, wenn man sie auf eine Akustikgitarre aufzieht: Sie klingen nicht dumpf, haben aber nicht jene lebendige Präsenz, die man von einem neuen Set an Bronze-Saiten erwarten würde.“

Wie Andy in unserem Gespräch anschließend genau erklärt, neigen die Nickel-Bronze-Saiten dazu, einige hochfrequente Obertöne herauszufiltern, was den Klang weicher gestaltet. Seiner eigenen Erfahrung mit Studio-Aufnahmen entsprechend bevorzugt Andy Gitarrensaiten, die bereits etwas eingespielt sind, bevor er damit Aufnahmen macht.

„Ich ziehe es oft vor, wenn die Lebendigkeit des Klangs einen Touch gezügelt ist, damit man etwas mehr Holz und nicht so sehr das Metall der Saite hört“, sagt Andy.

Das Zusammenspiel aller einzelnen Entscheidungen, die Andy bei der Entwicklung traf – Korpusform, Tonhölzer, Anpassungen der Verstrebung, Material der Saiten – verleihen der AD27e Flametop eine in der Taylor Produktlinie einzigartige und sehr gefällige Stimme. Der Klang ist trockener, schwerer, ja ein wenig wie eine langjährig eingespielte Gitarre. Andy wählt dafür die folgenden Worte: „Mehr Lunge, weniger Stimmbänder.“

Es handelt sich dabei um ein Klangprofil, das eher Gitarristen anspricht, die normalerweise nicht den typischen „Taylor Sound“ mögen, weil sie ihn zu klar oder hell finden.

Andy vergleicht den Unterschied im Klang und die Art, wie Gitarristen auf die Flametop reagieren, mit der Art und Weise wie unterschiedliche fotografische Techniken verschiedene Empfindungen hervorrufen können.

„Stellen Sie sich ein Foto mit extrem hoher Auflösung vor“, sagt er. „Ich habe mir zum Beispiel so manch ein Foto von Wellen und Surfern angeschaut. Die Farben sind gestochen scharf, der Fokus perfekt, man kann beinahe jeden einzelnen Wassertropfen sehen. Jahrelang galt diese Art von Foto als goldener Standard für einen Schnappschuss eines Surfers auf einer Welle, weil das technisch eine Herausforderung darstellt.

„Ich fühle mich aber mitunter besonders stark angezogen von einem Foto, das etwas abgeschwächte Farben aufweist oder vielleicht eine Hintergrundbeleuchtung verwendet wurde und der Fokus ganz leicht verschwommen ist, weil damit das Foto aussagekräftiger wird und der Betrachter sich mehr angesprochen fühlt, als wenn ein technisch perfekter Fokus verwendet worden wäre“, meint er. „Es wird dadurch ein anderes Gefühl erfasst.“

Auf die gleiche Art, sagt Andy, seien die gewählten Hölzer, Designs, Saiten und Plektren wie unterschiedliche Beleuchtungsverhältnisse und Fokus beim Fotografieren.

„Unter bestimmten Umständen möchte man einen lebendigen, klaren und äußerst präzisen Klang, während in anderen Situationen ein anderer Sound sich besser eignet, um den Eindruck oder das Gefühl von dem zu vermitteln, was gerade passierte“, erklärt er. „Man erreicht auf diese Art ein menschlicheres Ergebnis. Dasselbe gilt übrigens auch für die Malerei: viele der beeindruckendsten Bilder vermitteln das mit der dargestellten Szene verbundene Gefühl viel besser als die realistischen Details derselben.“

Das ist eine interessante Einstellung, insbesondere wenn man bedenkt, dass die anhand von V-Class-Bracing ermöglichte verbesserte Präzision der Tonhöhe für Aufnahmen unheimlich praktisch ist, insbesondere im Rahmen der digitalen Technologie, wo die Tonhöhe elektronisch gesteuert werden kann und Akustikgitarren in mancher Hinsicht das schwache Glied darstellen können. Dennoch gilt für so manche ikonische Musik, die als besonders bewegend empfunden wird, dass sie wunderschön imperfekt ist – und somit umso menschlicher. Und Gitarristen lieben es, Gitarren zu entdecken, die einen einzigartigen, vielleicht aus konventioneller Sichtweise „defekten“ Klangcharakter aufweisen, weil dies dazu führt, dass sie eine neue Inspiration finden und auf andere Art spielen.

„Wir können uns mit diesen „Defekten” identifizieren, denn jeder Mensch auch aus einer Reihe an Defekten besteht“, sagt Andy. „Ich glaube das ist der Grund, warum wir daran Gefallen finden. Es fühlt sich wie eine Verwandtschaft an, die uns vertraut ist, und das kann der ideale Ausgangspunkt für einen bestimmten Song sein, den man gerade spielen möchte.”

Was den Look der Gitarre angeht, wollte Andy der AD27e Flametop eine ihrem klanglichen Charakter entsprechende Ästhetik verleihen. Das mit Holzzeichnungen versehene Ahorn-Griffbrett stellt da zweifellos die Grundlage dar. Er hat hier den verwitterten Charakter von oft getragenen Jeans oder Stiefeln mit einer neuen, dunklen, geräucherten Oberflächenbehandlung zusammen mit Shaded-Edgeburst und seidenmattem Glanz auf der Decke, den Zargen und dem Ahorn-Hals vereint. Wie auch bei anderen Modellen der American Dream-Serie, weist die Flametop abgeschrägte Korpuskanten, 4-mm-Punkt-Einlagen aus italienischem Acryl und integrierte ES2-Elektronik auf (ist auch ohne Elektronik erhältlich). Die Gitarre wird in einem Taylor AeroCase-Koffer geliefert.

AD22e

Eine Grand Concert mit Hartholzdecke gesellt sich zu der American Dream-Serie

Boden und Zargen: massives Sapelli

Decke: massives Mahagoni

Hals: Mahagoni

Griffbrett: Ebenholz von Crelicam

Andy liebt kleinere Gitarren mit Hartholzdecken, weshalb es ihm ein Vergnügen war, diese Grand Concert mit Mahagoni-Decke unserer American Dream-Serie hinzuzufügen.

„Ich finde die Kombination einer Hartholzdecke und einem kleineren Gitarrenkorpus wirklich spannend”, sagt er. „Es macht Spaß, eine solche Gitarre zu spielen, ihr Klang hat irgendwie einen Blues-Charakter und der kontrollierte Fokus des Korpus sorgt dafür, dass sie sich ideal für Fingerstyle-Musik oder Jazz eignet, und dennoch überzeugen sie auch beim Schrammeln von Akkorden. Die Kombination eignet sich wirklich gut für viele verschiedene Musikgenres.”

Die Holzkombination von Sapelli und Mahagoni betont den Grundton, was einen trockeneren, fokussierten und holzigen Klang mit angenehm kräftigem Mitteltonbereich ergibt, wenn man mal stärker anschlägt, insbesondere dank V-Class®-Bracing. Was den Spielkomfort betrifft, wartet dieses Instrument mit abgeschrägten Kanten und einem geschmeidigen Griffbrett dank seiner Mensur von 632 mm und den beschichteten dünnen Phosphorbronze-Saiten von D’Addario auf.

Weitere zu erwähnende Details sind die schwarze Randeinlage der Decke, 4-mm-Punkt-Einlagen aus italienischem Acryl, die Rosette aus einem einzigen Ring, der auf dem Kontrast von Ahorn und der Farbe schwarz basiert, ein Schlagbrett aus Imitationsschildkröte, eine dünne, matte Oberflächenbehandlung, die das natürliche Gefühl des Holzes erhält und gleichzeitig die akustische Ansprache verbessert sowie Stimmer aus Nickel. Die Gitarre ist auch mit integrierter ES2-Elektronik ausgestattet und wird in einem Taylor AeroCase geliefert.

GTe Blacktop

Walnuss verleiht der Stimme der GT einen besonderen klanglichen Umfang

Boden und Zargen: massive, amerikanische Walnuss

Decke: massive Fichte

Hals: Mahagoni

Griffbrett: Eukalyptus

Walnuss ist ein Tonholz, das ich häufig im Laufe der Jahre verwendet habe und angesichts der Tatsache, dass wir ein ausgewogenes, ausführliches Portfolio an verantwortungsvoll beschafften Holzarten anstreben, ist dies ein Holz, das einen namhafteren Platz in der Taylor Produktlinie verdient hat. Wir freuen uns, mit der GTe Blacktop die Kollektion, um eine weitere einzigartig klingende GT erweitern zu können und wir konnten einfach nicht widerstehen, was die Blacktop-Oberflächenbehandlung betrifft.

Was den Klang angeht, findet es Andy hilfreich, dieses Walnuss-Modell im Vergleich zu seinem Pendant, der GT aus Urban Ash, zu beschreiben.

„Im Zusammenhang mit der GT wirkt sich Urban Ash als Holz für Boden und Zargen so aus, dass beinahe der klangliche Charakter einer Flamenco-Gitarre erreicht wird”, sagt er. „Sie hat eine lebendige, schnelle Ansprache. Esche ist wie auch Mahagoni ein leichtes Holz und bietet einen dramatischen, schnellen und wachen Klang. Walnuss ist dagegen ein dichteres, ein wenig schwereres Holz, weshalb im Tieftonbereich etwas mehr Kraft erzielt wird. Der angeschlagene Ton ist anfänglich nicht so dramatisch, weist dafür aber ein wenig mehr Kraft auf. Wenn die Urban Ash-Version an eine Flamenco-Gitarre erinnert, dann klingt die Walnuss-Version eher wie eine klassische Gitarre, mit einem breiteren, ernsteren Gewicht hinter den Noten.”

Ganz wie es auch für unsere anderen GT-Modelle gilt, ist diese Gitarre aufgrund ihrer kompakten Abmessungen und des geschmeidigen Gefühls, das sie beim Spielen vermittelt, ein besonders einladendes Instrument, das dank ihrer C-Class-Verstrebung raumfüllend klingt und sich ausgezeichnet für den Anschluss an einen Verstärker eignet. Weitere zu erwähnende Details umfassen die abgeschrägten Korpuskanten, eine Rosette in kontrastreichem schwarz und Ahorn, 4-mm-Punkt-Einlagen aus italienischem Acryl, eine dünne, matte Oberflächenbehandlung mit schwarzer Decke sowie Mini-Stimmer aus Nickel von Taylor. Die Gitarre ist auch mit integrierter ES2-Elektronik ausgestattet und wird im leichten, aber stabilen Taylor AeroCase geliefert.

GTe Mahogany

Mit ihrem rauen, bodenständigen Charakter fühlt sich diese GT in ihren Händen besonders lebendig an

Boden und Zargen: massives neotropisches Mahagoni

Decke: massives neotropisches Mahagoni

Hals: neotropisches Mahagoni

Griffbrett: Eukalyptus

Unsere GT-Familie ist für 2022 angenehm gewachsen, insbesondere mit der Erweiterung um dieses Modell, das insgesamt aus Mahagoni besteht. Diese Gitarre hat einen unverkennbaren Blues-Charakter und eignet sich genauso gut für Fingerpicking, Flatpicking oder zum Schrammeln, wobei die Mahagoni-Decke den anfänglichen Attack der Noten etwas abrundet, um einen holzigen, fokussierten Ton zu produzieren, der über das gesamte Frequenzspektrum ausgewogen ist. Das geschmeidige Gefühl, das sie aufgrund der Mensur der GT von 613 mm vermittelt, macht das Greifen von Akkorden und das Ziehen von Saiten besonders leicht. Es macht ebenso viel Spaß, die Gitarre zu verstärken, wobei die natürliche Kompression der Mahagoni-Decke bei der Verstärkung einen klaren, natürlichen Sound ergibt, auch dank der integrierten ES2-Elektronik.

Die Ästhetik des Instruments ist bodenständig und unkompliziert, wobei unsere Urban Sienna-Tönung (erstmalig verwendet bei der GT Urban Ash) und die dünne, matte Oberflächenbehandlung die natürliche Holzmaserung des Korpus und des Halses aus Mahagoni betonen, die man beim Spielen beinahe fühlen kann. Das Griffbrett, die Brücke und die Kopfplatte aus Eukalyptus bereichern das Gesamtbild um eine leichte Panaschierung, während die abgeschrägten Kanten des Korpus die abgespeckte Ausführung unterstützen. Ganz wie ihr Zwilling mit schwarzer Decke, verfügt die GTe Mahogany ebenfalls über eine Rosette aus Ahorn und kontrastierendem schwarz, 4-mm-Punkt-Einlagen aus italienischem Acryl, sowie Mini-Stimmer aus Nickel von Taylor und wird auch in unserem beliebten AeroCase geliefert.

GT 611e LTD

Inspiriert von der 618e, macht diese GT aus Ahorn auf ihre eigene Art auf sich aufmerksam

Boden und Zargen: massiver, gezeichneter großblättriger Ahorn

Decke: massive Sitka-Fichte

Hals: Hard-Rock-Ahorn

Griffbrett: geräuchertes Ebenholz von Crelicam

Als limitierte Auflage sollte dieses GT-Modell als Bonus-Gitarre für den Start in das neue Jahr 2022 eingestuft werden. Sie stellt im Grunde eine spannende Variation unserer Grand Orchestra 618e aus Ahorn/Fichte dar, die mit den kompakten Abmessungen der GT erschwinglicher gemacht wird.

Nachdem er sie im Jahr 2020 überarbeitet hat, war Andy sehr zufrieden mit dem ausgefallenen Erscheinungsbild der 618e, mit ihrem Farbverlauf im Ton „Antique Blonde“ und den mutig markanten Mission-Inlays (die wir in unserer Cover Story zum Thema Kunst der Einlagen in der letzten Ausgabe genauer vorgestellt haben). Wenn man bedenkt, dass der Korpus der GT von der Form der Grand Orchestra abgeleitet ist, dann konnte Andy der Idee nicht widerstehen, eine GT aus Ahorn/Fichte mit demselben Look zu schaffen. Während sie es klanglich natürlich nicht mit ihrer größeren Schwester aufnehmen kann, verfügt diese GT dank der C-Class-Verstrebung dennoch über beeindruckendes Volumen und klangliche Tiefe. Darüber hinaus ist es aufgrund ihrer handlichen Abmessungen ein Vergnügen, auf der GT zu spielen.

„Sie vermittelt das Gefühl, die Größe der Grand Orchestra auf ein für uns gewöhnliche Sterbliche geeignetes Maß herabzusetzen“, spaßt Andy. „Dann kommt das sportliche Spielgefühl, das geschmeidige Griffbrett und alles, was wir an der GT so sehr schätzen, hinzu, gepaart mit dem eindrucksvollen Erscheinungsbild der 618.“

Ganz wie bei der 618 verleiht das Finish im Ton „Antique Blonde“ dieser Gitarre eine dezente Schönheit, mit ihrer sanften Schattierung der Kanten der Decke, den warmen goldenen Grundfarbtönen des Bodens und der Zargen, womit die schönen Holzzeichnungen des Ahorns betont werden. Weitere Details der Verzierung, die von der 618e abgeleitet sind, umfassen Ahornstreifen mit Koa und Ivoroid, eine Rosette aus Paua mit Koa und Ivoroid, ein Schlagbrett aus geflecktem Ahorn sowie die Vollglanz-Oberflächenbehandlung ihres Korpus. Die Gitarre ist auch mit Taylor Mini-Stimmern aus Nickel ausgestattet und wird in unserem AeroCase geliefert.

Sie finden alle diese Gitarren bei einem Taylor Händler in Ihrer Nähe. Besuchen Sie taylorguitars.com für weitere Fotos und vollständige Daten zu den einzelnen Modellen.

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Die Unternehmungen bei Taylor in Sachen Einlagen lassen eine facettenreiche Vergangenheit erkennen, gepaart mit kompromissloser Handwerkskunst und einer Vorliebe für ästhetisches Gleichgewicht.

Bob Taylor sitzt in seinem Büro und lässt seine Gedanken durch ein halbes Jahrhundert Geschichte des Einlagendesigns bei Taylor wandern, angefangen mit seinen ersten Schritten als jugendlicher Gitarrenbauer. Irgendwann wird die bekannteste Einlage des Unternehmens überhaupt angesprochen: das Kopfplattenlogo, das jede jemals gebaute Taylor ziert. Die ursprüngliche Version wurde inspiriert vom Logo eines Thermometers, das in einem Laden in Lemon Grove, Kalifornien, hing – dem Geburtsort des Unternehmens in 1974.

„Ich habe hunderte dieser Einlagen mit einer Säge und einer Feile ausgeschnitten“, erzählt er, während er sich dem Whiteboard an der Wand nähert. „Ich habe sie früher selbst gezeichnet, und dabei immer hier unten links angefangen“, erklärt er und zeichnet den gesamten Umriss des Logos auswendig, obwohl er diese Einlage schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausgeschnitten hat. „Sie ist so stark in mein Gedächtnis eingeprägt, dass ich in dieser Ecke anfangen und sie in einem Zug zeichnen kann. Ich könnte das praktisch mit geschlossenen Augen machen.“

Das Design von Einlagen (auch als Inlays bekannt) für Gitarren ist ein sehr ergiebiges Gesprächsthema: eine Kunst für sich, buchstäblich in die Kunst des Gitarrenbaus integriert. Auch wenn der ästhetische Ansatz elegant minimalistisch sein kann, wobei die edlen Kurven und Tonhölzer einer Gitarre praktisch den Ton angeben, gilt für die Mehrheit der Inlays, die als „Kunstwerke unter den Einlagen“ zu Ruhm gekommen sind, dass sie auf ausgeprägt malerischen, narrativen und stark personalisierten Zeichnungen basieren – ein Ausdruck von außergewöhnlicher Handwerkskunst im Herstellen von Inlays. Wenn Sie diese Art von Kunst mögen, sind Ihnen wahrscheinlich die Arbeiten von Meistern im Einlagendesign wie Grit Laskin, Harvey Leach oder Larry Robinson bekannt, oder vielleicht Larry Sifel oder Wendy Larrivee.

„Ich erinnere mich daran, wie ich Wendy beim Eingravieren der Abbildung eines Hofnarren in eine Perlmutt-Blockeinlage zuschaute“, erzählt Bob, der ihr Talent bewundert. „Diese Art von Arbeit wurde praktisch zu einer verlorenen Kunst.“

Was Taylor betrifft, ist natürlich der Versuch, 50 Jahre Inlay-Design in einem einzigen Artikel zusammenzufassen, ein fast unmögliches Unterfangen, aus dem ein Buch mit der Stärke eines Romans hervorgehen würde. Aber unabhängig von der riesigen Anzahl an Einlagen, die Taylor im Laufe der Jahre entworfen hat, können wir unsere Aufmerksamkeit auf mehrere interessante Handlungsstränge richten. Dazu zählt die Weiterentwicklung unserer Handwerkstechniken: Während Bob in den frühen Jahren Perlmutt noch in Handarbeit mit einer Juweliersäge bearbeitete, verlassen wir uns bei unseren gegenwärtigen Produktionsprozessen auf CAD/CAM, CNC und Lasertechnologie. Weiterhin erwähnenswert sind die ästhetischen Feinheiten, die wir bei Taylor kontinuierlich verbessert haben, stets im Einklang zu dem für die jeweilige Zeit oder Strategie relevanten Stil. Und schließlich gilt es, von den Menschen zu berichten, die im Laufe der Jahre das Designteam von Taylor mit ihren einzigartigen künstlerischen Vorstellungen und Talenten bereichert haben: von Bob, in Zusammenarbeit mit Larry Breedlove, seinem langjährigen Kollegen im Bereich Kreativität, über Pete Davies Jr., der einige der optisch auffälligsten Inlays von Taylor schuf, bis hin zu unserem derzeitigen Gitarren-Architekten, Andy Powers, dessen ausgeklügelte visuelle Details eine harmonische Verbindung zwischen dem musikalischen Charakter einer Gitarre und ihrer ästhetischen Eigenschaften schaffen.

Die schützende Funktion von Inlays

Aber bei der Inlay-Kunst geht es nicht nur um Verzierung: Einige Einlagen, wie zum Beispiel die Rosette, spielen in der Tat eine wichtige Rolle, wenn es um den Schutz der akustischen Gitarre vor Rissbildung geht.

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Eine ereignisreiche Geschichte der Einlagenkunst

Um das Herangehen von Taylor an das Design von Einlagen zu veranschaulichen, könnte es hilfreich sein, den geschichtlichen Rahmen der Einlagenkunst in der Welt des Instrumentenbaus zu erläutern. Die Tradition der Einlagenkunst für Akustikgitarren mit Stahlsaiten spiegelt eine faszinierende Kreuzung verschiedener Traditionen von Musikinstrumenten wider, die ein halbes Jahrtausend zurückreichen. Im Laufe der Jahrhunderte gab es in der Welt des Geigenbaus verschiedene Höhen und Tiefen, was die Verzierungen betrifft. Im Barock, zum Beispiel, wurden Geigen oft mit ausgiebigen Verzierungen geschmückt, im Laufe der Zeit ging diese Tradition allerdings größtenteils verloren, woraufhin das Griffbrett normalerweise frei von Einlagen war. Stattdessen konzentrierten sich die Geigenbauer darauf, einzelne dekorative Akzente zu setzen, wie zum Beispiel Randeinlagen.

„Instrumentenbauer setzten nun auf Randeinlagen und Kantenveredlung, um ihre Fertigkeiten hervorzuheben“, erklärt Andy Powers, Meister im Gitarrendesign bei Taylor. „Sie machten es sich zur Aufgabe, die perfektesten Randeinlagen anzustreben, was natürlich auch entsprechend künstlerische Schnitt- und Verbundformen erforderte – die Abmessungen, die Proportion und das Aussehen der Verbindungsstellen der einzelnen Teile.“

Was die Gitarre betrifft, finden wir Beispiele für stark verzierte Instrumente, wenn wir ihre Geschichte bis hin zu den Anfängen zurückverfolgen, als sie aus der Tradition der Lauten und Ouds entstanden. Es wurden aber auch Instrumente mit bescheidenen Verzierungen für die Folkmusiker der jeweiligen Epoche gebaut.

Für die Tradition der klassischen Gitarre gilt, dass Gitarrenbauer dem Beispiel der Geige folgten, indem sie das Griffbrett frei von Verzierungen hielten und ihre Einlagenkünste auf kreative und elegante Randeinlagen beschränkten, während sie gleichzeitig schöne und komplexe Mosaik-Inlays für die Rosette kreierten, um ihr handwerkliches Geschick zur Schau zu stellen.

Auf Banjos spezialisierte Instrumentenbauer in den USA, insbesondere in den 1920er Jahren zu Zeiten des amerikanischen Dixieland Jazz, setzten auf extravagante Verzierungen, die häufig fein ausgearbeitete Inlays, auch auf dem Griffbrett, umfassten. Diese Ästhetik wurde rasch auch von Gitarrenbauern auf Akustikgitarren mit Stahlsaiten übertragen, um Banjospieler anzulocken. Diese Tendenz wurde unter anderem von Gibson und Epiphone angeführt, da diese sowohl Banjos als auch Gitarren bauten.

„Wenn wir uns ein Banjo oder eine Mandoline mit kunstvollen Einlagen von Gibson aus den frühen Jahren des Unternehmens anschauen, ist leicht zu erkennen, dass die Übertragung dieser Verzierungen auf Gitarren keinen großen Schritt darstellte“, sagt Andy. „Auch wenn Gitarren mit flacher Decke immer wieder mit solchen Einlagen versehen wurden, konzentrierten sich sowohl Gibson als auch Epiphone darauf, Gitarren mit gewölbter Decke (Archtop) zu bauen, die von Musikern bevorzugt wurden, die vorher Banjo gelernt hatten. Die optische Gestaltung dieser Gitarren wurde häufig im Stil des damals beliebten Art Déco ausgeführt, ganz im Einklang zur farbenfrohen und auffälligen Ästhetik des Jazz-Zeitalters. Dieses Verlangen, optisch im Vordergrund zu stehen, sollte die wachsende Bedeutung der Gitarre im Kontext einer Band zusätzlich betonen.“

Die Geschichte der Einlagen bei Taylor

In den frühen Tagen des Unternehmens Mitte der siebziger Jahre, fügt Bob Taylor nun hinzu, war es in zweierlei Hinsicht lohnenswert, eine Gitarre mit Einlagen zu versehen: Auf der einen Seite konnte der junge Bob damit seine kunsthandwerklichen Fertigkeiten in der Holzbearbeitung verfeinern, auf der anderen Seite etwas mehr Geld für eine Gitarre erhalten, damit das Unternehmen leichter die Miete tragen konnte.

„Ich konnte zum Beispiel die Kanten der Decke mit Abalone verzieren und ein paar weitere Inlays hinzufügen, um das Instrument aufzuwerten – eine Gitarre, die vorher 600 Dollar eingebracht hätte, konnte dann für 900 Dollar verkauft werden“, erklärt Bob.

Greg Deering – der sich auf Banjos spezialisiert hatte – war für Bob in den Anfängen seiner Laufbahn ein wichtiger künstlerischer Einfluss, was das Design von Einlagen betraf. Er lernte ihn im Gitarrenladen American Dream kennen, wo Deering für Reparaturen zuständig war. Deering war später auch für kurze Zeit bei dem jungen Unternehmen Taylor Guitars in der Reparaturabteilung tätig, bis er schließlich Deering Banjos gründete.

„Ich glaube, mein Glück bestand darin, dass Greg zunächst im Geschäft arbeitete und dann selbst eine Werkstatt ganz in unserer Nähe eröffnete”, meint Bob, „denn Greg ist ein fantastischer Inlay-Designer.“

Viele der frühen Ideen für Einlagen von Bob wurden von visuellen Elementen inspiriert, die er im Laufe des Alltags wahrnahm – wie zum Beispiel ein Fragment einer mexikanischen Fliese, fügt er hinzu. In anderen Fällen wiederum kam die Inspiration von traditionellen Designideen, die gut zur Gitarre passen, wie Blätter, Weinreben oder anderen Themen aus der Botanik.

„Wenn man Blätter als Motiv nimmt, sieht das Ergebnis oft gleich nach dem ersten Eingravieren schon sehr gut aus, und wenn nicht, kann man die Schnitte korrigieren“, erklärt Bob. „Früher, als wir die Einlagen in Handarbeit ausführten, konnte man richtig tief in die Blätter schneiden. Als wir dann anfingen, CNC-Maschinen für das Schneiden zu verwenden, war dies zunächst nicht mehr möglich, weil es damals für diese Art von Arbeit keine wirklich guten Klingen gab – sie hatten einen ziemlich großen Durchmesser, was zu einem beträchtlichen Verlust von Details führte. Die Klingen wurden dann aber schließlich besser, was dazu führte, dass wir wieder einige dieser Details zurückgewinnen konnten.“

Larry Breedlove setzt Zeichen

Um 1983 wurde der talentierte Kunsthandwerker und Instrumentenbauer Larry Breedlove in das Team bei Taylor aufgenommen. Im Laufe der sich anschließenden dreißig Jahre sollten die Entwürfe, die er mit Bob zusammen erarbeitete, das elegante Erscheinungsbild definieren, das man mittlerweile von Taylor Gitarren gewohnt ist – seien es nun die geschmeidigen Kurven der verschiedenen Korpusmodelle, die Form unseres ikonenhaften Stegs oder die unzähligen Einlagen von Taylor. Breedlove ergänzte die Form unserer Gitarren um eine einzigartige organische, architektonische und plastische Sinnlichkeit. Seine Leidenschaft für Holz und innovatives Möbeldesign bestimmten ganz klar seine ästhetische Herangehensweise an das Design akustischer Gitarren.

„Larry war eine Art moderner Möbeldesigner“, erzählt Bob. „Die Möbel, die er baute, waren zwar etwas kantiger, hatten aber mit einem Schaukelstuhl von Sam Maloof einiges gemein“, meint Bob. „Seine Kreationen hatten eine organische Ausstrahlung, wie Gaudi, erinnerten aber nicht an Zweige. Sie waren modellierter und feiner, wodurch ihr Charakter irgendwo zwischen organisch und mechanisch lag. Seine Vorstellungen und Ideen bezüglich der Form haben mir immer sehr gefallen. Und diese Ästhetik eignete sich wirklich gut für die Arten von Inlays, die wir verwendeten. Man könnte also sagen, dass wir auf diese Weise einige der älteren Banjo-Einlagen modernisiert haben.“

Breedlove übernahm auch viele der kundenspezifischen Inlay-Designaufträge, die seit Mitte der achtziger Jahre mit der Taylor’s Artist Serie aufkamen (was auch einige grenzensprengende farbige Beschichtungen für Künstler wie Prince, Kenny Loggins und Jeff Cook von der Band Alabama umfasste). Im Laufe der Zeit begann Breedlove, alternative Materialien für Einlagen zu verwenden, um seine Farbpalette noch weiter auszudehnen.

Neue Werkzeuge, neue Inlay-Designs

Die neunziger Jahre waren für Taylor Guitars in vielerlei Hinsicht ein Jahrzehnt des Wandels. Zunächst einmal verzeichnete die akustische Gitarre ein Wiederaufleben ihrer Beliebtheit – teilweise aufgrund der im Kabelfernsehen beliebten Sendung MTV Unplugged -, nachdem sie ein ganzes Jahrzehnt in einer Art Schlummer verbracht hatte, was ihre Marktgängigkeit betraf. Nach einem Jahrzehnt, das von Synthesizern, elektronischen Drummachines und Hair Metal dominiert wurde, eroberte die Akustikgitarre wieder ihren Status als cooles Instrument zurück, begünstigt durch die neue Tendenz einiger Rockbands, bestimmte Hits in der Instrumentierung zu vereinfachen, um intime akustische Aufführungen zu ermöglichen. Viele Rockmusiker machten dabei die erfreuliche Entdeckung, dass die schlanken Profile der leicht bespielbaren Hälse von Taylor Gitarren ein ähnliches Gefühl wie bei E-Gitarren vermittelten. Andere aufstrebende Künstler, wie zum Beispiel die Dave Matthews Band, machten die Akustikgitarre zum Zentrum ihrer Musik (da passte es gut, dass die Dave Matthews Band für ihre Live-Konzerte seit den neunziger Jahren auf Taylor Gitarren setzte).

Während unsere Gitarren immer beliebter wurden, führten wir auch hochmoderne Werkzeuge und Technologien in den Design-, Produktentwicklungs- und Fertigungsverfahren ein. Computergesteuerte Fräsen und Lasertechnologie ermöglichten neue Maßstäbe an Präzision und Konsistenz im Gitarrenbau. Sie erwiesen sich auch als wegweisende Werkzeuge für die Erstellung von Inlays. Mit einer CNC-Fräse war es möglich, Perlmutt- oder Abalone-Einlagen (und die Vertiefungen, in denen sie eingesetzt werden) präziser auszuschneiden.

„Im Zuge der Einführung von CNC“, erklärt Bob, „waren wir nun imstande Einlagen für unsere Gitarren der höheren Preisklassen zu entwerfen, die noch etwas attraktiver und schicker waren. Selbst wenn wir einen Drittanbieter damit beauftragten, Inlays an einem völlig anderen Ort für uns anzufertigen, konnten wir uns darauf verlassen, dass diese anschließend in die Vertiefungen passen würden, die wir mittels einer CNC ausgeschnitten hatten. Es war genauso, wie wenn man einen Vergaser für ein Auto bestellt: nach dem Auspacken und anschließendem Einbau ist es selbstverständlich, dass er passt. Während zuvor jede neue Einlage beinahe einen totalen Neuanfang darstellte.“

Die Einführung des Lasers ebnete außerdem den Weg zu neuen Materialien für Einlagen, jenseits des traditionellen Perlmutts, wie zum Beispiel verschiedene Hölzer und synthetische Materialien wie Formica® ColorCore®. Und dank des sehr geringen Querschnitts eines Laserstrahls (0,02 cm) in Kombination mit der präzisen Steuerung, konnten Laser auch eingesetzt werden, um Details in bestimmte Inlay-Materialien, wie Holz oder Acryl, einzugravieren, um ein noch besseres Ergebnis zu erzielen.

Mitte der neunziger Jahre, als das Unternehmen so richtig in Fahrt kam, zusätzlich gestützt durch die erfolgreiche Einführung der Grand Auditorium, setzte Taylor darauf, zusätzliches kreatives Personal für kundenspezifische Design- und Inlay-Aufträge einzustellen. Bis zum Ende des Jahrzehnts hatte Taylor Guitars seine Mittel zur Erstellung optisch ansprechender Inlays sowohl für die Standardmodelle als auch für limitierte Editionen und kundenspezifische Designs deutlich verbessert. In den darauffolgenden Jahren hat sich das Unternehmen im Zuge der aktiv gepflegten Beziehungen zu bekannten Künstlern zunehmend mit diesen neuen Designwerkzeugen befasst, um eine Reihe malerischer Inlays für Gitarren mit Künstlersignatur oder grafisch thematisierte Modelle in limitierter Edition zu schaffen.

Eines der aufwendigsten thematisierten Inlay-Designs jener Zeit wurde für die Cujo-Gitarre erstellt (Markteinführung im Jahr 1997), deren Boden und Zargen aus dem schön gezeichnetem Walnussholz eines Baumes bestanden, der auf einer Farm in Nord-Kalifornien gestanden hatte. Der Name Cujo stammt daher, dass dieser Baum in Szenen in der Verfilmung des Romans „Cujo“ von Stephen King (1983) erscheint, die sich um einen Bernhardiner dreht, der von einer tollwütigen Fledermaus gebissen wurde und daraufhin eine Mutter und ihren Sohn in Angst und Schrecken versetzt. Die Einlagen stellten narrative Elemente der Story dar: den Hund, die Fledermaus, eine Hütte und den Walnussbaum selbst, wofür eine Vielzahl verschiedener Hölzer, Muscheln und andere Materialien verwendet wurden. Dank der Konsistenz der verwendeten Technologien für diese Inlays waren wir in der Lage, insgesamt 250 solche Gitarren zu bauen.

Zu den wichtigsten Inlay-Künstlern jener Zeiten bei Taylor zählt darüber hinaus Pete Davies Jr., der mit jungen Jahren gleich nach Abschluss seines Studiums in Design um 1999 bei Taylor aufgenommen wurde und mit seinem Talent ein Händchen dafür hatte, Kunst zu schaffen, die auf optisch ansprechende malerische Inlays übertragen werden konnte. Langjährige Fans von Taylor Gitarren werden sicherlich seine Arbeit kennen. Sein erstes Einlagen-Design hatte Koi-Karpfen als Motiv und wurde für unsere in limitierter Anzahl gefertigte „Living Jewels“-Gitarre erstellt, die erste Ausführung eines Modells, das später zu unserer Gallery-Serie wurde. Farbenfrohe Koi-Karpfen „schwimmen“ entlang des Griffbretts und um das Schallloch dieser Gitarre herum, deren Korpus aus Ahorn mit Holzbildern und Sitka-Fichte besteht und blau gebeizt wurde, um Wasser zu simulieren. Für die Einlagen wählte Davies synthetische Materialien: ColorCore, Imitationsperle und ein Verbundwerkstoff aus Türkis, Koralle und Stein vermischt mit Harz. Die Gitarre sah fantastisch aus, was auch für die anderen Modelle der Gallery-Serie galt: das zweite Modell war mit Einlagen mit Meeresschildkröten im Griffbrett und einem weiteren Inlay mit einer Schildkröte und einer Qualle auf der Rückseite des Bodens aus sandfarbenem gemaserten Ahorn versehen. Eine dritte limitierte Auflage dieser Sammlung, die Grauwal-Gitarre, wartet mit Inlays auf, die Wale darstellen sowie einer beeindruckenden Rosette mit einer Galeone, die sich an einer Stelle bis in das Schallloch erstreckt.

Ein weiteres aufwendiges Inlay-Design von Davies schmückte die Liberty Tree-Gitarre, die aus Holz von einem 400 Jahre alten Tulpenbaum in Annapolis, Maryland, gefertigt wurde, unter dem sich früher Patrioten während der amerikanischen Revolution um 1776 versammelten. Das von Davies entworfene Inlay-Schema zelebriert die historische Bedeutung des Baums, indem auf der Kopfplatte die erste Version der amerikanischen Flagge nach der Revolution abgebildet ist und sich eine lasergravierte, schöne verzierte Unabhängigkeitserklärung über das Griffbrett bis zur Resonanzdecke erstreckt. Darüber hinaus wartet dieses Modell mit einer Rosette auf, auf der die 13 Sterne abgebildet sind, die für die ursprünglichen Kolonien stehen, sowie ein Banner aus der Kolonialzeit, das vom Ende des Griffbretts ausgeht und über ein Stück der Rosette hinausreicht. Die historische Bedeutung des Holzes gepaart mit der ehrenden Inlay-Kunst machen diese Gitarre zu einem ganz besonderen Instrument.

Davies schuf weitere Custom-Designs für Modelle limitierter Editionen: für unsere Hot-Rod-Gitarre (HR-LTD) in limitierter Produktion, die von alten Hot-Rod-Autos inspiriert wurde, schuf er Inlays mit Flammen (aus Holz) entlang des Griffbretts und um das Schallloch herum; für unsere Running-Horses-Gitarre (RH-LTD) schuf er ein wunderschönes Inlay mit Pferden aus Ahorn und Koa; weiterhin stammt von ihm eine Einlage aus Koa, Walnuss, Seidenholz und Myrte, die einen Pelikan darstellt.

Nach fünf Jahren, im Jahre 2004, entschloss sich Davies, das Unternehmen zu verlassen, um seine Laufbahn anderweitig fortzusetzen. (Leider ist er im Jahr 2014 mit nur 37 Jahren verstorben).

Unsere Neuverpflichtung zum Gitarrenbau

Als Pete Davies Jr. das Unternehmen verließ, konnte man bei Taylor Guitars bereits auf einen Abschnitt von bedeutendem Wachstum zurückblicken. Das Unternehmen war auch künstlerisch bis an die Grenzen des Machbaren gegangen, indem zahlreiche kundenspezifische Inlays für Künstler erstellt wurden und eine Menge besonderer Gitarrenmodelle als limitierte Editionen angeboten wurden. Jetzt wo Davies nicht mehr dabei war, entschlossen sich Bob Taylor, Larry Breedlove und ein paar weitere Mitglieder des Produktentwicklungsteams, die zu verfolgende Strategie zu prüfen und die Vor- und Nachteile abzuwägen, die aus der fortlaufenden Investition in diesen ästhetischen Ansatz und den Betrieb eines robusten Custom-Programms entstehen würden.

„Wir hatten diesen Bereich entsprechend ausgebaut, geschäftlich ausgereizt und konnten eine gewisse Zeit lang gute Ergebnisse erzielen, aber ich bekam langsam das Gefühl, dass wir uns damit irgendwie festgefahren hätten“, sagt Bob. „Wir haben versucht, die Sache rentabel zu machen. Es gab ein paar Leute, die einige wirklich schicke und wertvolle Gitarren im Sinn hatten, wobei es egal war, wie viel sie kosten würden. Aber selbst mit den Preisen, die wir am Ende verlangten, haben wir nicht wirklich Gewinn machen können und die Kosten dieser Gelegenheit waren schließlich beträchtlich, da wir Monate lang nicht mit Larry rechnen konnten, während dieser in einer Art schwarzem Loch der kundenspezifischen Designanforderungen festgehalten wurde.

„Ich war nicht daran interessiert, dass Andy hier bei Taylor als König der Einlagen bekannt würde. Ich wünschte mir vielmehr, dass man ihn als den Menschen betrachtet, der fortwährend die Grenzen der Gitarre sprengt.“

Bob Taylor

In der Zwischenzeit arbeiteten wir bei Taylor weiterhin daran, unsere Gitarren innovativ weiterzuentwickeln. Im Jahr 2005 stellte das Unternehmen die elektrische/akustische T5 mit Hohlkörper vor. Der Grand-Symphony-Korpus, entworfen von Bob und Larry Breedlove, folgte ein Jahr später und danach kamen weitere neue Modelle, einschließlich einer 8-saitigen Baritongitarre und im Jahr 2010 die GS Mini, ebenfalls eine Entwicklung von Bob und Larry.

Zu jener Zeit wandte sich Bob an Andy Powers, ein in der Nähe ansässiger, talentierter Gitarrenbauer, und lud ihn dazu ein, dem Unternehmen beizutreten, um die Rolle des Gitarrendesigners der nächsten Generation bei Taylor einzunehmen. Andy sagte zu und fing seine Arbeit offiziell im Januar 2011 an.

„Nachdem Andy sich unserem Unternehmen angeschlossen hatte, haben wir beschlossen, uns nicht weiter auf maßgeschneiderte Gitarren mit unzähligen Inlays zu konzentrieren und insbesondere nicht zu versuchen, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das auf kundenspezifischen Gitarren basiert, deren Schwerpunkt kunstvolle Einlagen ausmachen“, sagt Bob. „Andy ist ein unglaublich guter Gitarrenbauer, und ich war bereit, unseren Fokus erneut auf die Qualität der Gitarre als Musikinstrument zu richten, anstatt sie als eine Art Schmuckstück zu betrachten. Man kann unheimlich viel Energie damit verbrauchen, das für kunstvolle Einlagen erforderliche talentierte Personal zu beschaffen und zu verwalten. In jener Zeit waren wir davon überzeugt, dass wir zwar elegante Inlays für unsere Gitarren erstellen, aber größtenteils die thematischen Sonderausführungen meiden sollten, um die wir uns früher bemüht haben.”

Eine Ironie dabei war, fügt Bob hinzu, dass Andy nicht nur ein fantastischer Instrumentenbauer ist, sondern obendrein ein talentierter Einlagenkünstler, der beeindruckend malerische Themen umsetzen kann.

„Er konnte eindrucksvolle Inlays schaffen, wie zum Beispiel ein über die Gitarre laufender Tiger“, sagt Bob. „Aber ich war nicht daran interessiert, dass Andy hier bei Taylor als König der Einlagen bekannt würde. Ich wünschte mir vielmehr, dass man ihn als den Menschen betrachtet, der fortwährend die Grenzen der Gitarre sprengt, sie langlebiger macht, ja bessere Gitarren baut als jene, die wir bei Taylor vor seiner Ankunft bauten. Beide waren wir davon überzeugt, dass wir auf diese Weise unsere Kunden am besten bedienen könnten.”

Andys Offenbarung zum Thema Einlagen

Andy ist stolz auf die maßgeschneiderten Einlagen für Gitarren, die er vor seiner Laufbahn bei Taylor gebaut hat. Und das mit gutem Grund. Seine Arbeiten sind nicht nur atemberaubend für den Betrachter, sondern wurden ausschließlich per Hand gezeichnet und ausgeschnitten.

„Manuell ausgearbeitete Inlays haben mir immer schon gefallen, es ist eine Tradition, die ich bewundere“, sagt er. „Ich habe mit einer Juweliersäge und ein paar winzigen Feilen gearbeitet. Ich hätte dieselbe Arbeit genauso gut im 18. Jahrhundert verrichten können.”

Wegen der Art der Einlagen, die seine Kunden sich für ihre Gitarren wünschten, sieht Andy Parallelen zu der modernen Tattoo-Kunst.

„Denken Sie mal an die Vielfalt der Tätowierungen, die manche Menschen sich machen lassen“, sagt er. „Da bekommt man praktisch alles zu sehen – von den Namen ihrer Kinder, bis hin zu Abbildungen ihrer Lebenserfahrungen, Inspirationen, Mottos und Überzeugungen. Viele Menschen sehen Inlay-Kunst auf eine ähnliche Art – sie möchten, dass ihr Instrument die Story ihres Lebens erzählt… dazu gehören Lebenserfahrungen, schwierige Zeiten, Erfolge und auch Versagen, alles in angemessenem Maß. Das lag mir immer schon sehr nahe, weil ich den menschlich relevanten Aspekt dieser Arbeit genieße.”

Ihm gefällt auch die künstlerische Herausforderung, einen Weg zu finden, die Lebensgeschichte einer Person abzubilden, wobei er sich stets mit den Einschränkungen des Mediums und der Materialien auseinandersetzen muss, darüber hinaus handelt es sich um Handarbeit. Aber dann offenbarte sich Andy ein anderer Anblick seiner Herangehensweise an Einlagen, nachdem er in seiner Werkstatt einen ganz besonderen Besuch bekam: der inzwischen verstorbene Bill Collings von Collings Guitars.

„Für ein jedes Einlagendesign gilt, dass es eine gewisse Vorstellung davon liefern sollte, wie die Gitarre klingt und sich anfühlt.“

Andy Powers

„Er schaute sich eine Gitarre an, die ich gerade für einen Kunden baute“, erinnert sich Andy. „Ich hatte wochenlang an diesem höchst aufwendigen Inlay gearbeitet und war stolz darauf. Nachdem er sich diese Gitarre ausgiebig angeschaut hatte, spricht mich Bill darauf an: «Das ist eine außergewöhnlich schöne Arbeit. Aber an deiner Stelle würde ich mir Gedanken darüber machen, was mit dieser Gitarre passiert, wenn sie eines Tages den Besitzer wechselt, denn Musiker werden eine solche Gitarre weitaus länger spielen wollen, als du denkst». Es folgten darauf einige Minuten des Schweigens, während ich darüber nachdachte, bis ich dann antwortete. «Ok, anders ausgedrückt: niemand würde sich eine Tätowierung mit dem Namen der Mutter eines anderen Menschen an seinem Arm wünschen?» was er mit »Ganz genau», bestätigte.

In den darauffolgenden Jahren hat sich diese Bemerkung als zutreffend erwiesen, erzählt Andy, indem Gitarren, die er für Kunden angefertigt hatte, an deren Kinder weitergeben wurden.

„In einem Fall hat mir der Gitarrist, der am Ende die Gitarre erhielt, mitgeteilt: »Mir gefällt die Gitarre sehr, aber sie erzählt die Geschichte meines Vaters, nicht wirklich meine eigene». Diese Erfahrung führte dazu, dass ich mich wieder der traditionellen Seite des Einlagendesigns zugewendet habe und mich auf Themen konzentriert habe, an denen mehr Menschen Gefallen finden würden. Klassische Motive, wie Motive aus der Botanik und bestimmte impressionistische Formen, sind natürlich fast immer eine gute Wahl.”

Das erinnert Andy an eine Reise vor ein paar Jahren nach Cremona, Italien, auf der er die Gelegenheit hatte, sich eine wunderschöne Stradivarius aus nächster Nähe anzuschauen.

     „Sie war wirklich auffallend und künstlerisch verziert, was nicht üblich war“, erinnert er sich. „Es gab handbemalte Teile, während andere eingeritzt und mit kontrastierendem Mastik befüllt waren, es handelte sich also nicht wirklich um Einlagen, aber es wurde eine ähnliche Wirkung erzielt. Das Motiv stammte zweifellos aus der Botanik und das Design wirkte heutzutage genauso elegant wie im 18. Jahrhundert, als es erstellt wurde. Ich war wirklich angetan von dieser schönen Verzierung.”

Einzelheiten zum Entwurf von Einlagen

Andy wird uns hier einige der Schritte erläutern, die den Entwurfsprozess einer Einlage bis hin zur Produktion ausmachen.

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Wie Andy bei Taylor das Thema Einlagendesign angeht

Andy teilt Bob Taylors Standpunkt, dass er sich bei Taylor darauf konzentrieren sollte, Gitarren auf grundlegender Ebene zu verbessern, anstatt sich auf extreme individuelle Anpassungen für Kunden einzulassen. Nebenbei sei erwähnt, dass diese Einstellung eine Reihe neuer gut durchdachter Inlay-Designs innerhalb des Rahmens der Standardmodelle bei Taylor ergeben hat.

Seit seiner Ankunft bei Taylor vor rund einem Jahrzehnt hat sich Andy als Meister im Gitarrendesign damit befasst, praktisch jede von Taylor angebotene Gitarre zu verändern, mit dem Ziel, den Klang und das Aussehen der meisten bestehenden Modelle zu verfeinern und außerdem viele neue Designs einzuführen. Für ihn gilt im Prinzip stets die gleiche Regel, unabhängig von der Art der Gitarre oder ihrer Ästhetik: es muss ein ganzheitlicher Designprozess sein, in dem der musikalische Charakter und die ästhetische Behandlung eine ausgeglichene Bedeutung einnehmen.

„Jedes Inlay-Design sollte dem Betrachter einen Eindruck davon vermitteln, wie die Gitarre sich anfühlt und klingt“, erklärt er. „Die Form ist in jedem Fall wichtig. Materialien spielen eine wichtige Rolle. Das optische Gewicht ist relevant, das heißt, wie auffällig oder diskret eine Einlage sich optisch ausmacht.”

Er nimmt nun die Grand Concert Builder’s Edition 912ce als Beispiel.

„Der kleinere Korpus sorgt dafür, dass sie einen intimeren, eleganteren Eindruck vermittelt”, sagt er. „Stellen Sie sich jetzt einmal die gleiche Gitarre vor, allerdings mit großen Perlmutt-Blockeinlagen an jeder möglichen Stelle. Das Ergebnis wäre ein überwältigend glänzendes Griffbrett, das optisch ein so großes Gewicht vermitteln würde, dass man den Eindruck bekäme, die Gitarre würde regelrecht aus einem Ständer herausfallen. Sie würde dann optisch nicht mehr mit sich selbst im Gleichgewicht stehen. Mit dem Belle-Fleur-Inlay sieht das jedoch ganz anders aus: es gibt ein klares Gleichgewicht zwischen Kraft und Zartheit, mit einer Prise Art Nouveau, ein wenig Art Déco und noch etwas stilisiertem Impressionismus. Wenn ich mir das anschaue, bin ich davon überzeugt, dass dies Ähnlichkeiten zu dem Rest der Gitarre aufweist. Es passt einfach. Es gibt da keinerlei Aspekte, die andere Dinge einfach verdrängen würden. Die dabei verwendeten Kurven erinnern direkt an die Kurven des angeschrägten Cutaways, der Armauflage und an die allgemeine Silhouette dieser Gitarre. Alle diese Elemente passen zusammen.”

Dieser Ansatz zum Thema Einlagendesign stellt mitunter bei bestimmten Modellen der Taylor Produktpalette eine Herausforderung dar. Jede Serie unserer Produktpalette hat im Laufe der Zeit eine Reihe von Verzierungen erhalten (in den meisten Fällen wurde dasselbe Holz für Zargen und Boden verwendet), während es allerdings üblich ist, dass verschiedene Korpusmodelle innerhalb einer Serie unterschiedlichen klanglichen Charakter aufweisen.

Andy muss daher mitunter seiner Kreativität freien Lauf lassen und ein Design außerhalb dieser Grenzen entwerfen. Sein „Builder’s Edition“-Konzept stellt für ihn einen Weg dar, vom Standard einer Serie abzuweichen, woraus Modelle entstehen, die eine Art „Schnittversion des Regisseurs“ darstellen. Mit der Vorstellung der Grand Pacific, hat sich Andy beispielsweise entschlossen, die Builder’s Edition 517 und 717 zu entwerfen, die auf eine Art und Weise verziert sind, die an den traditionellen Stil der Dreadnought-Gitarren erinnert und darüber hinaus einen etwas anderen musikalischen Charakter aufweist, woraufhin die Ästhetik und das Einlagendesign dieser zwei Modelle untereinander viel mehr Ähnlichkeiten aufweist als jeweils im Vergleich zu der 500er und 700er Serie.

Anatomie der „Mission”-Einlage

Auf den ersten Blick wirkt das für das Griffbrett der Grand Orchestra 618e und 818e verwendete „Mission”-Inlay wie ein ziemlich einfach strukturiertes Design.

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Ein weiteres Beispiel (allerdings keine Builder’s Edition) war die Neufassung der Grand Orchestra im Jahr 2020, wobei diese um V-Class-Verstrebung ergänzt wurde und andere Verzierungen erhielt. Die beiden überarbeiteten Modelle, die 618e und die 818e, sind mit dem gleichen Inlay versehen, genannt „The Mission“, das sich deutlich von den Einlagen der anderen Modelle der 600er und 800er Serie unterscheidet. Andy entschied sich für eine Blockeinlage, ein optischer Bezug auf den kräftigen, dominanten und offenen Klang dieses Instruments. Wenn man genauer hinblickt, erkennt man jedoch filigrane Details in der Einlage: der Perlmutt-Block im Zentrum ist umrundet von einem äußeren Ring aus per Laser zugeschnittenem Ivoroid, wodurch eine feine Abstufung entsteht. (In unserer Seitenleiste können Sie mehr über die technische Umsetzung dieses Inlay-Designs erfahren).

„Es vermittelt das richtige Gefühl für eine Grand-Orchestra-Gitarre”, sagt Andy. „Dieses Inlay verkörpert genau das, was ich zum Klang der Grand Orchestra sagen kann. Es ist kräftig, dominierend und markant, weist aber auch trotz seiner Größe eine überraschende Komplexität und Feinheiten auf. Man kann eine Einlage – sei es eine Griffbrettmarkierung oder einfach nur eine Verzierung – als Design-Gelegenheit nutzen, um der Gitarre zusätzlichen Ausdruck zu verleihen, sofern alle Elemente das gleiche Gefühl vermitteln. Wenn man dann als Gitarrist das fertige Instrument betrachtet, wird einem sofort klar, dass alle Teile harmonisch ineinander übergehen. Für mich ist das dann eine gelungene Einlage. Ich stelle mir gerne vor, wie hundert Jahre später ein Gitarrist das Instrument in die Hand nimmt und auf den ersten Blick durchschaut, wie alle Elemente zusammenpassen.”

Es würde sicherlich auch fantastisch klingen.

In einer der nächsten Ausgaben von Wood&Steel wird Scott Paul, Direktor für nachhaltige Naturressourcen bei Taylor, einen ausführlichen Einblick in unsere Bemühungen zur Ressourcenbeschaffung liefern, mit dem Schwerpunkt Naturmaterialien, wie Perlmutt und Abalone.

100% im Besitz der Mitarbeiter

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Nachdem sie jahrzehntelang daran gearbeitet haben, ein erfolgreiches Unternehmen mit einer kreativen Kultur aufzubauen, überreichen jetzt die Mitbegründer von Taylor, Bob Taylor und Kurt Listug, das Unternehmen an die Mitarbeiter. Es gibt gute Gründe dafür, dass wir bei Taylor in eine bessere Zukunft denn je zuvor blicken können - ganz wie es auch für Gitarristen allgemein gilt.

Gehen wir zurück zu einem ganz normalen Montagmorgen im Januar. Seltsamerweise trifft man an diesem Tag auf dem Werksgelände El Cajon in Kalifornien nicht auf das übliche lebhafte Treiben, bei dem unzählige Gitarren ins Leben gerufen werden, das man von Taylors Werkstätten gewöhnt ist. Der Grund dafür ist, dass sich unsere Handwerker mit ihren Kollegen auf dem Parkplatz vor unserem Versandlager für eine virtuelle unternehmensweite Bekanntmachung versammelt haben.

Dort wurde ein 9 Meter großer LED-Bildschirm aufgestellt, der einen digitalen Countdown darstellt. Alle Mitarbeiter tragen Masken und halten unter einem azurblauen südkalifornischen Himmel sicheren Abstand zueinander ein. Überall auf der Welt, einschließlich unserem europäischen Team, wurden Mitarbeiter von Taylor, die von zu Hause aus arbeiten, dazu angewiesen, die Video-Übertragung anhand des entsprechenden Links anzuschauen.

Man hatte zuvor angekündigt, wenn auch sehr undeutlich, dass die Bekanntmachung positiver Natur sein würde, es sich um ein wichtiges Ereignis für die Mitarbeiter handeln würde, woraufhin eine Stimmung gespannter Vorfreude in der Luft lag, während die Mitarbeiter vor Ort sich unterhielten oder nach Neuigkeiten auf ihren Handys scrollten.

Zur festgelegten Zeit startete die Wiedergabe eines Videos, das den 17-jährigen Bob Taylor zeigt, wie er stolz seine erste Gitarre, die er je gebaut hat, eine 12-saitige Dreadnought, in den Armen hält. In diesem Video folgt nun eine kurze Zusammenfassung der Unternehmensgeschichte, während die bekannten Stimmen von Bob und Mitbegründer Kurt Listug Erinnerungen zu verschiedenen älteren Fotos austauschen, auf denen sie selbst in jungen Jahren und die harten frühen Tage des Unternehmens festgehalten sind.

Die beiden sprechen über ihre gemeinsame Leidenschaft am Gitarrenbau, wegen der sie sich bei American Dream kennengelernt haben und die dazu führte, dass sie, jeweils im Alter von 19 und 21 Jahren, gemeinsam das Unternehmen für 3.700 $ übernahmen. Sie erinnern sich an alle Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen hatten, und erzählen von der eisernen Entschlossenheit, die es ihnen ermöglichte, 10 Jahre lang gegen den Strom zu rudern, bis sie es endlich geschafft hatten, regelmäßig selbst ihren Lohn zu gewinnen.

„Es war wirklich für eine lange Zeit nicht leicht“, sagt Kurt. „Wir mussten alles lernen. Wie man Gitarren baut. Wie man Gitarren verkauft. Wie man ein Unternehmen aufbaut.“

Im Video wird die Entwicklung des Unternehmens Taylor bis in die heutigen Tage dargestellt. Bob und Kurt danken darin ihren Mitarbeitern für die harte Arbeit und den kooperativen Geist, die für das Wachstum und den Erfolg des Unternehmens maßgebend waren und dessen einzigartige Kultur definierten. Sie beziehen sich darin auch auf die Schwierigkeiten im Jahr 2020.

„Eine große Bewährungsprobe für die Kultur eines Unternehmens besteht darin, wie es auf Schwierigkeiten reagiert“, meint Kurt und bezieht sich dabei auf die unerschöpfliche Ausdauer in Sachen Problemlösung, die er und Bob angesichts der beispiellosen Herausforderungen des Jahres 2020 aufbrachten. „Wir möchten es euch alle wissen lassen, wie stolz wir darauf sind, wie unser gesamtes Unternehmen auf diese Herausforderung reagiert hat.“

Bob teilt dieses Gefühl und fasst die Erfolge des Jahres 2020 zusammen, wie die rasante Entwicklung und Markteinführung der American Dream-Serie, die Veröffentlichung unserer neuen GT-Gitarre sowie die Art und Weise, wie sich die an der Produktion beteiligten Mitarbeiter an die unzähligen neuen Vorschriften für sicheres Arbeiten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie angepasst haben.

„Trotz aller Herausforderungen, die wir annehmen mussten, wussten Kurt und ich, dass unser Unternehmen in der Lage sein würde, diese zu bestehen und dabei noch stärker zu werden, weil wir bereits zuvor ähnliche Schwierigkeiten überwunden hatten“, sagt er. „Und dieses Mal arbeiten einige der talentiertesten und engagiertesten Mitarbeiter bei uns zusammen.“

Dann wechselt das Video zu einem neuen Abschnitt über. Diesmal erscheinen Bob und Kurt zusammen vor der Kamera und reden direkt mit den Mitarbeitern.

„Heute ist ein großer Tag in der Geschichte von Taylor Guitars“, sagt Bob. „Ein Tag, den Kurt und ich schon seit langer Zeit geplant haben.“

Sie antworten damit auf eine Frage, die in letzter Zeit immer häufiger gestellt wird, insbesondere wo beide mittlerweile schon Mitte sechzig sind: „Was geschieht mit Taylor Guitars, wenn Sie beide nicht mehr unter uns weilen?“

„Auch wenn Kurt und ich es nicht planen, in näherer Zukunft in den Ruhestand zu gehen“, erklärt Bob, „ist es ganz eindeutig eine wichtige Frage und heute werden wir sie beantworten.“

„Jedes erfolgreiche Unternehmen steht irgendwann vor der Herausforderung, seine Gründer zu überleben“, sagt Kurt. „Wem gehört dann das Unternehmen? Wer eignet sich optimal dafür, das Unternehmen in Zukunft zu leiten? Wer wird dafür sorgen, dass unsere Werte und unsere Unternehmenskultur weiterhin bestehen? Auch wenn Bob und ich es hoffen, uns noch viele Jahre lang diesem Unternehmen widmen zu können, möchten wir sicherstellen, dass wir dem Unternehmen die besten Zukunftsaussichten für weiterführenden Erfolg bieten, damit es optimale Chancen hat, noch für die nächsten 100 oder 200 Jahre zu bestehen.“

„Für uns sind die ‘guten alten Zeiten’ die Gegenwart und die Zukunft.“

Bob Taylor

Kurt erklärt nun, welche üblichen Optionen Unternehmen zur Verfügung stehen, was den Eigentumsübergang betrifft, und warum weder er noch Bob oder Andy Powers, Meister im Gitarrenbau, der im Jahr 2019 der dritte Miteigentümer wurde, eine dieser Optionen in Erwägung ziehen würden. Das Unternehmen könnte in der Familie bleiben (Kurt hat keine Kinder und Bobs Töchter haben sich nie für das Unternehmen interessiert); sie könnten das Unternehmen an einen anderen Hersteller von Musikinstrumenten verkaufen (sie haben verschiedene Angebote erhalten, aber immer das Gefühl gehabt, kein anderes Unternehmen würde die Unternehmenskultur von Taylor wirklich verstehen oder erhalten); sie könnten das Unternehmen an eine Privatkapitalgesellschaft veräußern (was das finanzielle Wohlbefinden oder die zentrale Mission des Unternehmens in Gefahr bringen könnte); oder an die Börse gehen (dafür ist aber Taylor ein zu kleines Unternehmen).

„Keine dieser Optionen würde unsere Unternehmenswerte erhalten oder die zentrale Mission bewahren, die das Geheimnis unseres Erfolgs darstellt: die bestmöglichen Musikinstrumente zu entwerfen und zu bauen“, erklärt Kurt. „Darüber hinaus hätten wir dann nicht mehr die Entscheidungsfindung und Zielsetzung für das Unternehmen in unseren Händen.“

Es gab eigentlich nur eine einzige sinnvolle Option, erzählt Bob den Mitarbeitern.

„Ja, so wahr wie Kurt und ich hier heute sitzen, sind wir nicht mehr die Eigentümer von Taylor Guitars“, sagt er. „Am 31. Dezember, während ihr mit der Vorbereitung eurer Feierlichkeiten für Sylvester beschäftigt wart, haben Kurt, Andy und ich die Dokumente unterzeichnet, die dazu führten, dass Taylor Guitars offiziell in den Besitz von euch, unseren geschätzten Mitarbeitern, überging. Ihr habt richtig gehört – Taylor Guitars ist jetzt vollständig im Besitz seiner Mitarbeiter. Herzlichen Glückwunsch!“

Terry Myers, einer der am längsten dem Unternehmen angehörigen Mitarbeiter (32 Jahre), war bei der Bekanntmachung auf dem Parkplatz anwesend.

„Ich war total verblüfft”, sagt er. „Ehrlich gesagt war mein erster Gedanke, als ich von einer unternehmensweiten Bekanntmachung hörte, dass man das Unternehmen veräußert hatte und ich fragte mich, wer wohl der neue Besitzer wäre. Es lag allerdings eine positive Stimmung rund um diese Bekanntmachung in der Luft, was ich etwas seltsam fand. Wir alle wissen, dass es für die meisten Mitarbeiter normalerweise kein gutes Ereignis darstellt, wenn ein Unternehmen verkauft wird. Als ich dann aber hörte, dass wir die neuen Besitzer sind, musste ich überrascht eingestehen, dass ich damit nicht gerechnet hatte! Es war ein ganz besonderer Moment.“

Al Moreno, der als Kameramann bei uns arbeitet, und für die Aufnahme der Veranstaltung zuständig war, war auch von diesem erstaunlichen Ereignis persönlich beeindruckt.

„Ich fühlte mich wie ein Musiker, der gerade in eine unglaublich tolle Band aufgenommen wurde“, sagt er. „Ich war total stolz, dieser Mitarbeitergemeinschaft anzugehören.“

Der Übergang zum Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Die Lösung, die Taylor Guitars wählte, damit das Unternehmen in den Besitz der Mitarbeiter übergeht, bestand in einem Employee Stock Ownership Plan (ESOP, ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm). Den US-Bundesgesetzen entsprechend eingerichtet, handelt es sich dabei um eine Art Altersvorsorgeplan, durch den qualifizierten Mitarbeitern eines Unternehmens ein Anteil an diesem anhand von Einzelbeteiligungen gewährt wird. Ein ESOP-Trust besteht aus Optionen der Gesellschaft, die sich im Besitz der Mitarbeiter befinden. Diese Anteile werden dann im Laufe der Zeit aufgeteilt und einzelnen Alterssparkonten zugewiesen. (Die Mitarbeiter erwerben die Anteile nicht direkt.) Der Wert eines jeden einzelnen Alterssparkontos spiegelt die Unternehmensergebnisse wider, das heißt, je mehr ein Unternehmen wächst und erfolgreich ist, desto mehr profitieren die Mitarbeiter davon. Einmal im Jahr zahlt das Unternehmen einen Betrag auf die Vorsorgekonten der Mitarbeiter ein. Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt oder in den Ruhestand geht, erhalten sie vom ESOP den Betrag ausgezahlt, der sich aus den Anteilen und dem Wert des Unternehmens ergibt.

Bob und Kurt äußern sich zu dem Übergang in das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, zu ihren Hoffnungen für die Zukunft des Unternehmens und wir erfahren, worauf sie besonders stolz sind.

„Für die Zeit, in der wir leben, gilt, dass immer weniger berufstätige Menschen in der Lage sind, ihre Stellung zu verbessern und jeglichen Wohlstand aufzubauen.“

Kurt Listug

„Durch das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm können wir auf noch deutlichere und sinnvollere Art für unsere Mitarbeiter sorgen“, sagt Kurt. „Jeder erhält dadurch eine direkte finanzielle Beteiligung am Erfolg des Unternehmens, was dabei helfen wird, auch in den kommenden Generationen unserem wichtigsten Ziel nachzugehen – dem Bau der bestmöglichen Musikinstrumente.“

Vorausplanung ist alles

Kurt, Bob und Barbara Wight, oberste Finanzleiterin bei Taylor, haben schon vor Jahren damit angefangen, sich genauer über Mitarbeiterbeteiligungsprogramme (ESOP) zu informieren. In der Tat haben die Vorbereitungen für diesen Übergang vor etwa sieben Jahren begonnen. Für die Zukunft vorausplanen, erinnert sich Bob, ist ein Grundprinzip, das Kurt und er schon in den Anfängen ihrer Geschäftspartnerschaft zu schätzen lernten.

„Kurt und ich waren gerade Mitte zwanzig, als wir damit beschäftigt waren, die beste Form für unser Unternehmen zu suchen“, erzählt er. „Wir ließen uns gerade von einem Anwalt beraten, als er irgendwann plötzlich sagte: «Wenn ihr das Unternehmen veräußert…» Daraufhin habe ich erwidert: «Was wollen Sie damit sagen? Ich habe keinerlei Absichten, dieses Unternehmen zu verkaufen». Er sagte dann: «Bob, Sie werden dieses Unternehmen verkaufen – entweder unabsichtlich, wenn Sie sterben, oder irgendwann davor, wenn Sie noch die vollständige Kontrolle haben». Als ich das hörte, traf mich das wie ein Schlag und es war mir klar, dass Vorausplanung für uns von höchster Bedeutung sein würde.“

Barbara Wight, die im Juli 2009 als CFO bei Taylor eingestellt wurde, hatte auf die harte Tour gelernt, warum die Erstellung eines Nachfolgeplans für ein Unternehmen so wichtig ist.

„Ich habe die sehr herausfordernde Erfahrung gemacht, einem größeren, in seiner Branche weltweit führenden Unternehmen aushelfen zu müssen, als dessen Gründer ganz plötzlich verstarb und kein Nachfolgeplan existierte“, erzählt sie. „Und das Problem besteht da aus zwei Teilen: das Management des Unternehmens und das Unternehmen an sich, das man mit einem Organismus vergleichen könnte. Wenn Sie keinen Nachfolgeplan für das Leben dieses Organismus haben, für den Fall, dass Sie nicht mehr da sind, dann wird es dieser Organismus sehr schwer haben, zu überleben.“

„Zildjian wurde im 17. Jahrhundert gegründet, Martin im Jahr 1833, es ist also nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen in der Musikbranche über viele Jahre bestehen.“

Barbara Wight

Als Barbara sich für die Stelle bei Taylor bewarb, war dies ein wichtiger Diskussionspunkt mit Bob und Kurt.

„Ich wollte das nie wieder durchmachen“, sagt sie. „Ich wollte sichergehen, dass Bob und Kurt auch meine Überzeugung teilten, was natürlich der Fall war, da beide bereits langfristig denken gelernt hatten. Wir kümmern uns also um dieses Thema, seitdem ich hier angefangen habe.“

Andy Powers verpflichtet sich gegenüber dem Unternehmen

Was Vorausplanung für die Zukunft betrifft, ist die Einstellung von Andy Powers eines der besten Beispiele für Taylors fortwährendes Engagement für den Gitarrenbau. Er schloss sich dem Unternehmen genau zehn Jahre vor dem Eigentumsübergang an. Man kann schnell die wichtige Rolle verstehen, die Andy als Designspezialist der nächsten Generation für unser Unternehmen einnahm, wenn man die unzähligen Innovationen im Gitarrenbau betrachtet, die Taylor Guitars in den letzten zehn Jahren vorgestellt hat. Es ist kein Geheimnis, dass Andy eingestellt wurde, um Bob Taylors Nachfolger für Design und Entwicklung der Gitarren zu werden. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Bob ausdrücklich nach einer Person suchte, die relativ jung sein sollte und sich auf lange Zeit beruflich für das Unternehmen verpflichten könnte. Bob hatte tatsächlich auf der Liste der Qualifikationen, die er von seinem Nachfolger erwartete, erwähnt, dass dieser nicht älter als 30 sein sollte, aber über 20 Jahre Erfahrung im Gitarrenbau verfügen sollte, was auf den ersten Blick als unmögliche Erwartung erscheint. Erstaunlicherweise erfüllte Andy diese Erwartung. (Er baute seine erste Gitarre im Alter von neun Jahren).

Andy erneuerte seine Verpflichtung gegenüber dem jetzt im Besitz der Mitarbeiter befindlichen Unternehmen, als Bob und Kurt den Eigentumsübergang bekanntmachten.

„Meine Verpflichtung besteht darin, für den Rest meines Berufslebens hier an diesem Unternehmen an dem erstaunlichen Schaffen mitzuwirken, das uns allen so am Herzen liegt: der Gitarrenbau“, erklärte er. „Bob hat immer schon gesagt, dass er und Kurt lange daran gearbeitet haben, ein solides Fundament und ein dichtes Dach zu schaffen, damit wir uns in dieser nächsten Generation um die Gestaltung des Innenraums kümmern können.“

Bob betrachtet die Einstellung und Zusammenarbeit mit Andy als eine seiner stolzesten Errungenschaften und als ein Beispiel für die zukunftsorientierte Philosophie des Unternehmens.

„Andy ist ein besserer Gitarrenbauer als ich – meiner Meinung nach einer der besten der Welt -, was spitze ist, weil es bedeutet, dass wir in eine Zukunft mit immer besseren Ergebnissen blicken können, anstatt einfach nur zu versuchen, vergangene Errungenschaften zu wiederholen“, sagt er. „Für uns sind die ‘guten alten Zeiten’ die Gegenwart und die Zukunft.“

Die Bedeutung der Mitarbeiter und der Unternehmenskultur

Taylor Guitars hätte sich ohne weiteres als hoch angesehener Hersteller hochwertiger Akustik-Gitarren etablieren und dabei das Unternehmen in handlicher Größenordnung halten können. Aber Bob und Kurt hatten immer schon höhere Ambitionen.

„Ich kann mich gut an den Tag erinnern, an dem wir American Dream kauften“, erzählt Kurt. „Wir haben damals gesagt: «Eines Tages werden wir so groß sein wie Martin». Es mag etwas komisch wirken, wenn zwei Jungs eine solche Aussage machen, aber wir hatten wirklich dieses Ziel.“

Im Laufe der Zeit, als sie mehr Mitarbeiter anstellten, lernten Bob und Kurt, dass sie eine starke Unternehmenskultur brauchten, mit Menschen, die ihre Visionen und Motivationen teilten, um das fortwährende Wachstum des Unternehmens gemäß ihrer Werte und Überzeugungen zu ermöglichen.

„Was Kurt, Andy und mir noch mehr Freude bereitet, als Gitarren zu bauen, ist es, Arbeitsplätze und Karrieren für Menschen zu schaffen.“

Bob Taylor

„Man muss mehr als nur Geschäfte im Sinn haben“, sagt Kurt. „Es ist zwar ein Geschäft, aber wir wollten Leute anziehen, die wie Bob und ich eine Leidenschaft für ihre Arbeit haben. Wir wollten ein Arbeitsumfeld schaffen, bei dem problemlösende Innovationen, Zusammenarbeit und Respekt ganz oben stehen. Wo Menschen sich befähigt fühlen, ihre einzigartigen Talente auszunutzen und auf ihre Arbeit stolz sein können.“

Bob, der als junger Gitarrenbauer immer schon das Ziel verfolgte, nicht nur ein Meister seines Handwerks zu werden, sondern dieses auch für andere ansprechend zu machen, erinnert sich lebhaft an den Moment, an dem ihm plötzlich alles klar wurde.

„Wenn ich an jene frühen Zeiten zurückdenke, in denen wir es wirklich hart hatten, aber trotz unserer Armut immer eine Leidenschaft für unsere Arbeit hatten, setzte ich mir ein weiteres Ziel: meine Beschäftigung zu einem Beruf zu machen, den auch andere stolz ausüben würden“, sagt er. „Damit man jenem Freund, der Karriere gemacht hat, ganz direkt entgegnen könnte: «Ich habe auch eine Karriere: Ich bin Gitarrenbauer».“

Jahrzehnte später ist Bob als Träger unzähliger Auszeichnungen, die er als ein Pionier des modernen Gitarrenbaus erhielt, nicht weniger stolz auf das Unternehmen selbst, das heutzutage mehr als 1.200 Mitarbeiter hat.

„Was Kurt, Andy und mir noch mehr Freude bereitet, als Gitarren zu bauen, ist es, Arbeitsplätze und Karrieren für Menschen zu schaffen”, sagt er.

Die jetzt am Besitz von Taylor beteiligten Mitarbeiter erzählen uns, was ihnen an der Unternehmenskultur gefällt.

Das lange Spiel

Während Kurt weiß, dass der Übergang zum Mitarbeiterbeteiligungsprogramm die beste Lösung aus unternehmerischer Sicht darstellt, ist er auch zutiefst begeistert von der Tatsache, dass damit ein Weg geschaffen wurde, den Mitarbeitern, die jetzt am Unternehmen beteiligt sind, eine bessere finanzielle Zukunft für sie selbst und ihre Familien zu ermöglichen, insbesondere in einer Zeit, in der die Vermögensungleichheit weltweit immer stärker zunimmt.

„Für die Zeit, in der wir leben, gilt, dass immer weniger berufstätige Menschen in der Lage sind, ihre Stellung zu verbessern und jeglichen Wohlstand aufzubauen”, sagt er. „Die meisten Menschen werden nicht imstande sein, finanziellen Wohlstand zu schaffen, es sei denn sie geben nur ganz wenig Geld aus und haben im Verhältnis dazu ein relativ hohes Einkommen, so dass sie kleinere Ersparnisse anlegen können. Sie sind dennoch nicht in der Lage Kapital einzusetzen oder solches ausgezahlt zu bekommen. Dieser Schritt, durch den das Unternehmen sich jetzt im Besitz der Mitarbeiter befindet, bietet diesen die Gelegenheit, aufgrund des Wachstums des Unternehmens Kapital aufzubauen. Sie können daraufhin ein Vermögen für ihre Altersvorsorge aufbauen, das sie sonst kaum erreicht hätten.”

Alle Mitarbeiter beteiligen

Eine Bedingung, die Bob, Kurt und Andy stellten, als sie den Übergang zum Unternehmen im Besitz der Mitarbeiter vorbereiteten, bestand darin, einen geeigneten Rahmen für die Umsetzung zu finden, so dass alle Mitarbeiter von Taylor teilnehmen könnten, auch diejenigen, die in Mexiko, Südamerika, dem Vereinigten Königreich und der EU leben. Unsere europäische Hauptniederlassung in Amsterdam, die als operatives Zentrum für unseren Vertrieb und Weiterverteilung in Europa darstellt und eine voll ausgestattete Service- und Reparaturwerkstatt umfasst, war schließlich in den letzten zehn Jahren von entscheidender Bedeutung für unser internationales Wachstum.

Eine ähnlich wichtige Rolle für unser Wachstum hat unser zweites Werk in Tecate, Baja California, Mexiko (etwa eine Stunde entfernt vom US-Hauptsitz El Cajon) eingenommen, wo wir die Baby Taylor, die GS Mini, die Academy-Serie, die 100er und 200er Serie sowie Gitarrenkoffer und -taschen herstellen.

„Einer unserer größten Erfolge ist die Ausdehnung unserer Geschäftstätigkeit in Tecate”, teilten Bob und Kurt ihren Mitarbeitern in Mexiko nach der Bekanntmachung des Mitarbeiterbeteiligungsplans (ESOP) mit. „Wir sind davon überzeugt, dass dieses Werk eine der besten Gitarrenwerkstätten der Welt ist und ihr alle habt Gründe, auf eure Arbeit stolz zu sein, die dazu beiträgt, dass sich Taylor als ein branchenführendes Unternehmen behaupten kann und unsere Gitarren sich rund um die Erde so großer Beliebtheit erfreuen.

Da die Bestimmungen für ein ESOP (Mitarbeiterbeteiligungsplan) in US-Bundesgesetzen festgelegt sind, wurde der Vorgang wesentlich komplexer durch die Notwendigkeit, den richtigen rechtlichen Rahmen zu finden, der die Beteiligung von Mitarbeitern aus verschiedenen Ländern ermöglichte, weil die Gesetze in diesen Ländern natürlich abweichen. CFO Barbara Wight leitete das Verfahren, wobei sie mit externen Beratern zusammen gearbeitet hat, die sich darauf spezialisieren, Unternehmen beim Eigentumsübergang in ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm zu helfen. Das ist einer der Gründe, warum das Verfahren allein für die Planung Jahre in Anspruch nahm.

„Wir mussten jeden einzelnen Beteiligten berücksichtigen, und solange wir nicht sicher waren, dass jeder dabei die angemessenen Rechte erhielt, war die Struktur für uns nicht geeignet”, erklärt Barbara. „Dazu gehörten Bob, Kurt und Andy, aber auch alle unsere Mitarbeiter rund um den Globus. Die Lösung musste sich auch für unsere Händler, unsere Kunden, die Gemeinden vor Ort, die geschäftliche Gemeinschaft sowie die Kreditgeber eignen, die uns dabei helfen, das Unternehmen zu erwerben.”

In den letzten Jahren vor dem Eigentumsübergang, galt als Zieldatum stets der 31. Dezember 2020. Aber niemand hatte mit einer Pandemie gerechnet.

„Als uns die Pandemie traf und wir unsere Werksgelände schließen mussten, haben wir den Plan tatsächlich erst einmal auf Eis gelegt”, sagt Barbara. „Wir mussten in den Überlebensmodus wechseln und sicherstellen, dass wir uns um alle kümmerten. Als wir dann aber im Laufe des Jahres merkten, dass sich die Welt der Musik zuwandte, hatten wir die Inspiration gefunden, den Plan dennoch umzusetzen. Wir haben dann also im September letzten Jahres buchstäblich beschlossen: «Lasst uns das machen». Das einjährige Projekt wurde daraufhin auf den Zeitraum von September bis zum 31. Dezember komprimiert, weil wir uns sagten, was wäre, wenn wir 2021 mit einer für alle unsere Mitarbeiter, Händler und Kunden außerordentlich positiven Neuigkeit starten könnten?”

Mitarbeiter an der Taylor Produktionsstätte in Tecate, Baja California, Mexiko, werden am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (ESOP) des US-basierten Unternehmens Taylor Guitars teilnehmen. Diese Vereinbarung ist die erste ihrer Art, was Mitarbeiterbeteiligungspläne angeht, und schafft dadurch effektiv ein Beispiel, dem andere Unternehmen folgen könnten.

„Ein Employee Stock Ownership Program (ESOP, ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm) ist für uns eine hervorragende Option, weil es ermöglicht, dass unser Hauptanliegen, hochwertige Instrumente für Musiker zu bauen, auch in Zukunft bestehen kann.“

Andy Powers

Mitarbeiter in Großbritannien und der EU werden an einem ähnlichen Plan beteiligt (ein Global Employee Stock Ownership Plan, GESOP), der gemäß den EU-Bestimmungen verfügbar ist.

Nate Shivers, unser Vertriebsleiter für Europa, den Nahen Osten und Afrika, der in Amsterdam lebt und arbeitet, weist darauf hin, dass ESOP-ähnliche Mitarbeiterbeteiligungsprogramme in Europa eine Seltenheit darstellen.

„Die Tatsache, dass Taylor Guitars sich darum bemüht hat, die gleichen Grundprinzipien auf unsere europäischen Mitarbeiter anzuwenden, haben diese als große Überraschung empfunden”, sagt er. „Taylor hat damit eine ganz klare Stellung bezogen, was das Engagement des Unternehmens für unser Team hier betrifft.”

Es kam auch ein Gefühl der Erleichterung auf, sagt Nate, da einige Mitarbeiter sich gefragt hatten, wie wohl die Zukunft von Taylor Guitars ohne Bob und Kurt als Unternehmenseigner aussehen würde.

„Die Vorstellung, eines Tages festzustellen, dass wir einem unserer Konkurrenten oder einer Bank gehören, war sicherlich eine Möglichkeit”, meint er. „Der Weg, den Bob, Kurt und Andy wählten, hat diese Gruppe wirklich beeindruckt.”

Eine andere Art von Nachhaltigkeit

Wir haben im Laufe der letzten Jahre so manche Story veröffentlicht, die von den anhaltenden Bemühungen des Unternehmens um mehr Nachhaltigkeit berichtete. Unsere Initiativen richteten sich meist auf den verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, auf die wir angewiesen sind, zukunftsorientierte Investitionen in Projekte wie das Pflanzen von Ebenholz- oder Koa-Bäumen, das Upcycling und Wiederbepflanzen von Bäumen in urbanen Gebieten sowie Handlungsweisen, durch die weniger Abfall erzeugt wird. Bob, Kurt und Andy sind der Überzeugung, dass dieselben Denkweisen auch angewandt werden, wenn wir in unsere Mitarbeiter und unsere Unternehmenskultur anhand eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms investieren. Die beiden Ideen passen gut zusammen. Bob verwendet gerne das Beispiel von Mahagonibäumen, die von britischen Missionaren auf Fidschi vor rund hundert Jahren gepflanzt wurden und nun Holz ergeben, das Taylor für den Bau von Gitarren verwendet hat.

„Ich finde die Vorstellung ganz toll, dass wir bei Taylor in hundert Jahren Gitarren aus Ebenholz, Koa oder anderen Holzarten bauen, die wir gegenwärtig pflanzen”, sagt Bob.

Und wie Barbara Wight betont, weil Musik ein so wesentliches und zeitloses menschliches Ausdrucksmittel ist, können Unternehmen, die Musikinstrumente bauen, viele Generationen überdauern.

„Zildjian wurde im 17. Jahrhundert gegründet, Martin im Jahr 1833, es ist also nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen in der Musikbranche über viele Jahre bestehen“, sagt sie. „Diese Unternehmen haben es geschafft, indem sie an Familienmitglieder weitergegeben wurden. In unserem Fall haben wir dank unserer Mitarbeiter die Möglichkeit, Generationen zu überdauern. Das ist einfach faszinierend.“

Barbara Wight, CFO bei Taylor, erklärt, warum das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ihrer Ansicht nach eine so sinnvolle Lösung für die Mitarbeiter und das fortwährende Wachstum des Unternehmens darstellt.

Warum ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm gut für Musiker ist

Wenn Sie bereits ein Fan unserer Gitarren und unserer Unternehmenskultur sind – oder einfach nur ein Fan von Gitarren im Allgemeinen – dann liegt es auf der Hand, dass Ihnen die Zukunftspläne von Taylor gefallen werden. Sie stellen aber auch eine gute Neuigkeit für aktuelle und zukünftige Kunden dar.

Dave Pelletier, Vertriebsleiter von Taylor, hat viele Jahre lang in der Musikbranche gearbeitet, sowohl im Einzelhandel als auch bei den Herstellern und ihm ist der eindeutige Vorteil für die Kunden klar, den der Übergang von Taylor in den Besitz seiner Mitarbeiter darstellt.

„Man kann sich sehr gut ein Bild von einem Unternehmen machen, indem man beobachtet, wie die Mitarbeiter und Kunden behandelt werden“, sagt er. „Ein Mitarbeiterbeteiligungsplan zeugt eindeutig davon, dass das Unternehmen Nägel mit Köpfen macht. Das fällt auch unseren Kunden auf und macht unsere Marke noch attraktiver. Die ersten Anzeichen sehen wir bereits. Dies ist auch eine Art Zusicherung im Bezug auf die Kontinuität unserer Unternehmenskultur und wie wir weiterhin in Zukunft unser Geschäft führen werden. Gleichzeitig stellt dies eine Art Garantie für die Qualität unserer Produkte dar, die sie mit ihrem hart verdienten Geld erwerben. Persönlich gesagt muss ich noch hinzufügen, dass wir hier bei Taylor nun umfassender überlegen, bevor wir handeln: «Wird das allen zugute kommen, letztendlich auch unseren Kunden?»“

Dave Pelletier und Steve Theriault von Taylor erklären, warum das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm sich vorteilhaft auf die Kunden, Händler und Zulieferer des Unternehmens auswirken wird.

Wie ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm die Kundenzufriedenheit verbessert

Daten zu Unternehmen, die sich im Besitz der Mitarbeiter befinden, lassen eine hervorragende Erfolgsbilanz, erfolgreiche Geschäftsergebnisse und eine gesunde Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit erkennen. Laut dem National Center for Employee Ownership (NCEO, US-amerikanische Zentralstelle für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme), eine gemeinnützige Forschungsorganisation, machen Unternehmen, die sich im Besitz ihrer Mitarbeiter befinden oder sonstige Mitarbeiterbeteiligungsprogramme umsetzen, mehr als die Hälfte der Liste der „100 besten Unternehmen in Amerika für den Arbeitnehmer“ aus, die jährlich in der Zeitschrift Fortune Magazine veröffentlicht wird.

Alex Moss, Gründer und Manager der Praxis Consulting Group und ehemaliges Vorstandsmitglied bei der NCEO, war ein entscheidendes Mitglied des Beratungsteams für den Eigentumsübergang von Taylor. Wir haben ihn gebeten, seine Ansichten bezüglich des Eigentumsübergangs von Taylor mit uns zu teilen, insbesondere was dies für die Kunden bedeutet.

Sie haben einer Vielzahl an Unternehmen dabei geholfen, ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm einzurichten. Was empfinden Sie bei dem von Taylor beschrittenen Weg als besonders bemerkenswert?

Was mir besonders auffällt, ist die Treue zu den Werten des Unternehmens, von der Absicht angefangen bis hin zu all den unzähligen feinen Entscheidungen, die beim Übergang des Unternehmens in ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm getroffen werden mussten, um Bob und Kurts ursprüngliche Vision widerzuspiegeln. Dieser Schritt ermöglicht es dem Unternehmen, den Menschen – ich leihe mir hier ihre Worte – „die Freude an der Musik“ zu bringen, die sie verdienen. Die Eigentumsübertragung eines Unternehmens mittels eines Mitarbeiterbeteiligungsplans ist eine aufwendige Angelegenheit, es handelt sich um ein komplexes Verfahren mit vielen Herausforderungen. Besonders beeindruckend ist es da, zu beobachten, wie es dieses Unternehmen auf eine Art und Weise fertig gebracht hat, die Taylors Vision zusätzlich verstärkt.

Warum ist ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm gut für die Kunden eines Unternehmens?

Den Kunden geht es hauptsächlich darum, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Sie haben ihre eigenen Verpflichtungen gegenüber anderen, für die sie arbeiten – oder in diesem Fall, was Musiker angeht, ist es ihr Hauptanliegen, die Musik zu machen, die sie lieben. Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm von Taylor wirkt sich daher in all diesen Punkten positiv auf die Kunden aus. Die Mitarbeiter von Taylor, die immer schon faszinierende Gitarren entwickelt und gebaut haben, sind jetzt noch enger mit dem Unternehmen verbunden und werden zusätzlich dafür belohnt, herausragende Instrumente und optimalen Service zu liefern. Das bestätigt ganz direkt die Wünsche der Kunden und gibt den Mitarbeitern zusätzliche Motivation dafür, die bestmögliche Arbeit zu leisten. Parallel dazu fällt den Kunden auf, wie sich das Unternehmen verstärkt um seine Leute kümmert; viele Kunden bewundern es, wenn sich ein Unternehmen so verhält. Es passt zu der Art und Weise, wie sie selbst Geschäfte treiben möchten. Sie sind daher stolz darauf, Geschäftspartner wie Taylor zu haben. Wir können uns leicht von den technischen Details ablenken lassen, die den Aktienbesitz regulieren, wenn es in Wirklichkeit darum geht, noch bessere menschliche Beziehungen aufzubauen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen zufriedenen Mitarbeitern und glücklichen Kunden?

Ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm passt besonders gut zu einem Unternehmen, wo sich die Art und Weise, in der die Mitarbeiter ihren Aufgaben nachgehen, ganz direkt auf die Qualität des Endprodukts auswirkt. Was die Mitarbeiter von Taylor Guitars Tag für Tag bewerkstelligen ist nicht leicht, sonst könnte es ja jeder machen. Das heißt also, dass alles, was bei Taylor für die Mitarbeiter getan wird, wodurch sie sich enger mit ihrer Arbeit verbunden fühlen, zu besserer Qualität und höheren Werten führt, was wiederum für glückliche Kunden sorgt. Natürlich wird das nicht durch ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm allein erreicht; das ist Bob und Kurt, und in letzter Zeit auch Andy und alle anderen anzurechnen, die dazu beigetragen haben, das Unternehmen aufzubauen. Der Mitarbeiterbeteiligungsplan schützt das, lässt es glänzen und verstärkt es, damit wir alle wahrnehmen, wie der Erfolg aller Beteiligten direkt voneinander abhängt. Es ist ziemlich einfach: wenn die am Besitz des Unternehmens beteiligten Mitarbeiter ihre Arbeit gerne verrichten, dann werden sie noch besser arbeiten, was wiederum den Kunden bessere Ergebnisse bereitstellt.

Unsere Leidenschaft für den Gitarrenbau erhalten

Andy Powers, leitender Meister im Gitarrenbau bei Taylor, ist seinerseits sehr zufrieden mit der Aussicht, dass der Mitarbeiterbeteiligungsplan für das Unternehmen den Weg bereitet, damit alle Beteiligten dem gemeinsamen Ziel noch viele Jahrzehnte lang nachgehen können: Gitarristen aller Art und überall zu dienen. Indem er selbst sich tiefgründig mit der Geschichte des Instrumentenbaus beschäftigt hat und die Entwicklung anderer Unternehmen verfolgt hat, die Generationen mit Änderungen der Eigentumsverhältnisse überdauert haben, sieht er die einzigartige Chance und die Werte, die sich für Taylor aus diesem Schritt ergeben und sich zu Gunsten der Musiker auswirken.

„Wenn ein Unternehmen in andere Hände übergeht, weil der Gründer verstorben ist, besteht die Gefahr, dass das ursprüngliche Hauptanliegen, den Kunden ein großartiges Produkt zu bieten, durch ein primitives Streben nach Profit ersetzt wird, oft um Schulden zurückzuzahlen”, sagt er. „Es kann soweit gehen, dass ein Unternehmen, das zuvor den Ruf hatte, den Kunden zu dienen, schließlich sich an diesen bereichert. Wenn das passiert, untergräbt diese totale Umkehrung der Erwartungen die Philosophie, auf der das Unternehmen ursprünglich basierte.”

„Ein Employee Stock Ownership Program (ESOP, ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm) ist für uns eine hervorragende Option, weil es ermöglicht, dass unser Hauptanliegen, hochwertige Instrumente für Musiker zu bauen, auch in Zukunft bestehen kann“, fügt er hinzu. „Taylor Guitars kann damit weiterhin seinem Grundprinzip treu bleiben, den Musikern zu dienen, während gleichzeitig für seine Mitarbeiter, Zulieferer und Holzressourcen gesorgt wird. Die eine Gruppe wird nicht zugunsten der anderen benachteiligt. Ich halte das für den besten Weg für einen Gitarrenhersteller, um weiterhin das Ziel verfolgen zu können, großartige Instrumente zu bauen.“

Andy Powers erläutert, auf welche Weise das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm dabei helfen kann, die Kultur der Kreativität bei Taylor zu erhalten.

Die Reaktion der Händler, Zulieferer und anderer wichtiger Partner von Taylor Guitars ist bisher durchgängig positiv ausgefallen. Es war sehr wichtig, dass unser Führungsteam allen versichert hat, dass dieser Eigentumsübergang sich in keinerlei Weise auf unseren Betrieb, unsere Geschäftsleitung und unsere Produktpalette auswirken würde und dass Bob und Kurt weiterhin mit für das Unternehmen verantwortlich bleiben. Das war nicht nur ein Ausdruck nahtloser Kontinuität, sondern hat auch jegliche Spekulationen über die Zukunft von Taylor Guitars aus dem Weg geräumt, was viele als beruhigend empfanden.

Es kann auch anderen Unternehmen mit kreativer Unternehmenskultur als Beispiel dienen, um nach einer Änderung der Eigentumsverhältnisse weiterhin auf Erfolg setzen zu können.

„Ihr zeigt der ganzen Welt, wie man es in unserer Branche richtig macht“, sagte Meng Ru Kuok, Mitbegründer und CEO von BandLab Technologies sowie CEO von Swee Lee Music, unserem Partner in Singapur, Malaysia und Indonesien, in einem an Kurt Listug gerichteten Glückwunsch. „Wir sind echt stolz darauf, eure Partner zu sein und ich kann nur hoffen, dass ich demnächst irgendwann auch in der Lage sein werde, dasselbe für mein Team zu tun.“

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Familiensache

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Nachdem wir im Oktober letzten Jahres unsere schlanke GT für echten Spielgenuss vorgestellt haben, erweitern wir jetzt unser Angebot um erstklassige Palisander- und Koa-Modelle.

Für uns bei Taylor, die neuartige und einfallsreiche Gitarrendesigns entwerfen, ist es immer wieder eine große Freude, auf die Bedürfnisse der Spieler einzugehen und inspirierende Musikinstrumente zu liefern, die bisher nirgends verfügbar waren. Gewöhnlich handelt es sich um eine Gitarre mit irgendeiner neuen Kombination aus verfeinerten Merkmalen, die das Spielen erleichtern, oder mit einer brandneuen Klangpalette. Oft ist es auch beides.

So wie im Oktober, als wir unsere sportliche Grand Theater – besser bekannt als GT – enthüllten. Wie wir in unserer Titelgeschichte der letzten Ausgabe berichtet haben, hatte Baumeister Andy Powers beobachtet, dass immer mehr Spieler sich für die kompakten Proportionen und das flinke Spielgefühl kleinerer Gitarren interessierten, ohne jedoch am Klang sparen zu wollen. Sie wollten ein bühnen- und studiotaugliches Instrument, das einen satten, vollmundigen Ton erzeugt.

Andy hatte einige Jahre lang immer wieder mit Designideen herumgespielt, bevor Taylor sich daran machte, eine Gitarre zu entwickeln, die im vergangenen Winter zur GT wurde. Von Anfang an war ihm klar, dass eine grundlegende Designentscheidung für diese Gitarre, die Spielgefühl und Klang maßgeblich bestimmt, die Mensurlänge der Saiten sein würde (gemessen vom Sattel bis zur Stegauflage). Sein Ziel war eine Saitenlänge, die kürzer ist als bei den meisten modernen Akustikgitarren („Die meisten liegen irgendwo zwischen 650 und 660 Millimetern“, stellt er fest), aber länger als die typische Saitenlänge einer Reisegitarre – bis zu etwa 600 Millimetern, also der Mensurlänge unserer GS Mini. Den meisten Menschen mag dieser Zwischenbereich vernachlässigbar erscheinen, aber für Andy war er ein fruchtbarer Boden für eine neue Gitarrenkategorie mit einem einladenden, neuartigen Gefühl und Klang. Schließlich legte Andy sich auf eine Mensur von 61,28 cm fest, was einer Gitarre mit einer Mensur von 64,78 cm mit Kapodaster am ersten Bund entspricht.

Bei den Korpusmaßen stellte er sich etwas Größeres vor als unsere beliebte GS Mini, aber etwas kleiner als unsere Grand Concert. Er übernahm die wohlgeformten Kurven unseres größten Korpusstils, der Grand Orchestra, jedoch kleiner und mit einem flacheren Korpus.Bei den Korpusmaßen stellte er sich etwas Größeres vor als unsere beliebte GS Mini, aber etwas kleiner als unsere Grand Concert. Er übernahm die wohlgeformten Kurven unseres größten Korpusstils, der Grand Orchestra, jedoch kleiner und mit einem flacheren Korpus.

Man braucht einen anderen Mechanismus, um die Tiefen einer relativ kleinen Gitarre zu verstärken und zugleich die Vorteile des V-Class-Designs, wie verbesserte Lautstärke und Intonation, beizubehalten.

Der andere wesentliche Bestandteil war die interne Verstrebungsarchitektur. Die Herausforderung bestand darin, einem Korpus mit kompakten Proportionen einen vollen Klang zu entlocken. Zwei Vorteile der innovativen V-Class-Architektur aus Andys Feder, eingeführt im Jahr 2018, sind die verbesserte Klangausgabe die gleichmäßige Reaktion über das gesamte Frequenzspektrum. Aber aufgrund der kleineren Proportionen der GT musste er auf ein wenig „akustische Alchemie“ zurückgreifen, wie er es nennt, um die tiefen Frequenzen zu verstärken. Das führte zu einer asymmetrischen Variante seines V-Class-Designs, die zu Ehren ihres freitragenden (englisch cantilevered) Strukturelements als C-Class™-Verstrebung bezeichnet wurde.

„Man braucht einen anderen Mechanismus, um die Tiefen einer relativ kleinen Gitarre zu verstärken“, erklärt Andy, „und zugleich die Vorteile des V-Class-Designs, wie verbesserte Lautstärke und Intonation, beizubehalten.“

Im Zusammenspiel bilden die einzigartigen Designeigenschaften der GT eine ganz eigene Kategorie und bieten eine ansprechende Mischung aus Spielkomfort und Klang. Die Mensurlänge ergibt im Zusammenspiel mit den leichten (.012-.053) Saiten ein leichtes, geschmeidiges Spannungsprofil. (Diese Spannung ist die gleiche wie bei einer Gitarre mit einer Mensur von 64,78 cm, die einen halben Schritt tiefer gestimmt ist.) Die kürzere Mensur hat auch einen etwas geringeren Bundabstand zur Folge, wodurch kompliziertere Akkorde leichter spielbar werden.

„Sie ist eine der am einfachsten zu spielenden Gitarren, die ich je in den Händen halten durfte“, schrieb der Kolumnist des Guitar Player Art Thompson in seiner Rezension der GTe Urban Ash für die Dezemberausgabe des Magazins, bevor er ihr den Editors’ Pick Award verlieh. „Sie ist leicht wie eine Feder und doch so dynamisch und ausdrucksstark.“

Zu den sonstigen Nuancen, die zur handfreundlichen Haptik der GT beitragen, gehören eine Sattelbreite von 4,37 cm, was genau zwischen den Sattelbreiten von 4,45 cm und 4,29 cm liegt, die bei anderen 6-Saitern von Taylor verwendet werden, sowie ein neues Halsprofil, das der einzigartigen Mensur der GT Rechnung trägt.

„Dieses Profil enthält Elemente unserer klassischen Taylor-Halsform und ist eine subtile Anspielung auf das Compound-Carve-Design, das wir für die Grand Pacific entwickelt haben“, erzählt Andy. „Im Verhältnis hat sie einen Tick mehr Tiefe und Fülle in der Hand des Spielers, als man bei einer so flinken Gitarre annehmen könnte, aber der subtile Profilübergang vom Sattel zum Halsfuß bietet ein ansprechendes, ausgewogenes Gefühl für scheinbar müheloses Spielen.“

Wir erhalten einen stetigen Strom von Anfragen, von Anfängern bis hin zu erfahrenen Spielern, die unbedingt die Belastung der Hände verringern und die Lebensdauer ihres Lieblingshobbys verlängern möchten – auf der Suche nach Modellen mit der größten Spielbarkeit. Angesichts ihrer vielen handfreundlichen Merkmale ist die GT zweifellos eine großartige Option.

Die Entstehung von „Serious Fun“

Als wir im Oktober die GT auf den Markt brachten – unsere erfolgreichste US-Markteinführung aller Zeiten – wollten wir mit unserem Slogan „Serious Fun“ vermitteln, was die GT für uns verkörpert, nämlich die Verschmelzung von einfacher Handhabung und hoher Leistungskraft. Rückblickend wurde unsere GS Mini wohl teils deshalb zu unserer erfolgreichsten Gitarre, weil wir eine couchfreundliche Größe mit einer überraschend robusten Stimme verknüpfen konnten. Dennoch wussten wir, dass es Spielraum – und den Wunsch der Spieler – für eine kompakte Gitarre mit beispielloser musikalischer Raffinesse gab.

Unser Debütmodell, die GT Urban Ash, verfügt über einen Boden und Zargen aus massivem Urban Ash sowie eine massive Fichtendecke und wird optional mit ES2-Elektronik geliefert. Die Entscheidung für diese Eschenart (auch bekannt als Shamel oder immergrüne Esche) hatte zwei Gründe: Uns gefielen ihre mahagoniähnlichen Klangeigenschaften und wir sahen diese Gitarre als ein weiteres Sinnbild unseres Engagements für unsere Stadtholzinitiative – die Verwendung von verantwortungsbewusst beschafftem Holz von ausgedienten Bäumen, die aus städtischen Gebieten entfernt werden sollten.

Außerdem wollten wir unser erstes GT-Modell für möglichst viele Spieler erschwinglich machen, also gaben wir ihm eine bescheidene Ausstattung und brachten es in der gleichen Preisklasse wie unsere American Dream Series auf den Markt, sodass es zu den bezahlbarsten Taylor-Vollholzgitarren aus US-amerikanischer Fertigung gehört.

Bislang wurde die Gitarre von allen Kritikern und Künstlern, die sie schon in den Händen halten durften, positiv aufgenommen.

Künstler im Rampenlicht: FINNEAS

Lesen Sie unser Interview mit dem preisgekrönten Songwriter und Produzenten FINNEAS, der als einer der ersten die neue GT K21e spielen durfte.

In seiner Videoserie „First Look“ berichtete Premier-Guitar-Autor John Bohlinger von seinen ersten Eindrücken der GT. Besonders gefiel ihm der „bluesige Mojo“. Er griff auch das doppeldeutige Motto der Gitarre „Serious Fun“ auf.

„Damit könnte man wohl erst ein paar Tage im Wald verschwinden und am nächsten Tag ein Konzert in einer Arena spielen“, resümierte er nach einer Testrunde.

Mehr erste Reaktionen auf unsere GT Urban Ash finden Sie in der „Rezensionen kurz und knapp“.

Neue GT-Modelle

Von ihrem frühesten Entwicklungsstadium an erkannte Andy in der vielseitigen GT ein großes Potenzial für weitere ansprechende Tonholzklänge (und ästhetische Facetten) innerhalb der Taylor-Linie. Tatsächlich haben wir sie inzwischen offiziell in unsere Familie der Korpusformen aufgenommen und ihr als Modellbezeichnung die Zahl 1 zugewiesen.

Als Startschuss für 2021 können wir jetzt unser GT-Sortiment um zwei neue Modelle erweitern: die GT 811e aus Palisander/Fichte, die unsere 800er-Serie um eine weitere satte Stimme ergänzt, und die Koa K21e, die unserer Koa-Serie eine neue verlockende musikalische Persönlichkeit verleiht.

Sehen Sie, wie Nicholas Veinoglou den bequemen Rahmen und den satten Klang der neuen Taylor GT 811e und GT K21e vorführt.

Vorhang auf für die GT 811e…

Andy brannte darauf, eine GT mit der klassischen Palisander- und Sitka-Fichtenholz-Paarung herzustellen.

Er vergleicht die Holzarbeit in diesem Zusammenhang damit, wie verschiedene Köche oder Regionen Grundzutaten immer wieder anders verwenden, um einem traditionellen Gericht einen eigenen kulinarischen Stempel aufzudrücken.

„Mit der GT 811 erhalten Sie den allseits bekannten Flattop-Sound von Fichte und Palisander, aber die frische Form und Struktur der GT gibt dem Hör- und Spielerlebnis eine völlig neue Dimension“, erzählt Andy. „Diese Variante behält die verführerische, kinderleichte Handhabung und das Saitengefühl, die schlanken Körperkonturen und den überraschend breiten GT-Klang, den wir so lieben, aber sie wurde zu einem dichteren, harmonisch gesättigten Sound geformt. Die Decke spricht selbst auf die feinste Artikulation schnell an und profitiert vom tiefen, unterstützenden Klang, für den Palisander bekannt ist.“

Ästhetisch verfügt die Gitarre über viele Standardausstattungen der 800er-Serie, darunter Ahornbünde, eine Abalone-Rosette, unsere Element-Intarsien in Perlmutt, einen Palisander-Plektrumschutz und einen Korpus mit einer 0,11 mm dicken, glänzenden Lackierung. Zu den Alleinstellungsmerkmalen gehören die C-Class-Verstrebungen, ein armlehnenfreier Korpus (aufgrund der angenehm kleinen Form der GT) und Taylor-Mini-Stimmgeräte in Smoked Nickel (die Minis eignen sich besser für die kleineren Maße der Gitarre, und ihr geringeres Gewicht hält die Gitarre im Gleichgewicht). Die GT 811e verfügt außerdem über eingebaute ES2-Elektronik und wird mit unserem attraktiven AeroCase geliefert, das wegen seiner Mischung aus leichtem Gewicht und enormer Robustheit bei den Spielern sehr beliebt ist.

…und die GT K21e

Die Vollkoa-Version der GT bietet eine einzigartige Harmonie aus ästhetischer Schönheit, Spielkomfort und klanglichem Ausdruck.

„Klanglich ist diese Gitarre ein perfektes Beispiel für die Koa-typische Balance und Süße in den Mitten“, meint Andy. „Sie hat einen lebhaft fokussierten Klang, mit einem sanft abgerundeten Anschlag. Die ausgewogene Ansprache ist im Großen und Ganzen hilfreich für Spieler, die sie als Rhythmusinstrument, als Fingerstyle-Gitarre oder für eine an der E-Gitarre orientierte Spielweise verwenden wollen.“

Die Modelle verfügen über verzierte Decken, Böden und Zargen aus massivem Koa mit Shaded Edgeburst um Korpus und Hals. Zu den übrigen Merkmalen der Koa-Serie gehören Bünde und Deckeneinlagen aus Ahorn, elegantes Spring-Vine-Ahornintarsien, ein Korpus mit einer 0,11 mm dicken, glänzenden Lacksicht sowie Gotoh-Mini-510-Stimmgeräten in Altgold. Sie verfügt über unseren ES2-Tonabnehmer und wird mit dem Taylor AeroCase geliefert.

Ein interessanter klanglicher Unterschied zwischen den neuen GT-Modellen und der ursprünglichen GT Urban Ash ist, von unterschiedlichen Klangaromen der Hölzer abgesehen, die Wirkung der verschiedenen Oberflächenbehandlungen, wie Andy erklärt.

„Die GT Urban Ash verfügt über eine ultradünne, matte Oberfläche auf Wasserbasis mit einem extrem niedrigen Dämpfungsfaktor, was diesen Hölzern ein direktes, organisches Obertonprofil verleiht“, sagt er. „Sowohl die 800er-Serie als auch die GTs der Koa-Serie werden mit unserer altbekannten glänzenden Taylor-Lackierung abgerundet, welche die Eigenschaften jedes einzelnen Holzstücks auf subtile Weise filtert und die Ansprache verfeinert.“

Egal, welches GT-Modell Ihnen eher zusagt, eines ist sicher: Ein tolles Spielerlebnis liegt in der Familie.

Weitere Einzelheiten zu allen Taylor-GT-Modellen, einschließlich der vollständigen Spezifikationen, Fotos, Videovorführungen und mehr, finden Sie auf taylorguitars.com und in der digitalen Version dieser Ausgabe. Informationen zur Verfügbarkeit der Modelle erhalten Sie bei Ihrem Taylor-Händler.

Rezensionen kurz und knapp

Hier sind einige Highlights aus aktuellen Rezensionen der GTe Urban Ash.

Guitar.com

„…die entspannte Spielbarkeit weckt den Ehrgeiz in all denen, die nicht gerade Akustikvirtuosen sind. Die umsponnene G-Saite ist zum Beispiel wesentlich leichter zu biegen als auf einer Akustikgitarre mit einer herkömmlichen Mensurlänge, sodass man Solos genauso angehen kann, wie auf einer E-Gitarre mit blanker G-Saite.“

„Einzelne Töne in höheren Lagen hängen länger als erwartet in der Luft, der harmonische Gehalt ist reichlich vorhanden, und selbst bei tiefer, offener Stimmung ist die Intonation hervorragend….“

„Je mehr Zeit man mit ihr verbringt, desto mehr offenbart sich ihr Charme, und für Singer-Songwriter ist die GT mit ihren kompakten Abmessungen und ihrer intimen Haptik für das Wohnzimmer ebenso perfekt wie für die Bühne oder das Studio.“

Chris Vinnicombe

Vintage Guitar

„Schlagen Sie einen Akkord an und hören Sie sich diesen glockenklaren Ton an. Sie werden nicht das Wummern einer Dreadnought bekommen, aber diese Taylor erzeugt einen überraschend nuancierten Ton für ein tragbares Instrument. Auch die Höhen sind süß – nicht der dünne, schlappe Ton mancher Akustikgitarren sondern wirklich robuste Klänge….”

„Betrachten Sie sie als kleine Akustikgitarre für Profis… Die GTe ist für Live-Auftritte genauso geeignet wie zum Songschreiben unterwegs…. Diese Taylor ist nicht einfach noch eine Parlorgitarre – die GTe Urban Ash ist eigentlich eine eigene Klasse von Akustikgitarren mit kleinem Korpus.“

Pete Prown

Guitar Player

„Die GT spricht sehr gut auf den Anschlag des Spielers an, lässt sich leicht durch weichere und lautere Passagen steuern und behält dabei durchweg einen süßen, fokussierten Klang bei.“

„[Sie] hat eine große Präsenz, die über ihre geringe Größe hinwegtäuscht…. Für Musiker auf Reisen ist sie perfekt, aber dank des satten Klangs und des vollmundigen Volumens auch einer Studio- und/oder Auftrittsgitarre würdig.“

Art Thompson

American Songwriter

„Bleiläufe und Fingerstyle-Linien passen besonders gut zur GT; es bereitet ihr aber auch keinerlei Mühe, einen dynamischen Flatpicking-Rhythmus zu erzeugen…. Die GT verfügt über eine vollmundige Grundstimme mit einem lebhaften Mitteltonbereich. Eine sehr leichte Berührung führt zu einer unerwartet lauten Reaktion.“

„In gewisser Weise werfen die kürzere Mensur und der geringere Saitenabstand der GT ein neues Licht auf die Welt der Griffbretter. Ich hatte großen Spaß dabei, verschiedene Akkorde auszuprobieren, die sonst auf einer Gitarre mit normaler Mensur unbequem zu erreichen sind!“

Christian Seaman

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

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Dürfen wir vorstellen: eine dynamische neue Gitarrenklasse in Größe, Spielgefühl und Klang. Die neue Taylor GT verpackt professionellen Sound in eine handliche, spielerische Form.

„Plant Taylor, eine Parlor-Gitarre zu bauen?“

Diese Frage bekommt unser Team im Taylor-Kundendienst routinemäßig zu hören. Aber wie Kundenserviceleiter Glen Wolff betont, wissen die Leute nicht immer genau, wonach sie fragen sollen, also orientieren sie sich daran, was dem nächsten kommt, wie eben eine Parlor-Gitarre oder gelegentlich auch eine GS Mini aus Massivholz.

„Es ist nicht so, dass die Kunden unbedingt eine traditionelle Parlor-Gitarre wollen“, meint Wolff. „Die Leute lieben den Komfort einer kompakten Gitarre, aber sie wollen beim Klang keine Abstriche machen. Und sie gehen davon aus, dass eine Gitarre mit kleinerem Korpus wie eine Parlor-Gitarre oder eine GS Mini aus Massivholz das Beste aus beiden Welten bietet.“

Es gibt nur einen Haken: Eine komplett aus Massivholz gefertigte GS Mini bringt keine dramatische Klangverbesserung. Vertrauen Sie uns – der Taylor-Baumeister Andy Powers hat ein paar davon gebaut und es ausprobiert. Er wusste, dass es nicht klappen würde, aber dennoch zog er alle Register, indem er Proteinkleber und andere revolutionäre Materialien und Techniken verwendete, um die Klangwiedergabe zu optimieren. Aber unterm Strich war der Effekt nicht groß genug, um eine Serienproduktion zu rechtfertigen.

„Die Maße der Mini schränken den Spielraum des Designs naturgemäß ein“, gibt Andy zu bedenken. „Die Gitarre ist fantastisch für ihre Größe, aber man kann sie nicht viel größer klingen lassen, solange man die Saiten nicht länger macht.“

Eine Wahrheit, die Bob Taylor schon vor Jahren herausfand, als er die Baby Taylor, unsere erste Reisegitarre, auf Touren bringen wollte, um ihr eine größere, vollere Stimme zu verleihen.

„Meistens stellen wir fest, dass sich innerhalb der Grenzen eines bestehenden Designs, egal wie sehr wir es aufmotzen, nicht sehr viel ändert“, so Bob in einem Artikel in Wood&Steel im Jahr 2010 – ein Artikel, der im Detail darlegt, wie Bobs anfängliche Bemühungen um ein Redesign der Baby zur Geburt der GS Mini führten. Bob erkannte schließlich, dass er eine längere Mensur und einen größeren Korpus brauchen würde, und der Rest ist Geschichte. Die GS Mini hat sich zu einer der beliebtesten Gitarren entwickelt, die Taylor je gebaut hat.

Aber Bob versteht auch die größenbedingten klanglichen Grenzen der Mini.

„Wenn ich den Ton der Mini beschreiben sollte, würde ich sagen, sie macht Spaß, sie ist echt“, sagt Bob. „Aber wenn man lange auf einer GS Mini spielt und dann eine Academy 10 in die Hand nimmt, also eine größere Gitarre, denkt man: Oh, wow.“

Reisegröße vs. Standardgröße

Wenn man über die Einordnung von stahlsaitigen Akustikgitarren nach ihrer Gesamtgröße nachdenkt, werden sie im Allgemeinen in zwei grundlegende Kategorien unterteilt: Standardgröße und Reisegröße, wobei letztere natürlich wegen ihrer besseren Tragbarkeit so genannt wird. Einer der abgrenzenden Faktoren ist die Saitenlänge, auch bekannt als Mensur – im Grunde das Maß für die Saitenlänge vom Sattel bis zur Stegeinlage, was der maximalen Schwingungslänge der ungebundenen offenen Saite entspricht.

Im Allgemeinen haben Reisegitarren eine kürzere Mensur, die bis zu etwa 60 Zentimetern reicht, was zufälligerweise auch die Mensur der GS Mini ist. Gitarren in Standardgröße haben in der Regel eine Mensur zwischen 62,9 und 64,8 Zentimetern. Die Taylor-Standardgitarren mit voller Mensur sind in zwei Mensurlängen erhältlich: 63,2 Zentimeter für unsere Grand-Concert-Modelle und die neu gestaltete Grand Symphony, und 64,8 Zentimeter für unsere anderen Modelle, also eine vergleichsweise lange Mensur.

Wenn Sie aufmerksam verfolgt haben, welche Gitarrendesigns Andy eingeführt hat, seit er vor fast einem Jahrzehnt bei Taylor anfing, ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass unsere handschonenden 12-bündigen Grand-Concert-Modelle zu seinen größten Erfolgen zählen. (Unsere Grand Concert ist unsere bisher kleinste Korpusform in „Standardgröße“.) Aktualisiert für die heutige Zeit ergibt ihre Kombination aus kleinem Korpus mit kürzerem 12-Bund-Hals und einer Mensur von 63,2 Zentimetern eine Gitarre, die leicht im Schoß zu halten ist, mit geringerer Saitenspannung und einer leicht reduzierten Bundweite, die das Greifen erleichtert.

Seit ihrer Markteinführung sind unsere 12-Bund-Gitarren bei den Spielern immer beliebter geworden, vor allem bei denen, die ihre Greifhand entlasten wollen. Aber diese Gitarren zeichnen sich auch durch eine lebhafte Klangwiedergabe aus, vor allem in den mittleren Frequenzen, was zum Teil auf die Lage des Stegs näher zur Mitte des Unterbügels zurückzuführen ist.

Andy hat außerdem die Stärken unseres 12-Bund/Grand-Concert-Designs genutzt, um spielerfreundlichere 12-saitige Modelle einzuführen, wie die 562ce, 362ce und die brandneue Builder’s Edition 652ce, die unseren langjährigen Ruf als Hersteller der am leichtesten spielbaren 12-Saiter der Branche auf eine neue Ebene von Komfort und musikalischem Nutzen gehoben hat.

Während dieser Zeit hat Andy auch viel über dieses Mittelfeld zwischen Reisegröße und Standardgröße und über die Möglichkeiten einer Gitarre mit Proportionen irgendwo zwischen der Größe und Mensur der GS Mini und der Grand Concert nachgedacht.

„Ich habe mir den unerforschten Bereich zwischen herkömmlichen Reisemodellen und langen Mensuren angesehen, und es schien offensichtlich, dass dort etwas fehlte“, sagt er. „Es fühlte sich so an, als gäbe es noch eine ganz andere, versteckte Größenkategorie. Ich wollte etwas bauen, das groß genug ist, um gut zu klingen, und doch klein genug, um Komfort und Spielbarkeit auf eine neue, spaßige Ebene zu heben“, erzählt er.

Neue mittellange Mensur

Ebenso wie die Proportionen eines Gitarrenkorpus ist auch die Mensur der Gitarre für einen Gitarrenbauer von enormer Bedeutung.

„Von den grundlegenden Entscheidungen, die ein Gitarrenbauer treffen muss, wenn er ein Instrument bauen möchte, ist eine der allerersten Entscheidungen die Festlegung der Saitenlänge“, betont Andy. „Dieser Parameter bestimmt nahezu alles, was der Gitarrenbauer als nächstes tut.“

Beim Ausarbeiten der Maße für diese neue Gitarre legte sich Andy schließlich auf eine – wie er es nennt – mittellange Mensur von 61,3 Zentimetern fest, was in puncto Saitenlänge dem Spielen mit einem Kapodaster auf dem ersten Bund einer Gitarre mit einer Mensur von 64,8 Zentimetern entspricht.

„Einige Spieler, zu denen ab und zu auch ich selbst gehöre, stimmen eine Gitarre von Es bis Es“, räumt er ein. „Manchen Musikern ist das lieber, weil sie in dieser Tonart leichter singen können, aber viele mögen einfach die geringere Spannung – wenn man die Saiten einen halben Schritt lockert, sind sie geschmeidiger, als ob man eine Saitenstärke heruntergeht. Das lockere Saitengefühl ist zwar sehr ansprechend, aber ich möchte nicht immer nur von Es bis Es spielen. Ich spiele gerne auf dem Kammerton, besonders wenn ich zusammen mit anderen Musikern spiele. Um diese Mensur auf die Probe zu stellen, nahm ich eine üblichere Mensur von 64,8 Zentimetern, stimmte sie und setzte einen Kapodaster auf den ersten Bund.“

Der Gitarrist und Musikdirektor Nicholas Veinoglou demonstriert den kräftigen, schillernden Akustik-Sound der GT.

Entstehung eines neuen Korpusstils

Nachdem die Mensur der Gitarre festgelegt war, machte sich Andy daran, einen neuen Korpusstil zu entwerfen, dessen Proportionen zwischen der GS Mini und der Grand Concert lagen. Seine Idee war eine Form ohne Cutaway. Hierfür übernahm er die Kurven des großen Korpus der Grand Orchestra von Taylor und verkleinerte sie entsprechend. Während die Breite des Unterbügels (38,1 cm) und die Korpustiefe (9,5 cm, gemessen am Schallloch) denen der Grand Concert entsprechen, ist die Korpuslänge (47 cm) um 2,5 cm kürzer. 

Der Korpus wurde in Anlehnung an die „Grand“-Namenskonvention unserer anderen regulären Korpusformen „Grand Theater“ genannt. Aber für uns am Taylor-Standort passte die Bezeichnung GT gut zu dem spaßigen, einladenden, jugendlichen musikalischen Charakter, den wir mit der Gitarre verbinden. 

Neue C-Class-Verstrebungen

Um der GT ihre Stimme zu geben, griff Andy auf das gleiche Grundkonzept zurück, das auch seine innovativen V-Class-Verstrebungen geprägt hat, nämlich das Zusammenspiel von Steifigkeit parallel zu den Saiten, um langanhaltende Töne zu erzeugen, und Flexibilität für eine angenehme Lautstärke. Aber angesichts des etwas kleineren Korpus wollte er den Frequenzgang stärker justieren, also verfolgte er einen anderen Ansatz und entwarf ein asymmetrisches Verstrebungsmuster.

„Die V-Class soll in ihrer Reaktion über das gesamte Register hinweg sehr linear sein“, erklärt er. „Jede Note, die man spielt, hat einen bemerkenswert einheitlichen Charakter. Bei der Arbeit mit diesem perfekt proportionierten kleineren Korpus und dieser kleineren Saitenlänge wollte ich aber eine asymmetrischere Klangreaktion erzielen. Mit der asymmetrischen Architektur kann ich den unteren Frequenzgang der Gitarre verstärken. Meistens ist es relativ schwierig, bei einem kleinen Korpus am unteren Ende des Frequenzspektrums eine gute Klangwiedergabe zu erzeugen: Er hat nicht so viel Oberfläche, um sich zu biegen und die benötigte Luft zu bewegen. Bei diesem veränderten Verstrebungsmuster verrät der Klang nichts über die insgesamt geringere Größe, was den Spaßfaktor deutlich erhöht.“

Da das Design der Gitarre freitragend (engl.: „cantilevered“) konzipiert ist, nannten wir es C-Class-Verstrebungen.

Debüt mit Urban Ash

Sowohl für Andy als auch für Bob Taylor war die Einführung dieser neuen Gitarre eine weitere großartige Chance, unser langfristiges Engagement für die Verwendung von Urban Ash zu bekräftigen, einem Tonholz, das wir Anfang des Jahres bereits in unserer Builder’s Edition 324ce und unserer neuen Grand Symphony 326ce eingeführt haben, die ebenfalls in dieser Ausgabe vorgestellt wird. Dieses Eschenholz der Gattung Fraxinus uhdei, das auf verantwortungsbewusste Weise von zur Entfernung vorgesehenen Stadtbäumen aus Südkalifornien gewonnen wird, kommt in seinen klanglichen Eigenschaften hochwertigem honduranischem Mahagoni gleich: trocken, holzig und klar, mit angenehmer Wärme im Mitteltonbereich.

Es ist eine Holzart, die Bob Taylor gern als den Golden Retriever der Tonhölzer bezeichnet.

„Dieses Eschenholz will nichts als gefallen“, sagt er. „Es ist leicht zu trocknen, leicht zu schneiden, leicht zu biegen, leicht zu schleifen, leicht zu bearbeiten und leistet musikalisch wirklich Großartiges“, fügt er hinzu. „Alles daran ist perfekt.“

Der Boden und die Zargen aus massiver Esche werden durch eine Decke aus massiver Fichte perfekt ergänzt. Wie bei unseren neuen American-Dream-Gitarren sind das Griffbrett, die Kopfauflage und der Steg aus langlebigem und ansprechendem geräuchertem Eukalyptusholz gefertigt. Aufmerksame Beobachter werden feststellen, dass der Steg verkleinert wurde, damit er besser zum GT-Korpus passt.

Wir bringen das neue Gitarrenmodell als GT Urban Ash auf den Markt, mit der Option auf integrierte ES2-Elektronik. Wie ihre Pendants aus der American Dream Series wird auch die GT ihr Debüt als unsere günstigste in den USA gebaute Gitarre geben – in der Preisklasse unserer 200er-Deluxe-Serie, was die GT und die American Dream zu unseren preisgünstigsten Massivholzgitarren aus amerikanischer Fertigung macht.

Ausgestattet ist die GT Urban Ash mit italienischen Pinnacle-Griffbretteinlagen aus Acryl, einer Koa-Dreiring-Rosette, einer schwarzen Deckeneinlage, Urban-Sienna-Beize auf dem Boden und den Zargen aus Esche, einer ultradünnen matten 50-µm-Oberfläche, Mini-Stimmern aus Nickel und unserem leichten, aber ultrabeständigen AeroCase.

Andy und unsere Produktentwicklungsgruppe sehen in der GT ein großes Potenzial und erwägen, in naher Zukunft solche Modelle auch in anderen Serien des Taylor-Sortiments auf den Markt zu bringen.

Das Gefühl: „Genau richtig“

Als Gitarre, die im Wesentlichen von Grund auf neu konstruiert wurde – mit einer neuen Mensur und Korpusform sowie neuen Halsabmessungen und Verstrebungen – liegt der Zauber der GT in der Verknüpfung dieser Elemente zu einer einzigartigen Harmonie von Gefühl und Klang. Von Anfang an hatte Andy eine andere Gitarrenkategorie im Sinn, die ein perfektes Zwischending aus Reise- und Standardinstrument sein sollte – was wir am Taylor-Standort „genau richtig“ nennen. Tatsächlich lautete ihr offizieller Codename in der Produktentwicklungsgruppe „Projekt Goldlöckchen“.

Die GT ist mit leichten Saiten (.012-.053) bespannt und hat die gleiche Saitenspannung, als ob man eine Gitarre mit einer Mensur von 64,8 Zentimetern eine halbe Stufe tiefer stimmen würde (Es bis Es). Die reduzierte Spannung erzeugt ein Gefühl, als wäre die Gitarre mit einem Satz 11er-Saiten (Custom Light, .011-.052) bespannt, wodurch sich jeder Ton geschmeidiger anfühlt, und dennoch erhält man die Schlagkraft einer größeren Saite.

Der geringere Bundabstand der kürzeren Mensur macht auch einige dieser komplizierteren Akkorde leichter zu spielen.

„Wenn man einen schwierigen Akkord greifen will, der über mehrere Bünde geht, kann man das mit dieser Gitarre auch wirklich tun, während viele andere Gitarren es einem schwer machen würden“, betont Andy. „Sogar für jemanden, der einen langen Fingergriff hat, ist dieser Bundabstand bequem, genau wie wenn man weiter oben auf dem Griffbrett spielt. Physisch ist es einfach, die Saiten mit geringerer Saitenspannung einzudrücken, und der geringere Bundabstand fördert zudem die Fingerfertigkeit.“

Eine weitere einzigartige Eigenschaft des Halses im Vergleich zu anderen Taylor-Modellen ist eine Sattelbreite von 4,37 Zentimetern – breiter als 4,29 und schmaler als 4,45 Zentimeter, was einen komfortablen Saitenabstand ermöglicht. In Verbindung mit dem kompakten Verhältnis zwischen Hals und Korpus liegen die Hände dadurch natürlich etwas näher beieinander, sodass das Handgelenk Ihrer Greifhand bei Barrégriffen weniger belastet wird. 

Was Gitarren mit Autos zu tun haben

Die Parallelen zwischen den musikalischen Eigenschaften der Taylor GT und der Identität des GT als Sportwagenkategorie in der Welt der Autos waren Andy durchaus bewusst. In der Autoindustrie steht die Bezeichnung GT – kurz für gran turismo , italienisch für „große Reise“ – für das Zusammenspiel aus der hohen Geschwindigkeit und dem leichtgängigen Handling eines Sportwagens mit luxuriöser Ausstattung, die auch bei längeren Reisen für großen Komfort und Fahrspaß sorgt.

„Diese Gitarre hat ähnliche Eigenschaften“, so Andy. „Sie bietet eine Mischung aus ultraflexibler Handhabung und leistungsstarker Klangwiedergabe, und sie wurde so weit verfeinert, dass jeder großen Spaß am Spielen haben wird.“ Die angenehm kompakten Proportionen der Gitarre und die niedrige Saitenspannung machen die GT zur am leichtesten zu spielenden Massivholzgitarre der Taylor-Linie – auch bei längeren Spielsessions machen die Hände nicht schlapp.

So sehr Andy es auch genießt, über die Designelemente zu referieren, die der GT ihre einzigartige musikalische Identität verleihen (und er weiß, dass seine Einblicke in die Feinheiten des GT-Designs für viele Taylor-Enthusiasten hochinteressant sind), so würde er doch lieber jemandem die Gitarre in die Hand drücken, damit er oder sie selbst darauf spielen kann. Wie die GS Mini besticht auch die GT durch ihre angenehme Haptik und einen Sound, der jeden Musikprofi immer wieder aufs Neue inspiriert.

„Ein Spieler muss nicht unbedingt wissen, wie oder warum diese Gitarre funktioniert, um Freude an ihr zu haben, ebenso wenig wie man die gesamte technische Mechanik eines Autos kennen muss, um gerne damit herumzufahren“, meint Andy. „Das Wichtigste ist, einfach zur Gitarre zu greifen und zu spielen.“

Die ergiebige musikalische Reaktion der GT Urban Ash reicht von makellosen Höhen bis hin zu kehligen Tiefen, wie Nicholas Veinoglou hier eindrucksvoll zeigt.

Liebeserklärung der Künstler

Jay Parkin aus dem Taylor-Marketingteam, der für die Produktion unserer Inhalte verantwortlich ist und außerdem unseren Podcast From the Factory und unsere wöchentlichen Streaming-Videoshow Taylor Primetime auf unserem YouTube-Kanal mitmoderiert, hat in den letzten Monaten mit unserem Beauftragten für Beziehungen zu Künstlern Tim Godwin zusammengearbeitet, um die GT in die Hände von Künstlern zu bringen. Ausnahmslos alle Spieler lieben das Gesamtgefühl, die Reaktionsfähigkeit und die Tonausgabe.

„Diese Gitarre ist so großartig, weil ich den Sound einer riesigen Akustikgitarre absolut liebe, aber ich bin ein winziger Mensch“, meint die Singer-Songwriter Sara Niemietz aus Los Angeles. „Sie passt perfekt, ist schnell zu spielen und klingt echt.“

Thunderstorm Artis, KT Tunstall, Chris Conley und andere Taylor-Künstler berichten über ihre Eindrücke der Taylor GT.

Chris Conley, Leadsänger und Gitarrist der Rockband Saves the Day, schrieb Jay per SMS: „Warum ist dieses Teil so perfekt? Ich kann nicht aufhören, darauf zu spielen. Wirklich gar nicht.“

Keith Goodwin von der Band Good Old War schrieb ihm: „ACH DU HEILIGE SCH… Ich habe noch nie in meinem Leben so eine Gitarre gespielt.“

Der in Los Angeles lebende Gitarrist Nick Veinoglou, der als musikalischer Leiter, Songwriter und Lehrer arbeitet und mit Jordan Fisher und dem Musiker Bazzi, der bei Atlantic Records unter Vertrag steht, in den USA und darüber hinaus auf Tournee ist, geriet regelrecht ins Schwärmen, nachdem er die Gelegenheit hatte, die Gitarre zu spielen.

„Ich weiß nicht, ob ich jemals eine Gitarre hatte, die sich gleich nach dem Auspacken in meinen Händen so perfekt anfühlte“, berichtet er. „Das erinnert mich wieder daran, warum ich mit dem Gitarrenspielen angefangen habe.“

Jay konnte sich selbst ein Bild machen, nachdem er einige Male die Gelegenheit hatte, die Gitarre für Videoinhalte aufzunehmen.

„Das ist die perfekte Gitarre für Aufnahmen“, resümiert er. „Sie klingt so unglaublich groß und gleichzeitig fokussiert.“

Der Toningenieur und Kameramann Gabriel O’Brien, der den Artikel über das Aufnehmen von Akustikgitarren in dieser Ausgabe geschrieben hat, hat sie gespielt und aufgenommen.

„Sie ist so leicht zu spielen“, sagt er. „Sie bietet alles, was man sich von einer erstklassigen GS Mini wünschen kann – leichtere Saiten, einen breiteren Sattel, Massivholz, eine etwas längere Mensur – aber genau das macht die GT zu einem Unikat. Ich habe sie für andere Videos abgemischt und sie lässt sich wirklich gut aufnehmen. Sie steht gleich neben meinem Mischpult und ich lege regelmäßig Gitarrenpausen mit ihr ein. Ich liebe den Sound sogar so sehr, dass ich beschlossen habe, meine Gitarrenparts bei einem anderen Projekt damit neu einzuspielen.“

Halten Sie ab Oktober bei Taylor-Vertragshändlern Ausschau nach der neuen Taylor GT Urban Ash. Mehr über die Entwicklung der GT erfahren Sie auch in unserem Video-Podcast From the Factory, wo Sie ein ausführliches Gespräch mit Andy Powers und Bob Taylor finden können.

Taylor’s Feuereifer

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Taylors Innovationskultur basiert auf Leidenschaft, Problemlösung und mutiger Entschlossenheit. In schwierigen Zeiten wissen wir, wie wir reagieren müssen - dies bedeutet auch, dass wir uns um andere genauso kümmern wie um uns selbst.

Diese Frage bekommt unser Team im Taylor-Kundendienst routinemäßig zu hören. Aber wie Kundenserviceleiter Glen Wolff betont, wissen die Leute nicht immer genau, wonach sie fragen sollen, also orientieren sie sich daran, was dem nächsten kommt, wie eben eine Parlor-Gitarre oder gelegentlich auch eine GS Mini aus Massivholz.

„Es ist nicht so, dass die Kunden unbedingt eine traditionelle Parlor-Gitarre wollen“, meint Wolff. „Die Leute lieben den Komfort einer kompakten Gitarre, aber sie wollen beim Klang keine Abstriche machen. Und sie gehen davon aus, dass eine Gitarre mit kleinerem Korpus wie eine Parlor-Gitarre oder eine GS Mini aus Massivholz das Beste aus beiden Welten bietet.“

Es gibt nur einen Haken: Eine komplett aus Massivholz gefertigte GS Mini bringt keine dramatische Klangverbesserung. Vertrauen Sie uns – der Taylor-Baumeister Andy Powers hat ein paar davon gebaut und es ausprobiert. Er wusste, dass es nicht klappen würde, aber dennoch zog er alle Register, indem er Proteinkleber und andere revolutionäre Materialien und Techniken verwendete, um die Klangwiedergabe zu optimieren. Aber unterm Strich war der Effekt nicht groß genug, um eine Serienproduktion zu rechtfertigen.

Nach fast einem halben Jahrhundert haben Kurt und Bob gelernt, dass weder die guten noch die schlechten Zeiten ewig andauern und dass die richtige Mischung aus Leidenschaft und harter Entschlossenheit sie durch die rauesten Gewässer führen wird. “Als wir noch ein kleines Unternehmen und pleite waren, haben wir hart gearbeitet und nie aufgegeben, egal wie hoffnungslos es schien”, sagt er. „Wir haben nur den Kopf gesenkt und weiter gemacht, Brainstorming betrieben und es versucht. Wir hatten kein Fundament, auf dem wir aufbauen konnten. Wir mussten alles erfinden und nach guten Ideen suchen, um auf den Markt reagieren zu können. Wir hatten einige echte Krisen auf dem Weg, bei denen wir nur eine Chance hatten, es richtig zu machen oder zu scheitern und nicht zu überleben. Diese Fähigkeit, auf Widrigkeiten zu reagieren, hat sich in unserer Unternehmens DNA festgesetzt.“

Die Erfahrungen welche Bob und Kurt während dieser Zeit sammeln konnten, haben unter anderem zu tiefen Respekt gegenüber den Musikern der ganzen Welt geführt, die einen parallelen Weg gehen, der auch Anpassungsfähigkeit und hartnäckige Belastbarkeit fordert, damit sie ihrer Leidenschaft nachgehen und überleben können. Das gleiche Gefühl der Verbundenheit gilt auch gegenüber Instrumentenbauer, Inhabern von Musikgeschäften und jeden, der seinen Traum hartnäckig verfolgt hat. Obwohl Taylor jetzt ein großes Unternehmen ist und über einen großen Pool an Talenten und Ressourcen verfügt, so Gitarrendesigner Andy Powers, der jetzt auch Eigentümer ist, dass eine der Stärken von Taylors Kultur darin besteht, dass wir immer noch wie ein kleiner Laden denken können.

“Einer der Gründe, warum ich gerne mit Bob und Kurt zusammenarbeite, ist die Art und Weise, wie sie diese fast schon anmaßende, furchtlose Mentalität eines Emporkömmlings beibehalten haben”, sagt er. “Sie haben ein Vermächtnis geschaffen, arbeite hart an den guten Tagen, an den leichten und an den schwierigen Tagen. Natürlich hat der Moloch der COVID-19-Pandemie mit seiner weitreichenden globalen Störung ein ganz anderes Ausmaß an Schwierigkeiten und Komplexität bei der Navigation geführt. Und doch, Bob, Kurt und Andy haben zusammen mit anderen Taylor-Führungskräften sich in dieser schwierigen Zeit einmal dem Taylor-Spielregeln zugewandt: Machen Sie die Luken dicht, werde kreativ und entwerfe Lösungen, die den Bedürfnissen der Partner aus der Musikszene entsprechen.

Reaktion auf eine neue Realität

Als Unternehmen mit globaler Reichweite widmete Taylor den täglichen Entwicklungen im Ausland große Aufmerksamkeit, als sich die COVID-19-Krise Anfang dieses Jahres von China nach Europa und dann in die USA ausbreitete und eine Welle von Geschäftsschließungen und sozialen Sperren auslöste. Taylors wichtigstes Anliegen war der Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter und ihrer Familien in den USA, Mexiko, Europa und Kamerun. Gleichzeitig wussten wir, dass der Lebensunterhalt unserer Händler und Lieferanten sowie der arbeitenden Musiker ebenfalls gefährdet war.Anfang März begannen wir intern mit dem Implementieren zusätzlicher Gesundheits- und Sicherheitsverfahren. Kurz darauf stellten wir Werksbesichtigungen ein und schlossen unseren Campus in El Cajon, Kalifornien, für die Öffentlichkeit. Am 19. März erließ der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, eine landesweite Anordnung zum „Schutz vor Ort“, und die Gitarrenproduktion in El Cajon wurde eingestellt. Die Region Baja California in Mexiko, in der sich unsere Tecate-Produktionsstätte befindet, folgte einige Wochen nach Südkalifornien. Am Freitag, dem 17. April, wurde beschlossen, dort alle Tätigkeiten einzustellen.

Glücklicherweise hatten sich Taylors Führungskräfte- und Managementteams proaktiv getroffen, um ein Werksschließung Szenario durchzugehen, um die für die Wiedereröffnung erforderlichen Koordinierung zu planen, um El Cajon-Mitarbeitern bei der Teilnahme am kalifornischen Work-Sharing-Programm zu helfen (das Unternehmen eine flexible Alternative zu Entlassungen bietet) und an der Entwicklung neuer Sicherheitsmaßnahmen vor Ort um die Rückkehr zur Gitarrenproduktion vorzubereiten. Taylor trat auch in Dialog mit Beamten der Stadt El Cajon und des Landkreises San Diego, um sicherzustellen geplante Schritte zu kennen und diese auch unterstützen zu können. Infolgedessen konnten wir reibungslos die geplanten Vorgaben umsetzen die zur Wiedereröffnung, auch in kritischen Bereichen, notwendig wurden. In der Zwischenzeit haben wir die nicht produktiven Vorgänge auf ein Work-from-Home-Setup verlagert und Telekonferenzplattformen genutzt, um uns zu treffen und zusammenzuarbeiten. Und machten uns wieder an die Arbeit.

Mit Kunden in Verbindung bleiben

Obwohl wir keine Gitarren zur Reparatur mehr annehmen konnten, blieb unser Customer Service in Kontakt mit Kunden in Nordamerika und Europa. Angesichts der Remote-Einrichtung entschied Customer Service Manager Glen Wolff, dass die Abteilung besser funktionieren würde, indem sie hauptsächlich E-Mail und Chat verwendet. “Wir haben bereits in der Vergangenheit viel über E-Mail und Chat kommuniziert. Das war also ein einfacher Übergang, als wir von Zuhause aus arbeiteten”, sagt Wolff.

“Eine Zeit wie diese gibt Musik und Musikern einen neuen Sinn.”

Tim Godwin, Direktor für Artist Relations

„Wenn wir keine Anrufe entgegennehmen, haben wir Zeit, die Live-Web-Chat-Option fast den ganzen Tag über verfügbar zu halten, und die Kunden nutzen sie häufig. Wir haben auch die Flexibilität der Mitarbeiter bei der Arbeit von zu Hause genutzt und an den meisten Tagen die Chat-Abdeckung von 6.00 bis 17.00 Uhr erweitert. Es hat ganz gut funktioniert. Wir hatten nicht einmal das Gefühl, dass wir die Erwartungen unserer Kunden nicht erfüllen. “

Unterstützung unserer Händler

Uns war bewusst das diese Situation für unsere Partner im Einzelhandel eine große Herausforderung darstellen würde. Wir mussten schnell eine Lösung finden wie wir unsere Partner unterstützen könnten. Bereits Mitte März erarbeiteten wir eine Promotion für unsere Partner die wir Ihnen umgehend bereitstellen konnten. Die Aktion, Taylor Days, unterschied sich deutlich von allen Promos die wir je veranstaltet hatten- eine Aktion die den Kunden einen hohen Mehrwert bot, Händler beim Verkauf unterstützte und das zu einer Zeit als viele Händler mit der vorübergehenden Schließung Ihres physischen Geschäfts konfrontiert waren. “Innerhalb weniger Tage wurde diese Idee für Händler realisiert”, sagt Taylor VP of Sales Monte Montefusco. ” Einmal mehr zeigte sich unsere Firmen Kultur, das Bestreben Händlern zu helfen sowie unsere Fähigkeit als Team Hand in Hand zusammen zu arbeiten.

Die Aktion lief von Ende März bis Ende Mai und wurde von Händlern und Kunden mit großem Erfolg angenommen. Sie startete in Nordamerika (USA und Kanada) und wurde für andere Märkte auf der ganzen Welt angepasst und übernommen. Darunter Europa, Mexiko, Peru, Costa Rica, Chile, Südkorea und Australien. “Erfinderische Einzelhändler fanden neue Wege, um ihren Musikgemeinschaften zu dienen”, sagt Monte. „Social Media wurde zum neuen „Open for Business“-Schild an der Haustür. Die Aktion war eine großartige Möglichkeit für Händler, die Spieler zu erreichen und zu inspirieren, ihr Handwerk zu verbessern, während sie zu Hause bleiben. “

Geschäfte wie der langjährige Taylor-Händler Tobias Music im Vorort Downers Grove in Chicago waren dankbar solch ein großartiges Angebot zu haben, welches sie Ihren Kunden, in dieser herausfordernden Zeit, anbieten konnten. “Es war großartig für uns”, sagte Paul Tobias Ende April. „Zu diesem Zeitpunkt war unser Geschäft seit fünf Wochen geschlossen, und unser Gouverneur hatte gerade angekündigt, dass die Ausgangssperre verlängert wird. Im Allgemeinen lief das Geschäft schlecht, aber da die Taylor-Promo online stattfand, konnten wir uns auch nach fünf Wochen Ausfallzeit immer noch über Wasser halten. In diesen schwierigen Zeiten hat Taylor uns einen Rettungsring zugeworfen.“

Viele Geschäfte passten sich an und boten eine Abholung auf offener Straße für Online-Bestellungen an. Traditionelle Geschäfte haben auf die neue Realität auf eine Weise reagiert, die einen Einblick in die Zukunft des Musikhandels im Geschäft bieten könnte. Lidgett Music in Council Bluffs, Iowa, hat sich unter Berücksichtigung von Social Spacing auf individuelle Besuchs- Termine im Geschäft konzentriert. Musiker haben die Möglichkeit genossen, Gitarren ohne Ablenkung durch andere Kunden und Hintergrundgeräusche des Musikgeschäfts zu testen.

Die Zusammenarbeit mit unseren Holzlieferanten

Das Ausmaß der Pandemie brachte Taylor auch Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit unseren Holzlieferanten mit sich. Zum einen arbeiten wir mit Lieferanten zusammen, die von sehr klein bis sehr groß reichen, und jede Situation erfordert eine individuelle Lösung. Die kleineren Lieferanten sind oft anfälliger, erklärt Charlie Redden, Director of Wood Operations and Sourcing. „Viele unserer Holzlieferanten haben nur zwei oder drei Abnehmer, die einmal im Jahr bei ihnen einkaufen“, sagt er. “Wenn ein kleines Dorf in Mittelamerika auf einen oder zwei Kunden angewiesen ist – und wir uns auf sie verlassen -, muss die Partnerschaft in einer Zeit wie dieser genauso unterstützt werden.”

Eine weitere Herausforderung ergab sich aus der Art und Weise, wie die Pandemie unseren Rhythmus in der Lieferkette aus dem Gleichgewicht brachte, weil sie unseren Produktionsbetrieb abrupt zum Erliegen brachte. In vielen Fällen sind unsere Verpflichtungen für den Holzeinkauf jedoch für ein Jahr oder länger festgelegt. Und oft geht es um den Lebensunterhalt dieser Lieferanten. “Wir finden kreative Wege, um gerade genug Holz zu kaufen, um gefährdete Lieferanten im Geschäft zu halten und gleichzeitig einen gesunden Holzbestand für Taylor aufrechtzuerhalten”, sagt Redden. „Und wenn wir unseren Lieferanten auch dadurch helfen können, indem wir sie mit anderen Marktchancen wie der Möbel-, Hobbyholz- oder Bauindustrie verbinden, um die Tatsache auszugleichen, dass wir in dieser Zeit nicht so viel Holz kaufen, tun wir dies gerne. ”

Die Unterstützung von Künstlern

Die massiven Einschnitte in der Musikindustrie hat Künstler gezwungen, auf neue Weise kreativ zu werden. Einige Berufs Gitarristen haben sich darauf konzentriert, Online-Unterricht zu geben, während andere Künstler sich an Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und Twitch gewandt haben, um ihre Auftritte zu veröffentlichen oder per Livestream zu übertragen. Diejenigen, die eine treue Fangemeinde aufgebaut haben, haben kleine Möglichkeiten gefunden soziale Medien zu nutzen, um über virtuelle Auftritte ihren Lebensunterhalt zu sichern. In einigen Fällen über bezahlte Livestream-Konzerte und in anderen Fällen mit einem virtuellen „Trinkgeld“. Wir haben Taylor-Künstler darin Unterstützt wo wir konnten, hauptsächlich indem wir unsere Social-Media-Plattformen nutzen, damit Taylor-Fans für ihre Livestreams und andere Auftritte werben können. Wir haben einen Wochenkalender mit allen geplanten Livestreams, der Taylor-Künstlerfamilie in unserem „Live From Home Digest“, erstellt, der sich im Blog-Bereich unserer Website befindet. Sie können jede Woche nach neuen Künstler-Streams auf Facebook, Twitter, YouTube und darüber hinaus suchen.

Taylor Director of Artist Relations, Tim Godwin, sagt, dass trotz der ernsthaften finanziellen Herausforderungen, denen sich so viele Künstler derzeit gegenübersehen, einige in diesen surrealen Zeiten einen Silberstreifen gefunden und neue Wege für sich entdeckt haben. “Einige haben die Zeit genutzt, um bereits Geschriebenes auszuarbeiten und zu verbessern oder sich darauf zu konzentrieren, neues Material zu schreiben oder neue Wege zu erkunden, um Musik mit Hörern von zu Hause aus zu teilen”, sagt Godwin. „Andere, auch ich, haben häufiger mit Musiker Freunden aus der Ferne zusammengearbeitet. Die Realität ist, dass viele Musiker, ob gut oder schlecht, im Moment mehr Zeit haben, sodass sie in einigen Fällen endlich in kreative Projekte eintauchen können, die sie schon lange aufgeschoben haben. Und sie finden die Erfahrung wirklich lohnend. ” Andere etablierte Künstler haben virtuelle Auftritte von zu Hause aus zur Unterstützung von Wohltätigkeitsorganisationen angeboten. Für Musikfans, die mehr Zeit zu Hause verbringen, bieten Konzerte in einem solchen Format eine erfrischend intime und bodenständige Verbindung zu ihren Lieblingskünstlern. Godwin sagt, dass diese gemeinsame Erfahrung mehr denn je das Gemeinschaftsgefühl in der Musikwelt unterstrichen hat, sowohl unter Menschen in der Branche als auch zwischen Künstlern und Publikum.

“Ich habe mehr Empathie und Freundlichkeit zwischen Menschen gesehen”, sagt er. „In einer Zeit wie dieser gibt es Musik und Musikern ein größeres Sinngefühl. Es ist immer noch Unterhaltung, aber es ist mehr als das. Auf diese Weise können Sie Menschen einbeziehen und ihnen helfen, sich verbunden zu fühlen, auch wenn sie physisch getrennt sind.“ “Selbst in meiner Rolle bei Taylor habe ich festgestellt, dass die Leute jetzt offener für Gespräche sind”, fügt Godwin hinzu. “Egal, ob es sich um einen Künstler oder eine andere Person handelt, die in der Branche arbeitet, wir haben mehr Zeit, um über Partnerschaften bei interessanten Projekten und vorausschauende Planungen zu diskutieren.”

Bob und Andy machen sich an die Arbeit

Obwohl Taylors Gitarrenproduktion vorübergehend unterbrochen wurde, war hinter den Kulissen viel los. Bob Taylor und Andy Powers haben auf die Herausforderung des Augenblicks reagiert, indem sie bei mehreren Projekten mit neuer Kraft zusammengearbeitet haben. Ihre Designinstinkte wurden verstärkt und synchronisiert, während sie sich gegenseitig mit Kreativität nährten. “Andy und ich leben beide vom kreativen Denken”, sagt Bob. “Wir sind sowohl Bauherren als auch Problemlöser. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen, lieben wir es, uns aus Problemen herauszuarbeiten, und weil mehr auf dem Spiel steht, arbeiten wir schneller.”

Andy seinerseits hat immer eine Reihe von Gitarrendesigns im Hinterkopf und wartet darauf, dass diese im richtigen Moment zum Leben zu erwecken. Die gegenwärtige Realität, gepaart mit der bevorstehenden Unsicherheit, habe den Anreiz gegeben, mehrere Projekte voranzutreiben. “Wir arbeiten an diesen Projekten zum Nutzen aller – unserer Mitarbeiter, unserer Händler und Lieferanten und natürlich der Kunden”, sagt er. “Wir berücksichtigen alles und verwenden alle unsere Ressourcen, um alles zu kalibrieren, was die Zeit erfordert, in der wir leben.” Obwohl es uns noch nicht frei steht unsere kommenden Designs zu enthüllen, so Andy, sie sind mit einem Focus auf das Wesentliche konzentriert. Bei den Produktentwicklungstreffen per Telefonkonferenz im April waren sowohl Andy als auch Bob bei der Diskussion über das kommende Produkt-Lineup energischer als je zuvor. “Während einige sagen könnten, dass wir nur Gitarren herstellen, glaube ich, dass wir weit mehr als das tun”, sagt Andy. “Wir können helfen, einen Lichtblick der Hoffnung, der Erleichterung und einen Weg zu schaffen, unsere Erfahrungen in Form eines anderen Liedes zu teilen.”

Neue Sicherheitsvorschriften

Während der Produktionsunterbrechung bei Taylor überwachten unsere Führungskräfte und Managementteams die umfassende Überarbeitung unserer Sicherheitsvorschriften vor Ort in El Cajon und Tecate gemäß den offiziellen Richtlinien der staatlichen und lokalen Gesundheitsbehörden. Dies beinhaltete die Einführung einer strengen sozialen Distanzierung innerhalb der Fabriken, die Erhöhung der Reinigungspläne und die Verpflichtung zur Verwendung persönlicher Schutzausrüstung für alle Personen auf dem Campus. Berührungslose Infrarot-Stirnthermometer werden auch verwendet, um die Temperaturen der Mitarbeiter zu messen, bevor sie das Gebäude betreten.

In unserer Tecate-Fabrik nutzten wir unsere eigene Näherei – wir stellen viele unserer Gigbags her -, um mit der Herstellung von Gesichtsbedeckungen zu beginnen. “Wir setzen sie vor Ort sowohl an unseren Standorten in Tecate als auch in El Cajon ein”, sagt Chris Wellons, Vice President of Manufacturing bei Taylor. “Wir haben auch mehrere tausend Gesichtsmasken gespendet.” Im Mai wurde uns erlaubt mit einer kleinen Gruppe von (freiwilligen) Mitarbeitern den Betrieb im Begrenzten Umfang wieder aufzunehmen. Ab dem 18. Mai soll der Vollzeitbetrieb wieder aufgenommen werden können.

Eines der wichtigsten Ziele bei der Anpassung unseres Arbeitsumfelds an die neuen Gegebenheiten ist die Wahrung der Unternehmenskultur, sagt Ed Granero, Vice President für Produktentwicklung, Mitglied des Taylor-Führungsteams zusammen mit Wellons. “Wir haben hier eine kollaborative, fleißige “Open-Door”-Kultur gepflegt”, sagt Granero. „Unsere Stärke liegt in der Arbeit im Team. Wenn wir uns dieser nächsten Iteration unseres Arbeitslebens zuwenden, werden wir neue Wege finden, um als Team zu arbeiten und dennoch unsere Ziele zu erreichen. Wenn unsere Produktionsmitarbeiter wieder arbeiten, sind unsere Sicherheitsmaßnahmen ein wichtiger Schritt, um Vertrauen aufzubauen, da wir alle wieder zusammenarbeiten. “

Granero merkt an, dass Gitarren zwar nicht als „essentiell“ angesehen werden, die Mitarbeiter bei Taylor dies jedoch absolut sind. “Die Leute hier sind so fleißig, innovativ und engagiert wie alle anderen, die man hier bei Taylor überall findet”, sagt er. „Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern bedanken, die an der Planung, Koordination und vor allem der Ausführung dieser Pläne vor Ort beteiligt sind“, teilte er dem Unternehmen mit. “Wir schätzen den Mut und das Engagement, das jeder in einer beispiellosen und beunruhigenden Zeit gezeigt hat, zutiefst.”

“Musik ist nicht nur eine schöne Sache, sie ist eine Notwendigkeit.”

Kurt Listug

Der Weg der vor uns liegt

Als diese neue Normalität Gestalt annimmt, schöpft Kurt aus seinen und Bobs früheren Erfahrungen, während er nach vorne schaut. “Wir finden heraus, wie wir in diesen neuen, unruhigen Gewässern navigieren können”, sagt er. “Wir haben hier unglaubliche Führungskräfte und Kreativität und wir haben großartige Mitarbeiter. Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir das schaffen und daraus als noch stärkeres Unternehmen hervorgehen werden. „Eines der vielen Dinge, die ich an unserer Firmenkultur liebe, ist die Art und Weise, wie wir uns gegenseitig unterstützen, wenn wir gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, insbesondere in schwierigen Zeiten“, sagt er. „Einige meiner stolzesten Momente hier waren die Art und Weise, wie wir alle als Gruppe auf Widrigkeiten reagiert haben. Während diese gegenwärtigen Umstände einzigartig erscheinen mögen, gilt das genauso. Bob und Andy teilten unseren Mitarbeitern mit, dass es keine andere Gruppe von Menschen gibt, mit denen sie sich dieser neuesten Herausforderung lieber stellen möchten. Ich möchte dieses Statement wiederholen und es auf die breite Gemeinschaft von Einzelhändlern und Lieferanten ausweiten, es ist ein Privileg Teil von Ihnen zu sein. “

Q&A mit Taylor Co-founder und CEO Kurt Listug

Q: Sie und Bob haben beide die Identität von Taylor Guitars geformt. Sie standen viele Male mit dem Rücken zur Wand, besonders in den frühen Tagen des Unternehmens. Wie haben diese Erfahrungen Sie und Bob – und jetzt Andy Powers und andere Führungskräfte im Unternehmen – darauf vorbereitet, in solchen Situationen zu reagieren? 

A: Sie haben uns viel Vertrauen gegeben, dass wir alles durchstehen können. Auch wenn wir am Ende des Tunnels kein Licht sehen konnten. Wir haben uns selbst bewiesen, dass wir einfallsreich sind. Obwohl es stressig ist, wissen wir, dass wir viele Erfolge und Durchbrüche erzielten, die wir sonst nicht oder viel langsamer erzielt hätten.

Q: Was lernen Sie aus dieser besonderen Erfahrung als Führungskraft? Wie werden Taylor Guitars Ihrer Meinung nach gestärkt aus dieser Krise hervorgehen? 

A: Ich war begeistert, dass die Mitarbeiter im gesamten Unternehmen alles getan haben, um das Unternehmen voranzubringen. Die Menschen sind zu 100 Prozent engagiert und fühlen sich dem Erfolg verpflichtet. Ich denke, die Firma rückt enger zusammen. Unsere Teamarbeit ist die beste, die es je gab, und wir legen den Grundstein für einige unserer lohnendsten und erfolgreichsten Jahre direkt vor uns.

Q: Trotz des Schocks für das System, den das aktuelle Szenario verursacht hat, war es faszinierend zu sehen, wie anpassungsfähig Menschen waren. Egal, ob es sich um Künstler handelt, die neue Wege beschritten, um Menschen über Social-Media-Plattformen zu motivieren, oder um Einzelhändler, die kreativ mit der Art und Weise umgehen, wie sie Geschäfte tätigen, neue Ideen entstehen und manche wurzeln. Wie sehen Sie das, was Sie gesehen und erlebt haben? Und was sagt es über die Kraft der Musik in einer Zeit wie dieser aus?

A: Sie können sich nicht zurücklehnen. Es gibt keine Überlebensgarantie. Es ist eine unglaublich erschwerte Situation, mit der wir uns befassen, und wir alle müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um das Schiff wieder in Ordnung zu bringen und auf die Tage, die vor uns liegen, vorzubereiten. Es lohnt sich die Kraft und die Bedeutung der Musik neu zu erleben. Musik ist nicht nur eine schöne Sache, sie ist eine Notwendigkeit.

Q: Warum ist es aus Ihrer Sicht als Unternehmen, das die Beziehungen zu Mitarbeitern, Kunden, Einzelhändlern, Lieferanten und anderen Partnern immer in den Vordergrund gestellt hat, in einer solchen Zeit besonders wichtig, sie zu unterstützen?

A: Das Unternehmen gibt sein Bestes, und wir alle tun unser Bestes, damit wir Entscheidungen treffen, die dem Großteil zugutekommt und die wenigsten benachteiligt. Das spricht für unsere Werte, für andere zu sorgen und unser Handeln abzuwägen, damit sie die größtmögliche positive Wirkung haben. Das ist immer wichtig, aber gerade in schwierigen Zeiten möchten Sie sicherstellen, dass Sie andere mit sich ziehen.

Q: Es war cool zu sehen, wie Bob und Andy in letzter Zeit enger zusammenarbeiten, um Wege zu finden, wie sie sich aus der aktuellen Situation heraus entwickeln und ausbauen können, und um auf die neuen Realitäten zu reagieren, mit denen Verbraucher und Einzelhändler konfrontiert werden. Trotz der zu überwindenden Hürden scheinen beide kreativ motiviert zu sein. Finden Sie sich in ähnlicher Weise kreativ angeregt, wenn Sie über Taylors weitere Strategien nachdenken?

A: Absolut. Diese Situation hat die Zeit wirklich komprimiert, in der wir darum kämpfen größtmögliche Anstrengungen zu unternehmen, diese Zeit, dieses störende Ereignis und die Ungewissheit wie sich die Welt verändern wird zu überwinden. Es ist sehr belebend, sich wirklich in das normale Betriebstempo hineinzuversetzen und es zu überspringen.

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